150.000 Haushalte werden zur Teilnahme an bundesweiter Erhebung eingeladen
Das Mobilitätsministerium startet 2026 die größte Verkehrsstudie Österreichs. GPS-Tracking soll Daten für die Verkehrswende liefern.
Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) bereitet gemeinsam mit der ÖBB-Infrastruktur AG und der ASFINAG eine der umfangreichsten Mobilitätsstudien vor, die jemals in Österreich durchgeführt wurde. Die Erhebung "Österreich unterwegs" startet im März 2026 und wird ein ganzes Jahr lang das Bewegungsverhalten der österreichischen Bevölkerung erfassen.
Die Dimension der Studie ist beeindruckend: Rund 150.000 Haushalte werden zur freiwilligen Teilnahme eingeladen. Diese werden zufällig aus dem Zentralen Melderegister (ZMR) ausgewählt und verteilen sich auf Gemeinden in ganz Österreich. Die Größe der Stichprobe ermöglicht detaillierte Analysen nach Bundesländern, Raumtypen und verschiedenen sozialen sowie gesellschaftlichen Aspekten.
"Das Mobilitätsministerium sorgt dafür, dass das Mobilitätsangebot in Österreich immer am Puls der Zeit und optimal an die Bedürfnisse der Menschen angepasst bleibt", betont Bundesminister Peter Hanke. "'Österreich unterwegs' liefert unentbehrliche Daten und Fakten, die als Grundlage für wichtige Entscheidungen und Maßnahmen dienen. Damit können wir den Verkehr nachhaltig steuern und die Mobilitätswende effektiv vorantreiben."
Die Methodik der Studie setzt auf innovative Technologie: Teilnehmende Haushalte erhalten ein spezielles Smartphone, mit dem durch freiwilliges GPS-Tracking alle zurückgelegten Wege an einem bestimmten Tag aufgezeichnet werden. Diese technische Lösung ermöglicht es, präzise und objektive Daten über die tatsächlichen Bewegungsmuster der Menschen zu sammeln.
Ergänzt wird die GPS-Erhebung durch persönliche Gespräche, in denen weitere planungsrelevante Informationen erhoben werden. Dazu gehören Angaben zur Haushaltsgröße, zu verfügbaren Verkehrsmitteln und soziodemografische Merkmale der Personen. Diese Kombination verschiedener Erhebungsmethoden gewährleistet hochwertige Daten und ermöglicht wertvolle Einblicke in das komplexe Mobilitätsverhalten der österreichischen Bevölkerung.
Für die ÖBB stellt die Studie einen wichtigen Baustein für zukünftige Planungen dar. "'Österreich unterwegs' ist ein wichtiger Baustein für unsere Planungen der Bahn von morgen. Wir können so punktgenau dort investieren, wo unsere Fahrgäste davon optimal profitieren", erklärt ÖBB-Infrastruktur-Vorstand Johann Pluy.
Die erhobenen Daten fließen in verschiedene strategische Planungsinstrumente ein. Besonders relevant sind sie für das "Verkehrsmodell Österreich" (VMÖ) und die "Verkehrsprognose Österreich 2040+" (VPÖ 2040+) des Bundes. Diese Modelle bilden die Grundlage für langfristige Investitionsentscheidungen in die österreichische Verkehrsinfrastruktur.
Die Ergebnisse der umfangreichen Erhebung sollen auch auf internationaler Ebene als Referenz dienen. Österreich positioniert sich damit als Vorreiter in der modernen Mobilitätsforschung und trägt zur Entwicklung nachhaltiger Verkehrslösungen bei.
Angesichts der sensiblen Natur der erhobenen Bewegungsdaten legt das Projektteam größten Wert auf Datenschutz und Transparenz. Nach Abschluss der Erhebung werden alle Daten anonymisiert und ausgewertet. Ein Rückschluss auf einzelne Personen oder Haushalte ist nicht möglich.
Die Ergebnisse werden in Berichtsform veröffentlicht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Detaillierte Informationen zum Datenschutz und weitere Details zur Erhebung sind bereits jetzt auf der Projektwebsite oesterreich-unterwegs.gv.at verfügbar.
Die Studie "Österreich unterwegs" kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Österreich steht vor der großen Herausforderung, seine Mobilität nachhaltiger zu gestalten und gleichzeitig den steigenden Mobilitätsbedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, das Verkehrsangebot optimal an die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Nur mit verlässlichen Daten über das aktuelle Mobilitätsverhalten können fundierte Entscheidungen für die Zukunft der österreichischen Mobilität getroffen werden.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium, der ÖBB-Infrastruktur AG und der ASFINAG zeigt, wie wichtig eine übergreifende Herangehensweise bei der Verkehrsplanung ist. Nur durch die Koordination aller Verkehrsträger - von der Straße bis zur Schiene - können ganzheitliche Lösungen für die Mobilität der Zukunft entwickelt werden.
Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich 2027 vorliegen und dann als Grundlage für die nächste Generation der österreichischen Verkehrspolitik dienen. Mit "Österreich unterwegs" setzt das Land einen wichtigen Schritt hin zu einer datenbasierten und nachhaltigen Mobilitätspolitik.