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ÖGB begrüßt 40-Millionen-Investment in Arbeitsstiftungen

Neuauflage von „Just 2 Job

12. März 2026 um 09:51
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Mit 40 Millionen Euro werden die Arbeitsstiftungen ausgebaut. Der ÖGB sieht darin einen wichtigen Schritt gegen den Fachkräftemangel.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) zeigt sich erfreut über die Neuauflage zweier wichtiger Arbeitsstiftungen. Mit einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro sollen die Programme "Just 2 Job" und "Umweltstiftung" rund 2.000 zusätzliche Ausbildungschancen für österreichische Arbeitnehmer schaffen.

Qualifizierung als Antwort auf den Wandel

"Dass die öffentliche Hand in Qualifizierung investiert, ist ein wichtiges und richtiges Signal", erklärt ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth. Die Berufswelt verändere sich durch Digitalisierung, Klimatransformation und neue Technologien sehr schnell. "Umso wichtiger ist es, Arbeitnehmer:innen dabei zu unterstützen, neue Qualifikationen zu erwerben und gute Zukunftsperspektiven zu haben."

Für die Gewerkschaft sind Fortbildung, Umschulung und Weiterbildung zentrale Voraussetzungen, um Fachkräfte zu sichern und Beschäftigte gut durch den Wandel am Arbeitsmarkt zu begleiten. Diese Einschätzung spiegelt die aktuellen Herausforderungen am österreichischen Arbeitsmarkt wider, wo einerseits Fachkräftemangel herrscht und andererseits technologische Veränderungen bestehende Arbeitsplätze transformieren.

Fokus auf junge Erwachsene

Besondere Aufmerksamkeit widmet der ÖGB der Arbeitsstiftung "Just 2 Job", die gezielt junge Erwachsene bei Ausbildungen unterstützt. "Gerade junge Menschen brauchen gute Chancen auf Ausbildung und Qualifizierung, damit sie sich in einer sich wandelnden Arbeitswelt gut zurechtfinden und langfristig stabile Jobs haben", betont Schuberth.

Diese Zielgruppe steht vor besonderen Herausforderungen: Sie muss sich in einem Arbeitsmarkt orientieren, der sich durch technologische Innovationen und neue Arbeitsformen stetig verändert. Gleichzeitig fehlt vielen jungen Menschen nach der Pflichtschule eine klare berufliche Perspektive oder die finanziellen Mittel für eine weiterführende Ausbildung.

Chancen für benachteiligte Jugendliche

Die Arbeitsstiftung "Just 2 Job" richtet sich insbesondere an junge Erwachsene, die beim Übergang von der Schule in den Beruf Unterstützung benötigen. Dazu gehören Jugendliche ohne Schulabschluss, mit Migrationshintergrund oder aus sozial benachteiligten Familien. Das Programm bietet nicht nur fachliche Qualifizierung, sondern auch sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung bei der Jobsuche.

Grüne Jobs im Fokus der Umweltstiftung

Die zweite Säule der Initiative, die Umweltstiftung, sieht Schuberth als wichtigen Beitrag für die Zukunft des Arbeitsmarkts: "Sie unterstützt Menschen dabei, sich für klimarelevante Berufe zu qualifizieren – also genau jene Bereiche, in denen der Fachkräftebedarf hoch ist."

Die Klimatransformation schafft neue Berufsfelder und verändert bestehende Tätigkeiten grundlegend. Von der Installation von Photovoltaikanlagen über die Gebäudesanierung bis hin zu nachhaltigen Mobilitätslösungen entstehen Jobs, für die qualifizierte Fachkräfte gesucht werden. Gleichzeitig müssen sich Beschäftigte aus traditionellen Industrien neue Kompetenzen aneignen.

Konkrete Ausbildungsbereiche

Die Umweltstiftung konzentriert sich auf Bereiche wie erneuerbare Energien, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität und Kreislaufwirtschaft. Teilnehmer können sich beispielsweise zu Installateuren für Wärmepumpen, Experten für Gebäudedämmung oder Fachkräften in der Elektromobilität ausbilden lassen. Diese Qualifikationen sind nicht nur zukunftssicher, sondern auch gut entlohnt.

Soziale Absicherung während der Ausbildung

Ein wesentlicher Aspekt der Arbeitsstiftungen ist die finanzielle Unterstützung der Teilnehmer während ihrer Ausbildung. "Wenn neues Know-how gefragt ist, müssen Menschen auch die Chance bekommen, diese zu erwerben. Gleichzeitig werden sie dabei finanziell abgesichert, um nicht in Armut abzurutschen", erklärt Schuberth.

Diese soziale Komponente ist entscheidend für den Erfolg der Programme. Viele Arbeitnehmer können sich eine längere Ausbildungszeit ohne Einkommen nicht leisten. Die Arbeitsstiftungen bieten daher nicht nur die Ausbildung selbst, sondern auch Lebensunterhalt und Kinderbetreuung.

Arbeitsmarktpolitische Bedeutung

Für den ÖGB zeigen die Arbeitsstiftungen, wie der Wandel am Arbeitsmarkt gelingen und sozial gestaltet werden kann. Die Initiative ist Teil einer umfassenderen arbeitsmarktpolitischen Strategie, die auf Qualifizierung statt auf Arbeitslosigkeit setzt.

Österreich steht vor demografischen Herausforderungen: Die Babyboomer-Generation geht in Pension, während gleichzeitig der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in vielen Bereichen steigt. Arbeitsstiftungen können helfen, diese Lücke zu schließen, indem sie Menschen für gefragte Berufe qualifizieren.

Erfolgsmodell mit Tradition

Arbeitsstiftungen haben in Österreich eine lange Tradition und gelten als erfolgreiches Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik. Sie wurden ursprünglich entwickelt, um Beschäftigte bei Betriebsschließungen oder Massenentlassungen zu unterstützen. Heute werden sie verstärkt präventiv eingesetzt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Investition in die Zukunft

Die 40 Millionen Euro für die beiden Arbeitsstiftungen sind mehr als nur eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme – sie sind eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft. Gut ausgebildete Fachkräfte sind die Basis für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

"Gerade in einer sich rasch verändernden Arbeitswelt sind Fortbildung, Umschulung und Weiterbildung zentrale Voraussetzungen, um Fachkräfte zu sichern und Beschäftigte gut durch den Wandel am Arbeitsmarkt zu begleiten", fasst Schuberth die Position des ÖGB zusammen.

Die Neuauflage der Arbeitsstiftungen sendet ein wichtiges Signal: Österreich setzt auf Qualifizierung als Schlüssel für eine erfolgreiche Bewältigung des strukturellen Wandels am Arbeitsmarkt. Ob die Programme ihr Ziel von 2.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen erreichen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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