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ÖAW diskutiert Zukunft der Natur: Braucht Europa neuen Green Deal?

Renommierte Experten erörtern im März 2026 Biodiversitätskrise und Umweltpolitik

12. März 2026 um 09:11
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Von 18. bis 20. März 2026 widmet sich die ÖAW grundlegenden Fragen zu Naturschutz, Biodiversität und Europas grüner Zukunft.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) lädt von 18. bis 20. März 2026 zu einer bedeutsamen Veranstaltung, die sich den drängendsten Fragen unserer Zeit widmet: Wie können wir die Natur noch retten? Welche Werte hat die biologische Vielfalt? Und braucht Europa einen neuen Green Deal? Die kostenfreie öffentliche Tagung "Die Werte der Natur. Recht, Gerechtigkeit und der Preis der Zerstörung" verspricht wichtige Impulse für die Zukunft der Umweltpolitik.

Hochkarätige Podiumsdiskussion zum Auftakt

Den Startschuss für die dreitägige Veranstaltung bildet am 18. März um 18:30 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion im Festsaal der ÖAW. Unter dem provokanten Titel "Brauchen wir einen New Green Deal?" werden hochkarätige Experten über die Zukunft der europäischen Umweltpolitik debattieren. Die Diskussion findet vor dem Hintergrund aktueller politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen statt, vor denen Europa derzeit steht.

Christian Ultsch von der Tageszeitung "Die Presse" moderiert die Runde, in der drei renommierte Experten ihre unterschiedlichen Perspektiven einbringen werden. Franz Fischler, der frühere EU-Kommissar und langjährige Verfechter nachhaltiger Agrarpolitik, wird seine Erfahrungen aus der europäischen Politik teilen. Heidi Wittmer vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig bringt wissenschaftliche Expertise zur Umweltforschung ein. ÖAW-Präsident Heinz Faßmann rundet die Diskussion mit akademischer Perspektive ab.

Interdisziplinärer Ansatz bei der Haupttagung

Die eigentliche Tagung "Die Werte der Natur" findet am 19. und 20. März statt und verspricht einen umfassenden interdisziplinären Austausch. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen werden zusammenkommen, um die komplexen Aspekte der aktuellen Umweltkrise zu beleuchten. Vertreter aus Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaften, Ökonomie sowie Biodiversitäts- und Klimaforschung werden ihre jeweiligen Fachkenntnisse einbringen.

Im Zentrum der Diskussionen stehen fundamentale Fragen, die weit über rein wissenschaftliche Aspekte hinausgehen: Wem gehört eigentlich die Natur? Was schulden wir ihr, wenn wir sie nutzen oder sogar ausbeuten? Diese ethischen Grundfragen werden mit praktischen Überlegungen verknüpft, etwa der Frage, ob sich der Verlust biologischer Vielfalt in monetären Begriffen beziffern lässt.

Rechtliche Dimensionen des Naturschutzes

Besonders spannend dürfte die Erörterung rechtlicher Aspekte werden. Die Tagung wird sich der innovativen Frage widmen, ob Tiere, Pflanzen oder sogar Flüsse eigene Rechte besitzen sollten. Diese Diskussion greift aktuelle internationale Entwicklungen auf, wo bereits in verschiedenen Ländern Naturräumen rechtliche Persönlichkeit zugesprochen wurde.

Die rechtlichen, ethischen und ökonomischen Konsequenzen der Biodiversitätskrise stehen dabei im Mittelpunkt. Experten werden erörtern, welche neuen Rechtsinstrumente entwickelt werden müssen, um den Herausforderungen des Artensterbens und Klimawandels zu begegnen. Dabei geht es auch um die Frage, wie Naturschutz und wirtschaftliche Interessen in Einklang gebracht werden können.

Ökonomische Bewertung der Natur

Ein zentraler Aspekt der Tagung wird die ökonomische Dimension des Naturschutzes sein. Wissenschaftler werden diskutieren, wie sich Ökosystemleistungen bewerten lassen und welche wirtschaftlichen Instrumente zum Schutz der Biodiversität eingesetzt werden können. Die Frage nach dem "Preis der Zerstörung" rückt dabei die Kosten unterlassenen Naturschutzes in den Fokus.

Diese Überlegungen sind besonders relevant vor dem Hintergrund aktueller politischer Debatten über die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Die Tagung wird aufzeigen, wie Umweltschutz als Wirtschaftsfaktor verstanden werden kann, anstatt ihn als Belastung zu betrachten.

Aktuelle Relevanz der Biodiversitätskrise

Die Veranstaltung findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt. Die Biodiversitätskrise hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschärft, und Wissenschaftler warnen vor einem sechsten Massenaussterben. Gleichzeitig stehen europäische Politiker vor der Herausforderung, Klimaschutzmaßnahmen mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zu vereinbaren.

Die ÖAW-Tagung wird wichtige Impulse für diese Diskussionen liefern und möglicherweise neue Lösungsansätze aufzeigen. Die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise mit politischer Praxis könnte dabei helfen, konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

Bedeutung für Österreich und Europa

Für Österreich als Teil der Europäischen Union sind die Ergebnisse der Tagung von besonderer Relevanz. Das Land steht vor der Herausforderung, seine reiche Naturausstattung zu bewahren und gleichzeitig wirtschaftliche Entwicklung zu ermöglichen. Die Diskussionen in Wien könnten wichtige Impulse für die österreichische und europäische Umweltpolitik liefern.

Die Frage nach einem "New Green Deal" ist dabei von zentraler Bedeutung. Nach den ersten Erfahrungen mit dem European Green Deal stellt sich die Frage, ob Nachjustierungen notwendig sind und wie die Balance zwischen Umweltschutz und Wirtschaftswachstum besser gelingen kann.

Kostenfreier Zugang für die Öffentlichkeit

Besonders hervorzuheben ist, dass sowohl die Podiumsdiskussion als auch die anschließende Tagung für die Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich sind. Lediglich eine unverbindliche Anmeldung wird erbeten. Diese Offenheit unterstreicht den Anspruch der ÖAW, wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen und gesellschaftliche Debatten zu fördern.

Die Veranstaltung findet im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 in 1010 Wien statt. Der historische Rahmen des Festsaals bietet eine würdige Kulisse für diese bedeutsame Diskussion über die Zukunft unserer Umwelt.

Ausblick auf wichtige Diskussionen

Die Tagung "Die Werte der Natur" verspricht, wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Umweltpolitik zu setzen. In einer Zeit, in der der Handlungsdruck durch Klimawandel und Biodiversitätsverlust stetig wächst, bietet sie eine Plattform für den dringend notwendigen interdisziplinären Austausch.

Die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise, politischer Erfahrung und öffentlicher Diskussion könnte dabei helfen, neue Wege im Umgang mit der Umweltkrise zu finden. Für alle Interessierten bietet sich die Gelegenheit, an diesen wichtigen Diskussionen über die Zukunft unseres Planeten teilzunehmen.

Schlagworte

#ÖAW#Umweltschutz#Biodiversität#Green Deal#Klimaschutz#Nachhaltigkeit#Wissenschaft

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