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FPÖ Wien fordert zum Weltfrauentag echte Frauenpolitik

Stadträtin Nittmann kritisiert Symbolpolitik und warnt vor importierter Gewalt

8. März 2026 um 08:52
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Die Wiener FPÖ-Stadträtin Ulrike Nittmann fordert anlässlich des Weltfrauentags eine Rückkehr zu konkreter Frauenpolitik.

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März hat die Wiener FPÖ-Stadträtin Ulrike Nittmann eine Neuausrichtung der österreichischen Frauenpolitik gefordert. In einer Stellungnahme kritisierte sie die derzeitige politische Herangehensweise als zu symbolisch und wenig praxisorientiert.

Finanzielle Benachteiligung bleibt zentrales Problem

"Echte Frauenpolitik ist heute wichtiger denn je. Frauenpolitik darf nicht zur Nebensache werden und auch nicht in ideologischer Genderpolitik untergehen", betonte Nittmann in ihrer Stellungnahme. Die Stadträtin verwies dabei auf die anhaltende finanzielle Benachteiligung von Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg.

Besonders alarmierend seien die Zahlen der Caritas, wonach in Österreich jede dritte Frau ohne das Einkommen anderer Haushaltsmitglieder armutsgefährdet ist. "Auch in der Arbeitswelt ist die Gleichstellung von Mann und Frau viel diskutiert, aber in weiten Bereichen noch nicht umgesetzt", so Nittmann weiter. Dies zeige deutlich, dass finanzielle Unabhängigkeit und faire Chancen im Berufsleben zentrale frauenpolitische Themen bleiben müssten.

Gewalt gegen Frauen: Alarmierende Statistiken

Ein weiterer Schwerpunkt von Nittmanns Ausführungen lag auf der anhaltend hohen Gewaltbetroffenheit von Frauen in Österreich. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr wurden 25 Femizide registriert, und etwa jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt.

"Der Schutz von Frauen muss daher oberste Priorität haben!", forderte die FPÖ-Politikerin. Dabei beobachte sie mit Sorge eine Veränderung der Gewaltdelikte. Immer häufiger würden Ehrenmorde, familiärer Zwang oder sogenannte Sittenwächter registriert, die Freiheit und Selbstbestimmung von Frauen kontrollieren wollten.

Warnung vor "importierter Gewalt"

Besonders kritisch äußerte sich Nittmann zum Wiederaufleben archaischer Frauenbilder. "Importierte Gewalt und Weltbilder, in denen Frauen als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden, dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben", stellte sie klar. Die hart erkämpften Errungenschaften der Gleichberechtigung müssten konsequent verteidigt werden.

Diese Entwicklungen gefährdeten die Fortschritte, die in der österreichischen Gesellschaft in Bezug auf Frauenrechte erzielt worden seien. Die Werte der Gleichberechtigung müssten daher konsequent hochgehalten und geschützt werden.

Kritik an aktueller Genderpolitik

Neben der Kritik an Gewalt gegen Frauen übte die Stadträtin auch Kritik an politischen Entwicklungen, die ihrer Ansicht nach zentrale Fragen der Frauenpolitik relativieren würden. "Wenn manche politischen Strömungen sogar das Frau-Sein selbst zur Disposition stellen, stellt sich eine grundlegende Frage: Wie soll Politik für Frauen funktionieren, wenn nicht mehr klar ist, was eine Frau ist?", fragte Nittmann.

Diese Aussage zielt offenbar auf aktuelle gesellschaftliche Debatten über Geschlechteridentität und Transgender-Rechte ab, die in der österreichischen Politik kontrovers diskutiert werden.

Frauen als Mehrheit der Bevölkerung

Ein wichtiger Punkt in Nittmanns Argumentation war die Betonung, dass Frauen keine Minderheit darstellten. "Frauen stellen über 50 Prozent der Bevölkerung und sind daher keine Minderheit", betonte sie. Sie bräuchten daher keinen Minderheitenschutz, sondern eine bewusste und gezielte Stärkung ihrer Rechte, ihrer Sicherheit und ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit.

Diese Sichtweise unterscheidet sich von anderen politischen Ansätzen, die Frauenrechte oft im Kontext von Minderheitenschutz und Diversität diskutieren.

Konkrete Forderungen der FPÖ

Für die Freiheitlichen bedeute eine konsequente Frauenpolitik vor allem konkrete Maßnahmen in verschiedenen Bereichen:

  • Mehr Sicherheit im öffentlichen Raum
  • Entschiedenes Vorgehen gegen Gewalt an Frauen
  • Bessere Rahmenbedingungen für arbeitende Mütter
  • Stärkere Unterstützung von Familien

Diese Punkte spiegeln die traditionellen Schwerpunkte freiheitlicher Familien- und Frauenpolitik wider, die sich auf Sicherheit, Familie und praktische Unterstützung konzentrieren.

Kritik an Symbolpolitik

Abschließend kritisierte Nittmann die ihrer Ansicht nach vorherrschende Symbolpolitik rund um den Weltfrauentag. "Der Weltfrauentag darf kein Tag der Symbolpolitik sein. Er muss ein Auftrag sein, Frauenpolitik wieder ernst zu nehmen und konkrete Maßnahmen umzusetzen", forderte sie.

Diese Kritik richtet sich offenbar gegen andere politische Parteien und Organisationen, die nach Ansicht der FPÖ zu sehr auf symbolische Gesten und zu wenig auf praktische Verbesserungen setzen würden.

Politischer Kontext

Die Stellungnahme von Stadträtin Nittmann reiht sich in die generelle Strategie der FPÖ ein, sich als Verfechterin traditioneller Werte und praktischer Politik zu positionieren. Gleichzeitig nutzt die Partei frauenpolitische Themen, um ihre Kritik an Zuwanderung und multikulturellen Entwicklungen zu unterstreichen.

Der Weltfrauentag am 8. März wird traditionell von verschiedenen politischen Parteien genutzt, um ihre jeweiligen frauenpolitischen Positionen zu artikulieren. Während andere Parteien oft Themen wie Gleichstellung, Diversität und Inklusion in den Vordergrund stellen, fokussiert die FPÖ auf Sicherheit, traditionelle Familienwerte und die Abwehr kultureller Einflüsse, die sie als bedrohlich für Frauenrechte ansieht.

Die Diskussion um Frauenrechte bleibt in Österreich ein wichtiges politisches Thema, bei dem verschiedene Parteien unterschiedliche Schwerpunkte setzen und verschiedene Lösungsansätze propagieren.

Schlagworte

#FPÖ#Weltfrauentag#Frauenpolitik#Wien#Ulrike Nittmann

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