Österreichs größte Landesbank trotzt schwierigem Marktumfeld
Die HYPO NOE verzeichnet trotz herausfordernder Rahmenbedingungen ein Wachstum von über 5 Prozent bei der Neukreditvergabe.
Die HYPO NOE Landesbank für Niederösterreich und Wien AG hat ihre Neukreditvergabe im Jahr 2025 um mehr als fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Das gab die größte Landesbank Österreichs bei der Veröffentlichung ihres Jahresfinanzberichts bekannt. Trotz schwieriger Marktbedingungen konnte das Institut seine Position als Marktführer bei der Finanzierung öffentlicher Infrastruktur und gesellschaftlich relevanter Projekte weiter ausbauen.
"Die HYPO NOE ist Marktführerin, wenn es um die Finanzierung öffentlicher Infrastruktur und Projekte mit gesellschaftlichem Mehrwert geht", erklären die beiden Vorstände Wolfgang Viehauser und Udo Birkner. Besonders bemerkenswert ist diese Leistung vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation: Österreichische Gemeinden stehen unter Spardruck und der Immobiliensektor kämpft seit einiger Zeit mit schwierigen Bedingungen.
Das Provisionsergebnis der Bank stieg um mehr als sieben Prozent, was die solide Entwicklung des Kerngeschäfts unterstreicht. Bei den Gemeindefinanzierungen konnte die HYPO NOE an die erfolgreichen Vorjahre anknüpfen und Projekte in Höhe von 428 Millionen Euro finanzieren. "Das zeigt, dass wir ein gutes Wachstum in unseren Kernerträgen haben, auf das wir zu Recht stolz sein können", betonen die Vorstände.
Trotz der operativ guten Geschäftsentwicklung wurde das Gesamtergebnis der Bank durch mehrere Faktoren belastet. Ein wesentlicher Punkt ist die massive Erhöhung der Bankenabgabe, die von 2,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 10,7 Millionen Euro im Jahr 2025 angestiegen ist. Diese Vervierfachung der Stabilitätsabgabe ließ die Verwaltungsaufwendungen auf 123,4 Millionen Euro per Ende Dezember 2025 ansteigen.
Zusätzlich belastet die Weitergabe niedriger Zinsen an die Kreditkunden das Ergebnis. Die Bank hat sich bewusst dafür entschieden, ihre Kunden von den günstigen Finanzierungskonditionen profitieren zu lassen, was sich positiv auf die Kreditvergabe, aber negativ auf die Zinsmarge auswirkt.
Ein weiterer belastender Faktor ist die deutlich aufgestockte Risikovorsorge im Bereich der Wohnbau-Immobilien. Die aktuelle Marktsituation ist von geringer Bautätigkeit und einem historischen Tiefstand bei Wohnungstransaktionen geprägt. Diese Kombination erschwert es erheblich, einzuschätzen, ob Wohnbauträger alle ihre Einheiten verkaufen und somit ihre Kredite termingerecht und vollständig bedienen können.
Als Bank mit einer über 130-jährigen Tradition umsichtiger Risikopolitik hat die HYPO NOE daher vorsorglich ihre Rückstellungen für diesen Bereich erhöht. Trotz dieser vorsichtigen Herangehensweise bleibt die NPL-Quote (Non-Performing Loans) mit unter drei Prozent auf einem niedrigen Niveau, was die grundsätzlich solide Kreditqualität des Instituts unterstreicht.
Unter Berücksichtigung aller genannten Faktoren erzielte die HYPO NOE einen Periodenüberschuss vor Steuern von 33,4 Millionen Euro per Ende 2025. Dieses Ergebnis ist als solide zu bewerten, insbesondere wenn man die herausfordernden Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Die Bank profitiert dabei von ihrer diversifizierten Aufstellung und ihrer starken Position in Nischenmärkten. Als spezialisierte Landesbank mit dem Land Niederösterreich als 100-Prozent-Eigentümer kann sie auf eine stabile Basis bauen und langfristige Strategien verfolgen.
Für das laufende Jahr 2026 zeigt sich die Bankleitung zuversichtlich. Die HYPO NOE geht davon aus, dass die österreichische Wirtschaft die Talsohle durchschritten hat und sich eine Erholung abzeichnet. Besondere Hoffnungen setzt man auf eine Stabilisierung des Immobilienmarktes im Jahresverlauf.
"Wir rechnen damit, dass sich der Immobilienkreditmarkt im zweiten Halbjahr wieder erholen wird", erläutern die Vorstände ihre Einschätzung. Dabei betonen sie die Bedeutung des Vertrauens: "Wichtig ist, dass auch Unternehmen und Menschen daran glauben: Es geht wieder bergauf!"
Strategisch setzt die HYPO NOE weiterhin auf drei zentrale Säulen: Regionalität, Kundennähe und Nachhaltigkeit. Wesentliche Bausteine der Unternehmensstrategie sind der weitere Ausbau moderner digitaler Services bei gleichzeitiger Beibehaltung der persönlichen Beratungskompetenz im Filialnetz. Besonderes Augenmerk liegt auf der Finanzierung von Projekten mit gesellschaftlichem Mehrwert.
Diese Positionierung zahlt sich auch in der externen Bewertung aus: Mit dem soliden Emittentenrating 'A' durch Standard & Poor's zählt die HYPO NOE zu den bestbewerteten und somit sichersten Banken Österreichs. Im Bereich Nachhaltigkeit unterstreicht der "Prime"-Status von ISS ESG, dass das Institut zu den Besten der Branche gehört.
Die HYPO NOE kann auf eine über 130-jährige Geschichte als verlässliche Geschäfts-, stabile Landes- und spezialisierte Hypothekenbank zurückblicken. Diese lange Tradition und die starke regionale Verwurzelung bilden das Fundament für die weitere Geschäftsentwicklung.
Die aktuelle Geschäftsentwicklung zeigt, dass die Bank auch in schwierigen Zeiten ihre Marktposition behaupten und sogar ausbauen kann. Die Steigerung der Neukreditvergabe um über fünf Prozent in einem rückläufigen Marktumfeld unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der Finanzierungsangebote.
Für österreichische Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen bleibt die HYPO NOE damit ein wichtiger Finanzierungspartner, der auch in unsicheren Zeiten Stabilität und Kontinuität bietet. Die vorsichtige, aber optimistische Einschätzung der Geschäftsleitung für 2026 deutet darauf hin, dass die Bank gut positioniert ist, um von einer erwarteten Markterholung zu profitieren."