20 Millionen Euro liegen ungenutzt in Österreichs IT-Systemen
In den Serverräumen österreichischer Unternehmen schlummert ein verborgener Schatz: Während Betriebe in wirtschaftlich angespannten Zeiten jeden Euro zweimal umdrehen, übersehen viele einen millionenschweren Vermögenswert in ihren eigenen IT-Systemen.
In den Serverräumen österreichischer Unternehmen schlummert ein verborgener Schatz: Während Betriebe in wirtschaftlich angespannten Zeiten jeden Euro zweimal umdrehen, übersehen viele einen millionenschweren Vermögenswert in ihren eigenen IT-Systemen. Nach Schätzungen könnten in Österreich allein bei Microsoft-Perpetual-Lizenzen jährlich rund 90 Millionen Euro Marktvolumen entstehen – davon etwa 50 Millionen im Unternehmenssektor und 40 Millionen im öffentlichen Sektor. Ein beträchtlicher Teil davon bleibt jedoch ungenutzt in IT-Beständen gebunden.
Das versteckte Millionenpotenzial in österreichischen Unternehmen
Stefan Tauchhammer, Gründer und Geschäftsführer von Software ReUse, weist darauf hin, dass mit dem zunehmenden Wechsel zu Cloud-Modellen zahlreiche klassische Dauerlizenzen in Unternehmen zurückbleiben. Diese können legal weiterverkauft werden und damit gebundenes Kapital wieder freisetzen.
Rechtliche Grundlagen des Software-Lizenzhandels
Der Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen ist in der Europäischen Union seit dem EUGH-Urteil von 2012 rechtlich zulässig und gewinnt an Dynamik. Dennoch ist vielen Unternehmen noch nicht bewusst, welche finanziellen Potenziale in ihren bestehenden Lizenzbeständen liegen.
Konkrete Zahlen: So viel Geld bleibt liegen
Nach Schätzungen könnten rund 30 Prozent dieser Microsoft-Lizenzen nach einem Wechsel auf Cloud-Modelle weiterverkauft werden. Bei einem Marktvolumen von 90 Millionen Euro für Microsoft-Perpetual-Lizenzen entspricht dies einem Potenzial von etwa 30 Millionen Euro jährlich allein bei Microsoft-Produkten. Berücksichtigt man weitere große Software-Anbieter wie Oracle, VMware by Broadcom oder Adobe, könnte sich dieses Volumen auf bis zu 60 Millionen Euro jährlich erhöhen.
Der Ankaufspreis für gebrauchte Software-Lizenzen liegt typischerweise bei durchschnittlich etwa einem Drittel des ursprünglichen Neupreises. Damit könnten österreichische Unternehmen jährlich rund 20 Millionen Euro an gebundenem IT-Kapital wieder mobilisieren.
Beispiele aus der Praxis: Große Einzeltransaktionen
Nach Angaben von Software ReUse lagen die größten Ankäufe bei österreichischen Firmen weit über 500.000 Euro pro Transaktion. Solche Summen können für Unternehmen einen erheblichen Liquiditätszufluss bedeuten.
Warum das Potenzial oft unerkannt bleibt
Viele Unternehmen betrachten Software-Lizenzen laut Tauchhammer häufig aus technischer Perspektive. Dabei handelt es sich faktisch um Vermögenswerte in der Bilanz. Wer seine Lizenzbestände regelmäßig analysiert, kann freie Mittel identifizieren.
IT-Abteilungen im Wandel: Von Technik zu Business
Das Software Asset Management (SAM) gewinnt an Bedeutung – nicht nur zur Compliance-Sicherstellung, sondern auch zur Optimierung der IT-Investitionen. Eine systematische Lizenzbestandsanalyse kann zeigen, welche Lizenzen noch benötigt werden und welche obsolet geworden sind. Bei Bedarf führt Software ReUse auch eine kostenlose Schätzung bestehender und unnötig gewordener Software-Bestände durch.
Nachhaltiger Umgang mit Software
Der Weiterverkauf von Software-Lizenzen verlängert deren Nutzungsdauer und vermeidet unnötige Neuanschaffungen – ein Aspekt, der laut OTS-Aussagen zunehmend auch von IT- und Beschaffungsabteilungen im öffentlichen Sektor berücksichtigt wird.
Markt mit wachsender Aufmerksamkeit
Der Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen hat sich seit dem EuGH-Urteil von 2012 rechtlich etabliert und gewinnt zunehmend an Dynamik. Trotzdem ist vielen Unternehmen noch nicht bewusst, welche finanziellen Potenziale in ihren bestehenden Lizenzbeständen liegen. Ein genauer Blick in die eigenen IT-Inventare kann sich daher lohnen.
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