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AKH Wien als erstes Klinikum Österreichs zertifiziert

Universitätsklinikum erhält Diversity Management-Zertifikat nach TÜV AUSTRIA-Standard

5. März 2026 um 18:11
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Das AKH Wien setzt mit der ersten Diversity Management-Zertifizierung eines österreichischen Krankenhauses neue Maßstäbe in der Gesundheitsversorgung.

Das Universitätsklinikum AKH Wien schreibt österreichische Medizingeschichte: Als erstes Krankenhaus des Landes erhielt es das Zertifikat für das Diversity Management-System nach TÜV AUSTRIA-Standard und gemäß ÖNORM S 2501:2020. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur die Vielfalt der Belegschaft, sondern auch das systematische Management dieser Diversität zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Ein Spiegelbild der österreichischen Gesellschaft

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 76 Nationen arbeiten im AKH Wien und sprechen dabei 67 verschiedene Sprachen. Diese beeindruckende Vielfalt macht das Universitätsklinikum zu einem wahren Mikrokosmos der modernen Gesellschaft.

Die Altersstruktur zeigt ebenfalls eine ausgewogene Mischung: Über 4.000 Beschäftigte sind zwischen 40 und 65 Jahren alt, mehr als 2.800 gehören der Generation zwischen 20 und 40 Jahren an, und 49 junge Talente sind sogar unter 20 Jahre alt. Besonders bemerkenswert ist die Inklusion von 167 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit besonderen Bedürfnissen, die einen Behinderungsgrad von über 50 Prozent aufweisen.

Professionelle Vielfalt als Stärke

Die Diversität im AKH Wien beschränkt sich nicht nur auf kulturelle und demografische Aspekte. Das breite Spektrum an Berufsgruppen – vom Betriebspersonal über medizinische, therapeutische und diagnostische Gesundheitsberufe bis hin zum Pflegefachdienst, der Technik und der Verwaltung – macht die besondere Stärke des Hauses aus.

"Diversität im Arbeitskontext bedeutet Vielfalt von Berufs- und Lebenserfahrungen, Sichtweisen, Werten und Weltanschauungen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Kapital in ihr Arbeitsleben einbringen", erklärt die Klinikleitung. Diese Definition verdeutlicht, dass es sich nicht nur um statistische Zahlen handelt, sondern um gelebte Praxis mit konkretem Nutzen.

Systematischer Ansatz überzeugt Experten

Die Auditorin Eva Stockley zeigte sich von der Professionalität und berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit im AKH Wien beeindruckt. "Im AKH Wien wurde über Jahre hinweg konsequent an der Weiterentwicklung des Systems gearbeitet und nun ein äußerst ausgereiftes und beeindruckendes Konzept zur Erstzertifizierung präsentiert", so Stockley.

Das Universitätsklinikum habe sich damit "als erstes TÜV AUSTRIA-zertifiziertes Klinikum dieses wichtigen Themas angenommen" und zähle nun zu den Vorreitern in diesem Bereich.

Strategische Grundlagen für nachhaltiges Management

Der Erfolg basiert auf einem durchdachten strategischen Fundament. Als Basis wurde eine umfassende Diversitätspolitik erarbeitet, auf der die Diversitätsmanagement-Strategie aufbaut. Ein zentrales Instrument ist die Diversitätsmatrix, die systematisch aufzeigt, welche Maßnahmen das AKH Wien in Bezug auf die verschiedenen Kerndimensionen umsetzt.

Diese Kerndimensionen umfassen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Sexuelle Orientierung
  • Psychische und physische Fähigkeiten
  • Kultureller Hintergrund
  • Religion und Weltanschauung

Alle Initiativen stehen im Einklang mit dem Leitbild des AKH Wien. "Vielfalt leben" unterstreicht das klare Bekenntnis zur Ablehnung jeglicher Diskriminierung sowie der Überzeugung, Unterschiede als bereichernd wahrzunehmen.

Konkrete Auswirkungen auf die Patientenversorgung

Die Zertifizierung ist mehr als nur eine symbolische Auszeichnung. Herwig Wetzlinger, Direktor des Universitätsklinikums AKH Wien, betont die praktischen Vorteile: "Ein Diversitätsmanagement trägt nicht nur zur Sichtbarmachung von Vielfalt bei, es unterstützt auch bei der Optimierung der Qualität der Patientenversorgung, schafft ein positives Arbeitsklima und erhöht die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Patientinnen und Patienten."

Diese Aussage verdeutlicht den direkten Zusammenhang zwischen Diversitätsmanagement und Behandlungsqualität. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Altersgruppen und mit diversen Erfahrungshintergründen zusammenarbeiten, entstehen Synergien, die der Patientenversorgung zugutekommen.

Bedeutung für das österreichische Gesundheitswesen

Die Zertifizierung des AKH Wien setzt ein wichtiges Signal für das gesamte österreichische Gesundheitswesen. In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer vielfältiger wird, müssen auch die Institutionen des Gesundheitssystems diese Entwicklung widerspiegeln und aktiv gestalten.

Besonders in einem sensiblen Bereich wie der Gesundheitsversorgung ist es entscheidend, dass Patientinnen und Patienten auf Fachkräfte treffen, die ihre kulturellen Hintergründe verstehen, ihre Sprachen sprechen oder zumindest sensibel für unterschiedliche Bedürfnisse sind.

Vorbildfunktion für andere Einrichtungen

Als Vorreiter könnte das AKH Wien eine Welle ähnlicher Initiativen in anderen österreichischen Krankenhäusern auslösen. Die systematische Herangehensweise und die nun vorliegende Zertifizierung nach internationalem Standard bieten anderen Einrichtungen eine Orientierung für eigene Diversitätsmanagement-Programme.

Der Wiener Gesundheitsverbund, zu dem das AKH Wien gehört, demonstriert damit auch seine Rolle als innovativer Arbeitgeber im öffentlichen Sektor. In Zeiten des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen kann eine solche Auszeichnung auch bei der Rekrutierung und Bindung von Talenten helfen.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Wetzlinger dankte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, "die sich tagtäglich bewusst sind, wie wichtig es ist, auf unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen einzugehen und die jeweils beste Lösung für die gestellten Themen abzuwägen und zu finden."

Diese Worte verdeutlichen, dass Diversitätsmanagement kein einmaliges Projekt ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der das Engagement aller Beteiligten erfordert. Die Zertifizierung markiert somit nicht den Abschluss, sondern einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer noch inklusiveren und effektiveren Gesundheitsversorgung.

Ausblick und weitere Entwicklungen

Mit der erfolgreichen Zertifizierung hat das AKH Wien Standards gesetzt, die wahrscheinlich bald zum Branchenstandard werden könnten. Die ÖNORM S 2501:2020 und der TÜV AUSTRIA-Standard bieten anderen Gesundheitseinrichtungen einen klaren Rahmen für die Entwicklung eigener Diversitätsmanagement-Systeme.

Die Erfahrungen des AKH Wien zeigen, dass professionelles Diversitätsmanagement nicht nur eine ethische Verpflichtung darstellt, sondern auch wirtschaftliche und qualitative Vorteile bringt. In einer globalisierten Welt, in der medizinische Fachkräfte international rekrutiert werden und Patientinnen und Patienten aus verschiedensten Kulturkreisen stammen, wird diese Kompetenz zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Gesundheitswesen.

Schlagworte

#AKH Wien#Diversitätsmanagement#TÜV AUSTRIA#Gesundheitswesen#Zertifizierung#Krankenhaus#Wiener Gesundheitsverbund

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