Burgenland Energie realisiert eine der größten Dachflächen-Photovoltaikanlagen des Landes
Österreichs größter Gemüseproduzent setzt mit 2.300 kWp PV-Anlage auf Energieunabhängigkeit und nachhaltige Produktion.
Ein Leuchtturmprojekt der Energiewende wurde kürzlich im Burgenland offiziell eröffnet: Perlinger Gemüse, Österreichs größter Gemüseproduzent, hat gemeinsam mit der Burgenland Energie eine der größten Dachflächen-Photovoltaikanlagen des Bundeslandes in Betrieb genommen. Die beeindruckende Anlage mit über 5.000 Solarmodulen wird künftig mehr als die Hälfte des Energiebedarfs des Unternehmens decken.
Bei der feierlichen Eröffnung waren prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft anwesend: Landesrat Leonhard Schneemann, Bürgermeister Ernst Oroszlan, Gesellschafter Werner Perlinger sowie die Geschäftsführer Patrick und Lukas Haider von Perlinger Gemüse und Burgenland Energie CEO Stephan Sharma. Das Projekt steht exemplarisch für die burgenländische Strategie der Energieunabhängigkeit und zeigt, wie regionale Unternehmen aktiv zur Energiewende beitragen können.
"Die letzten Ereignisse und der Krieg im Nahen Osten haben uns wieder deutlich vor Augen geführt, wie verwundbar eine Gesellschaft ist, die von Energiequellen abhängig ist, die sie nicht selbst kontrollieren kann", betonte Landesrat Schneemann bei der Eröffnung. Das burgenländische Ziel sei daher klar definiert: "Energieunabhängige Betriebe in einem energieunabhängigen Burgenland."
Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich: Mit einer Leistung von 2.300 Kilowatt Peak (kWp) erzeugt die Anlage jährlich rund 2,2 Millionen Kilowattstunden sauberen Sonnenstrom. Besonders bemerkenswert ist der hohe Eigenverbrauchsanteil von 92 Prozent, was bedeutet, dass nahezu der gesamte produzierte Strom direkt vor Ort genutzt wird. Dies macht Perlinger Gemüse zu mehr als 50 Prozent energieunabhängig.
Die über 5.000 Photovoltaik-Module wurden auf den Dachflächen der Produktionshalle installiert und nutzen somit bereits vorhandene Infrastruktur optimal aus. Diese Lösung ist nicht nur flächeneffizient, sondern vermeidet auch Konflikte mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Freiflächen.
Für Perlinger Gemüse bringt die Investition in die Photovoltaikanlage mehrere entscheidende Vorteile: Neben der deutlichen Reduktion der Energiekosten schafft das Unternehmen planbare Energiepreise und macht sich unabhängiger von den Schwankungen am Energiemarkt. Diese Preisstabilität ist besonders in Zeiten volatiler Energiemärkte ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.
"Stillstand ist Rückschritt – das ist seit Jahrzehnten unser Firmenmotto", erklärte Gründer und Gesellschafter Werner Perlinger. "Deshalb haben wir uns gemeinsam mit Burgenland Energie entschieden, eine der größten Dachflächen-PV-Anlagen des Burgenlands zu errichten." Diese Philosophie der kontinuierlichen Weiterentwicklung spiegelt sich auch in der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens wider.
Burgenland Energie CEO Stephan Sharma sieht in dem Projekt eine strategische Antwort auf die aktuellen globalen Herausforderungen: "Es gibt nur eine Antwort auf die Energiekriege: Energieunabhängigkeit." Das Projekt zeige, wie Unternehmen durch eigene erneuerbare Energieproduktion nicht nur Kosten sparen, sondern auch ihre Versorgungssicherheit stärken können.
Das Unternehmen bietet anderen Betrieben ein "all-inklusive Sorglospaket Energieunabhängig" an, mit dem sich weitere Unternehmen ihre eigene erneuerbare Energieproduktion schaffen können. "Heimische Stromproduktion am Standort spart Energiekosten, schafft Marktpreis-Unabhängigkeit und schafft Wettbewerbsvorteile durch klimaneutrale Produkte", so Sharma weiter.
Das Projekt hat auch positive Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Bürgermeister Ernst Oroszlan hebt hervor: "Dieses Projekt steht für verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik – nachhaltig, stabil und mit klarem Mehrwert für Betriebe, Gemeinden und die gesamte Region." Die lokale Energieproduktion schafft Arbeitsplätze und hält die Wertschöpfung in der Region.
Durch die Kombination von grünem, heimischem Strom mit grünem, heimischem Gemüse entsteht ein nachhaltiges Gesamtkonzept, das den steigenden Anforderungen der Konsumenten an umweltfreundliche Produkte gerecht wird. Dies kann sich positiv auf die Vermarktung der Produkte auswirken und neue Marktchancen eröffnen.
Das Projekt von Perlinger Gemüse und Burgenland Energie fungiert als Blaupause für andere Unternehmen, die ebenfalls den Weg in die Energieunabhängigkeit einschlagen möchten. Die erfolgreiche Umsetzung zeigt, dass auch große Industriebetriebe ihren Energiebedarf zu einem erheblichen Teil aus erneuerbaren Quellen decken können.
Die hohe Eigenverbrauchsquote von 92 Prozent macht deutlich, dass die Anlage optimal auf den tatsächlichen Energiebedarf des Unternehmens abgestimmt wurde. Dies ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Wirtschaftlichkeit solcher Projekte und sollte bei der Planung ähnlicher Vorhaben berücksichtigt werden.
Mit der jährlichen Produktion von 2,2 Millionen Kilowattstunden sauberen Stroms leistet die Anlage einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz. Sie vermeidet erhebliche CO2-Emissionen und unterstützt die österreichischen und europäischen Klimaziele. Gleichzeitig demonstriert sie, wie Unternehmen durch eigene Initiative zur Energiewende beitragen können.
Das Burgenland positioniert sich mit solchen Projekten als Vorreiter bei der Umsetzung der Energiewende in Österreich. Die Kombination aus politischem Willen, unternehmerischer Initiative und technischer Expertise schafft die Grundlage für weitere erfolgreiche Projekte dieser Art.
Die Photovoltaikanlage bei Perlinger Gemüse ist mehr als nur ein technisches Projekt – sie ist ein Symbol für den Wandel hin zu einer nachhaltigen, regionalen und unabhängigen Energieversorgung, die gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein kann.