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Arbeitslosigkeit in NÖ steigt weiter stark an

55.327 Personen Ende Februar arbeitslos - Anstieg um 6 Prozent

3. März 2026 um 17:01
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Die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich steigt weiter deutlich an. Ende Februar waren 55.327 Personen arbeitslos gemeldet - ein Plus von 6 Prozent.

Die Arbeitsmarktsituation in Niederösterreich bleibt angespannt: Ende Februar 2026 waren 55.327 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Anstieg von 3.145 Personen oder 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Inklusive der Schulungsteilnehmer befanden sich sogar 66.055 Personen auf Jobsuche - ein Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beschäftigung geht zurück

Der Bestand an unselbständig Beschäftigten in Niederösterreich liegt Ende Februar bei geschätzten 640.000 Personen. Davon sind 292.000 Frauen (+0,1 Prozent) und 348.000 Männer (-0,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein rückläufiges Niveau von 0,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote erreichte in Niederösterreich 8,0 Prozent und liegt damit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Österreichweit beträgt die Quote 8,3 Prozent.

"Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vormonat setzt sich im Februar fort. Insbesondere im Bau sowie in der Warenherstellung ist eine kräftige Zunahme zu verzeichnen", erklärt AMS NÖ-Landesgeschäftsführerin Sandra Kern die aktuelle Entwicklung.

Besondere Herausforderung für ältere Frauen

Ein besonderes Problem zeigt sich bei älteren Frauen: Die schrittweise Erhöhung des Pensionsantrittsalters führt dazu, dass sich mehr ältere Frauen in Arbeitslosigkeit befinden. In der Altersgruppe ab 60 Jahren sind aktuell rund 1.343 Frauen betroffen - um 420 mehr als vor einem Jahr.

"Es ist essenziell, Frauen bis zum Pensionsantritt in Beschäftigung zu halten beziehungsweise beim Wiedereinstieg ins Berufsleben zu unterstützen", betont Kern. "Solange eine Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt nicht erreicht ist, werden wir im AMS Niederösterreich weiterhin mehr als die Hälfte des Budgets für aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen reservieren."

Anstieg in allen Altersgruppen

Die Arbeitslosigkeit hat sowohl bei Frauen (+8,3 Prozent beziehungsweise +1.738 Personen) als auch bei Männern (+4,5 Prozent beziehungsweise +1.407 Personen) zugenommen. Alle Altersgruppen sind vom Anstieg betroffen:

  • Ältere Personen ab 50 Jahre: +7,1 Prozent (+1.310 Personen)
  • Personen im Haupterwerbsalter: +5,2 Prozent (+1.458 Personen)
  • Jugendliche bis 24 Jahre: +7,1 Prozent (insgesamt 5.704 Personen)

Branchen unterschiedlich betroffen

Nach Branchen betrachtet zeigen sich deutliche Unterschiede in der Entwicklung. Überproportional starke Anstiege verzeichnen:

  • Warenherstellung: +11,8 Prozent (+600 Personen)
  • Gesundheits- und Sozialwesen: +11,7 Prozent (+159 Personen)
  • Öffentliche Verwaltung: +8,7 Prozent (+204 Personen)

Moderatere Anstiege gibt es in folgenden Bereichen:

  • Handel: +5,2 Prozent (+460 Personen)
  • Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: +5,1 Prozent (+401 Personen)
  • Beherbergung/Gastronomie: +0,1 Prozent (+4 Personen)

Land setzt auf Qualifizierung

Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz sieht trotz der schwierigen Lage auch positive Aspekte: "Zwar konnten im heurigen Jahr bereits 12.375 offene Stellen mit einer geeigneten Arbeitskraft besetzt werden, aber wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen."

Das Land Niederösterreich setzt dabei auf ein starkes Angebot an Qualifizierungs-, Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen, besonders für junge Menschen. "So werden Beschäftigte gezielt unterstützt, neue berufliche Wege einzuschlagen, ihre Fähigkeiten auszubauen und ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig zu verbessern", erklärt Rosenkranz.

Weniger offene Stellen verfügbar

Problematisch ist die Entwicklung bei den offenen Stellen: Aktuell sind 11.324 freie Stellen beim AMS gemeldet - das sind um 15,9 Prozent weniger als im Februar des Vorjahres. Am Lehrstellenmarkt zeigt sich mit insgesamt 1.001 offenen Lehrstellen ein Rückgang um 14,7 Prozent.

Beinahe alle Branchen verzeichnen Rückgänge bei den offenen Stellen. Besonders stark betroffen sind:

  • Öffentliche Verwaltung: -30,4 Prozent (-237 Stellen)
  • Handel: -14,5 Prozent (-335 Stellen)
  • Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: -13,2 Prozent (-428 Stellen)

Ausblick und Maßnahmen

"Der Schlüssel für einen adäquaten Arbeitsplatz ist und bleibt eine fundierte Aus- und Weiterbildung", betont Landesrätin Rosenkranz. Die gesamtwirtschaftliche Lage bleibt sehr angespannt, weshalb verstärkte Anstrengungen bei der Qualifizierung und Unterstützung von Arbeitsuchenden notwendig sind.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der bereits im Vormonat beobachtete Trend fortsetzt. Mit einem Plus von 6,5 Prozent im Jänner und nun 6,0 Prozent im Februar bestätigt sich die schwierige Arbeitsmarktsituation in Niederösterreich. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der gezielten Unterstützung von Frauen, älteren Arbeitnehmern und Jugendlichen, die von der aktuellen Entwicklung besonders betroffen sind.

Schlagworte

#Niederösterreich#Arbeitsmarkt#Arbeitslosigkeit#AMS#Wirtschaft

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