Fünf herausragende Beiträge zur Wissenschaftsvermittlung prämiert
Die Österreichische Forschungsgemeinschaft verleiht 2026 zum dritten Mal ihren Preis für Wissenschaftsjournalismus an fünf Preisträger:innen.
Die Österreichische Forschungsgemeinschaft (ÖFG) hat die Gewinner:innen ihres Preises für Wissenschaftsjournalismus 2026 bekanntgegeben. Der mit jeweils 3.000 Euro dotierte Preis wird zum dritten Mal in fünf verschiedenen Kategorien verliehen und würdigt herausragende Leistungen bei der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an die Öffentlichkeit.
Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Öffentlichkeit hat sich zu einer zentralen Aufgabe der sogenannten "Third Mission" entwickelt - sowohl für universitäre als auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Ohne verständliche Vermittlung besteht die Gefahr, dass Forschung als abgehoben und selbstzweckhaft wahrgenommen wird.
Besonders deutlich wurde die Bedeutung qualitätsvoller Wissenschaftskommunikation während der Corona-Pandemie. Die Krise führte vor Augen, wie wichtig es ist, sowohl Forschungsergebnisse als auch wissenschaftliche Methoden des Erkenntnisgewinns verständlich zu erklären. Gerade die Grundlagenforschung erschließt sich einer breiteren Öffentlichkeit ohne entsprechende Fachkenntnisse oft nur schwer und benötigt eine journalistische Übersetzungsleistung.
In fünf Kategorien wurden heuer besonders gelungene Beispiele des Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet:
Ursula Duplantier erhält die Auszeichnung für ihren Beitrag "Endometriose – Hoffnung auf neue Therapien", der auf arte ausgestrahlt wurde. Der Beitrag behandelt eine Erkrankung, die lange Zeit medizinisch unterrepräsentiert war und zeigt neue Therapieansätze auf.
Claudia Frick und Florian Freistetter werden für die Podcast-Episode "DK141 - Der zweite Österreichische Sachstandsbericht zum Klimawandel" im Format "das Klima" auf Podigee ausgezeichnet. Der Podcast macht komplexe Klimaforschung für Hörer:innen zugänglich.
Verena Mischitz erhält den Preis für ihre Arbeit "Klimakrise, Österreich Edition", die unter anderem auf YouTube veröffentlicht wurde. Die Reihe behandelt die spezifischen Auswirkungen des Klimawandels auf Österreich.
Andrew Müller wird für seinen Artikel "Insekten im Kopf" im Magazin "Reportagen" ausgezeichnet. Der Beitrag behandelt ein ungewöhnliches wissenschaftliches Thema auf zugängliche Weise.
Tanja Traxler erhält die Auszeichnung für ihren Artikel "Neues Experiment im weltgrößten Untergrundlabor soll Dunkle Materie finden" in "Der Standard". Der Beitrag macht hochkomplexe Teilchenphysik für Zeitungsleser:innen verständlich.
Guter Wissenschaftsjournalismus leistet einen entscheidenden Beitrag zur Akzeptanz von Forschung und zum Vertrauen in die Wissenschaft. In Zeiten von Desinformation und wissenschaftsskeptischen Tendenzen wird diese Vermittlungsarbeit noch wichtiger.
Die ausgezeichneten Beiträge zeigen die Vielfalt der modernen Wissenschaftskommunikation auf: Von traditionellen Printmedien über Fernsehen und Radio bis hin zu digitalen Formaten wie Podcasts und YouTube-Kanälen. Diese Medienvielfalt ermöglicht es, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen und wissenschaftliche Themen in verschiedenen Formaten aufzubereiten.
Die feierliche Verleihung des ÖFG-Preises für Wissenschaftsjournalismus 2026 findet am Freitag, den 17. April 2026, um 13.00 Uhr an der Diplomatischen Akademie in Wien statt. Der repräsentative Rahmen unterstreicht die Bedeutung, die der Wissenschaftskommunikation in Österreich beigemessen wird.
Die Österreichische Forschungsgemeinschaft würdigt mit diesem Preis nicht nur die Leistungen der einzelnen Journalist:innen, sondern setzt auch ein wichtiges Signal für die Bedeutung qualitätsvoller Wissenschaftskommunikation in der Gesellschaft.
Die ÖFG setzt sich als Dachorganisation für die Förderung der Forschung in Österreich ein. Mit dem Preis für Wissenschaftsjournalismus trägt sie dazu bei, die Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu stärken. Der Preis wird seit 2024 alle zwei Jahre verliehen und hat sich bereits als wichtige Auszeichnung im deutschsprachigen Raum etabliert.
Die diesjährigen Preisträger:innen zeigen exemplarisch, wie vielfältig und kreativ moderne Wissenschaftskommunikation sein kann. Sie machen deutlich, dass komplexe wissenschaftliche Themen durchaus für ein breites Publikum zugänglich gemacht werden können, ohne dabei an Präzision zu verlieren.