Zehn Milliarden Euro Investitionen bis 2030 für resiliente Energie- und Verkehrsnetze
Die Wiener Stadtwerke setzen sich in Brüssel für den Schutz kritischer Infrastrukturen ein und investieren zehn Milliarden Euro bis 2030.
Die Geschäftsführung der Wiener Stadtwerke war Anfang März zu hochrangigen Gesprächen in Brüssel, um über die Sicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen in Europa zu diskutieren. Generaldirektor Peter Weinelt und seine Stellvertreterin Monika Unterholzner trafen sich am 2. und 3. März mit Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und der österreichischen Vertretung.
Höhepunkt des Brüssel-Besuchs war eine Abendveranstaltung im Wien-Haus unter dem Titel "Strengthening Europe's Resilience: The Security of Critical Energy and Mobility Infrastructures". Die Wiener Stadtwerke präsentierten sich dabei als größter kommunaler Infrastruktur-Dienstleister Österreichs und als wichtiger Partner für eine resiliente und klimaneutrale EU.
"Wir tragen Verantwortung für die Versorgung von mehr als zwei Millionen Menschen. Die Resilienz unserer Energie- und Mobilitätsinfrastruktur ist die Grundlage für Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz", betonte Generaldirektor Peter Weinelt. Das Unternehmen plant bis 2030 Investitionen von rund zehn Milliarden Euro in Energieversorgung, Netze und öffentlichen Verkehr.
Diese Investitionssumme soll als klares Bekenntnis zu Versorgungssicherheit, Standortstärkung und Energiewende verstanden werden. Resilienz bedeute dabei nicht nur Schutz vor Ausfällen, sondern auch strategische Unabhängigkeit durch den Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähige Netze und flexible Kraftwerkskapazitäten.
Im Zentrum der Diskussionen standen neue Bedrohungen für kritische Infrastrukturen - von Cyberangriffen bis hin zu Drohnenattacken. Die Wiener Stadtwerke begrüßen die jüngsten europäischen Initiativen wie den Aktionsplan für Drohnen- und Drohnenabwehr sowie die Weiterentwicklung des europäischen Cyber-Sicherheitsrahmens.
"Resilienz braucht klare Zuständigkeiten, abgestimmte Reaktionsprozesse und verbindliche Standards. Gerade bei neuen Bedrohungen wie zum Beispiel Drohnen ist eine enge europäische Koordinierung entscheidend", erklärte Generaldirektorin-Stellvertreterin Monika Unterholzner.
Die Herausforderungen durch Drohnen sind vielfältig: Sie können nicht nur zur Spionage eingesetzt werden, sondern auch physische Schäden an wichtiger Infrastruktur verursachen. Kraftwerke, Umspannwerke, Bahnhöfe und andere kritische Einrichtungen sind potenzielle Ziele für solche Angriffe.
Auch im digitalen Bereich setzen sich die Wiener Stadtwerke für mehr europäische Souveränität ein. Vertrauenswürdige Cloud- und KI-Lösungen "Made in Europe" seien essenziell, um sensible Daten kritischer Infrastrukturen zu schützen und Abhängigkeiten von Drittstaaten zu reduzieren.
Beim geplanten "Cloud and AI Development Act" müsse den besonderen Anforderungen kritischer Infrastruktur Rechnung getragen werden. Dies ist besonders relevant, da Stadtwerke zunehmend auf digitale Technologien angewiesen sind - von der intelligenten Steuerung der Stromnetze bis hin zur Optimierung des öffentlichen Verkehrs.
Die Abhängigkeit von ausländischen Tech-Konzernen wird in Zeiten geopolitischer Spannungen als Sicherheitsrisiko betrachtet. Europäische Alternativen könnten nicht nur die Datensicherheit erhöhen, sondern auch die technologische Unabhängigkeit des Kontinents stärken.
Vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der EU sprachen sich die Wiener Stadtwerke für gezielte Investitionen in Energie-, Netz- und Verkehrsinfrastruktur aus. Programme wie die Connecting Europe Facility seien zentrale Hebel, um ein ganzheitliches europäisches Energie- und Verkehrsnetz resilient weiterzuentwickeln.
Die EU-Finanzierungsinstrumente spielen eine wichtige Rolle bei der Modernisierung und dem Ausbau grenzüberschreitender Infrastruktur. Für österreichische Unternehmen wie die Wiener Stadtwerke sind diese Programme oft entscheidend für die Finanzierung großer Investitionsprojekte.
Beim Abendempfang im Wien-Haus hielten MEP Javier Zarzalejos, Vorsitzender des LIBE-Ausschusses des Europäischen Parlaments, sowie Beate Gminder, Generaldirektorin der GD HOME der Europäischen Kommission, die Keynote-Reden.
Zarzalejos unterstrich: "Das Europäische Parlament unterstreicht mit seiner Arbeit, dass der Schutz und die Stärkung der Resilienz der kritischen Energie-, Mobilitäts- und digitalen Infrastrukturen Europas von entscheidender Bedeutung sind, um die Souveränität, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Union angesichts wachsender hybrider Bedrohungen zu gewährleisten."
Beate Gminder ergänzte: "Die Kommission hat im Februar einen sektorübergreifenden Aktionsplan zur Sicherheit von Drohnen und zur Drohnenabwehr vorgelegt. Ziel ist es, die Vorsorge der EU zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit öffentlicher Räume, kritischer Infrastrukturen, strategischer Stätten, hochkarätiger Veranstaltungen und Außengrenzen weiter zu stärken."
Die Wiener Stadtwerke positionieren sich mit ihrem Engagement in Brüssel als wichtiger Akteur in der europäischen Infrastruktur-Debatte. Als kommunales Unternehmen, das Strom, Gas, Fernwärme und öffentliche Verkehrsmittel für die österreichische Hauptstadt bereitstellt, haben sie eine besondere Perspektive auf die Herausforderungen urbaner Infrastruktur.
Mit über zwei Millionen versorgten Menschen gehören die Wiener Stadtwerke zu den größten Infrastruktur-Anbietern in Europa. Ihre Erfahrungen bei der Sicherung kritischer Infrastrukturen können als Modell für andere europäische Städte dienen.
Die Diskussionen in Brüssel zeigen, dass der Schutz kritischer Infrastrukturen zu einer zentralen Aufgabe der EU geworden ist. Die Kombination aus traditionellen Sicherheitsrisiken und neuen Bedrohungen wie Cyberangriffen oder Drohnen erfordert innovative Lösungsansätze.
Mit ihrem Brüssel-Besuch bekräftigen die Wiener Stadtwerke ihren Anspruch, die europäische Debatte aktiv mitzugestalten - als verlässlicher Partner für Energie, Mobilität und Sicherheit in Europa. Die geplanten Investitionen von zehn Milliarden Euro bis 2030 unterstreichen dabei das Engagement für eine resiliente und nachhaltige Infrastruktur.
Die Herausforderungen der kommenden Jahre - von der Energiewende bis zur Digitalisierung - erfordern koordinierte Anstrengungen auf europäischer Ebene. Die Wiener Stadtwerke zeigen mit ihrem proaktiven Engagement, wie kommunale Unternehmen zu dieser wichtigen Aufgabe beitragen können.