Während Spaziergänger die ersten warmen Frühlingstage genießen, beginnt in Österreichs Wäldern ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Österreichischen Bundesforste starten ihre größte Aufforstungsaktion ...
Während Spaziergänger die ersten warmen Frühlingstage genießen, beginnt in Österreichs Wäldern ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Österreichischen Bundesforste starten ihre Pflanzsaison: 1,5 Millionen Jungbäume werden in den kommenden Monaten gepflanzt. Am 21. März, dem Internationalen Tag des Waldes, fiel der symbolische Startschuss.
Die Aufforstungsoffensive steht unter dem Motto "Wald der Zukunft". Auf knapp 800 Hektar werden neue Bäume gepflanzt. Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz bei den Österreichischen Bundesforsten, sagt: "Wir müssen Baumarten fördern, die sowohl heute als auch in 100 Jahren mit den klimatischen Bedingungen zurechtkommen."
Mit gezielten Aufforstungen treiben die Bundesforste den Waldumbau hin zu artenreichen und klimafitten Mischwäldern weiter voran. Der Begriff Mischwälder beschreibt Waldbestände, in denen verschiedene Baumarten gemeinsam wachsen.
Mehr als die Hälfte aller gepflanzten Jungbäume – rund 810.000 Stück – sind Lärchen. Der Anteil der Fichte liegt bei etwa einem Viertel. Zudem stehen rund 100.000 Tannen auf dem Pflanzplan. Bei den Laubbäumen setzen die Bundesforste vor allem auf Eiche – mit rund 75.000 Jungbäumen – sowie auf Ahorn mit etwa 25.000 Exemplaren. Insgesamt pflanzen die Bundesforste heuer rund 40 verschiedene Baumarten.
Oberösterreich ist mit rund 365.000 Jungbäumen ein zentraler Schwerpunkt der Aufforstungsarbeiten. Gepflanzt wird vor allem rund um das Steyrtal – in den Forstrevieren Reichraming und Breitenau sowie in den Wäldern östlich des Attersees. In Salzburg setzen die Bundesforste rund 320.000 junge Bäume. Die Pflanzungen konzentrieren sich auf Wälder rund um Saalfelden, im Kleinarltal sowie im Raum Tamsweg. In der Steiermark werden rund 250.000 Jungbäume insbesondere in den Wäldern bei Gußwerk und Mariazell gepflanzt. In Niederösterreich kommen knapp 260.000 neue Bäume hinzu, die Maßnahmen konzentrieren sich auf den südlichen Landesteil sowie auf das Waldviertel. In Tirol sind rund 155.000 Jungbäume geplant, in Kärnten rund 115.000.
Hohe Temperaturen und Trockenheit schaffen günstige Lebensbedingungen für den Borkenkäfer: Der Käfer kann mehrere Generationen pro Jahr entwickeln und dringt zunehmend in höhere Lagen bis nahe der Baumgrenze vor. Frühzeitige Vorsorge gilt als wichtigste Maßnahme im Kampf gegen den Schädling. Dazu werden Monitoring- und Lockstofffallen aufgestellt sowie die Wälder gezielt auf Stehendbefall kontrolliert. "Entscheidend ist eine rasche Reaktion – befallene Bäume müssen frühzeitig erkannt und rasch aus dem Wald gebracht werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern", betont ÖBf-Vorstand Andreas Gruber. Allein für die Borkenkäferbekämpfung sehen die Bundesforste im heurigen Jahr rund 7 Millionen Euro vor.
In den letzten fünf Jahren haben die Bundesforste über 70 Millionen Euro in den Waldbau investiert. "Für 2026 planen wir in Summe mehr als 17 Millionen Euro", so ÖBf-Vorstandssprecher Georg Schöppl.
Die Rahmenbedingungen für die Pflanzsaison sind derzeit grundsätzlich günstig. Während die Wintermonate Dezember und Jänner deutlich zu trocken ausfielen, brachten die überdurchschnittlichen Niederschläge im Februar eine spürbare Entlastung für die Waldböden. Entscheidend werden nun die kommenden Wochen sein. "Während sich viele über warme und sonnige Frühlingstage freuen, hoffen wir aus forstlicher Sicht vor allem auf weiteren Niederschlag", sagt Schöppl. "Ausreichend Wasser im Boden ist die Voraussetzung dafür, dass die jungen Bäume gut anwachsen können."
Grundsätzlich bevorzugen die Bundesforste die natürliche Verjüngung des Waldes. Nach größeren Schadereignissen wie Stürmen oder Borkenkäferbefall braucht es jedoch gezielte Aufforstungen, damit sich die Wälder rascher erholen und sich offene Flächen wieder schließen, erklärt Andreas Gruber.
Pressefotos unter www.bundesforste.at