Großeinsatz in sieben Bundesländern - Nur Kärnten und Vorarlberg verschont
Über 1.300 Feuerwehren sind österreichweit im Schneeeinsatz. Umgestürzte Bäume, blockierte Straßen und Stromausfälle fordern die Einsatzkräfte.
Österreichs Feuerwehren stehen vor einer ihrer größten Herausforderungen des Winters: Seit den Nachtstunden sind über 13.000 Feuerwehrmitglieder in sieben Bundesländern im Kampf gegen die Schneemassen im Einsatz. Mehr als 1.300 der insgesamt rund 4.800 Feuerwehren des Landes wurden zur Bewältigung der wetterbedingten Notlagen alarmiert.
Der schwere und nasse Schnee hat österreichweit zu zahlreichen Problemen geführt. Besonders betroffen sind dabei die Verkehrswege: Umgeknickte Bäume blockieren Straßen und machen diese unpassierbar. PKWs und LKWs bleiben aufgrund des anhaltenden Schneefalls liegen, was zu einer Vielzahl von Verkehrsunfällen führt.
"Die Situation ist herausfordernd, aber unsere Feuerwehren sind bestens vorbereitet und leisten hervorragende Arbeit", erklärt der Österreichische Bundesfeuerwehrverband. Die Einsatzkräfte arbeiten rund um die Uhr daran, die Verkehrswege freizuhalten und Menschen in Not zu helfen.
Neben den Verkehrsproblemen führen die Schneemassen auch zu Problemen in der Energieversorgung. In manchen Regionen ist die Stromversorgung eingeschränkt oder vollständig unterbrochen. Die schweren Schneemassen auf Stromleitungen und umstürzende Bäume, die in die Leitungen fallen, sind die Hauptursachen für diese Ausfälle.
Die Energieversorger arbeiten eng mit den Feuerwehren zusammen, um die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Dabei müssen jedoch zunächst die Sicherheitsmaßnahmen getroffen und die Gefahrenstellen beseitigt werden.
Die Notrufzentralen in den betroffenen Bundesländern verzeichnen eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Notrufen. Hunderte von Hilfeersuchen gehen kontinuierlich ein, was die Einsatzleitstellen vor logistische Herausforderungen stellt. Die Prioritäten müssen laufend neu bewertet werden, um lebensbedrohliche Situationen zuerst abzuarbeiten.
"Die Aufarbeitung aller Einsätze wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen", bestätigt der Bundesfeuerwehrverband. Die Einsatzkräfte bitten die Bevölkerung um Verständnis, wenn nicht alle Hilfeersuchen sofort bearbeitet werden können.
Während sieben Bundesländer von den Schneemassen betroffen sind, blieben Kärnten und Vorarlberg von größeren wetterbedingten Einsätzen verschont. Dies ermöglicht es, bei Bedarf Unterstützungskräfte aus diesen Regionen zu entsenden.
Die geografische Verteilung der Einsätze zeigt deutlich, wie unterschiedlich sich Wetterereignisse in Österreich auswirken können. Während in manchen Gebieten Ruhe herrscht, kämpfen die Einsatzkräfte in anderen Regionen gegen die Naturgewalten.
Der schwere und nasse Schnee stellt besondere Anforderungen an die Feuerwehren. Im Gegensatz zu leichtem Pulverschnee ist diese Art von Schnee deutlich schwerer und kann erhebliche Schäden an Bäumen, Gebäuden und Infrastruktur verursachen.
Die Einsatzkräfte müssen bei ihrer Arbeit besonders vorsichtig sein, da die Schneelast auf Bäumen und Gebäuden unberechenbar sein kann. Zusätzlich erschweren die anhaltenden Schneefälle die Sicht und die Anfahrt zu den Einsatzorten.
Für die Bewältigung der Schneeeinsätze kommen verschiedene Spezialgeräte zum Einsatz:
Die Schneefälle haben erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bevölkerung. Viele Straßen sind nur eingeschränkt befahrbar, was zu Verzögerungen im Berufsverkehr führt. Schulbusse können teilweise nicht fahren, weshalb in manchen Gebieten der Schulunterricht ausfällt.
Auch der öffentliche Verkehr ist betroffen. Busse und Bahnen fahren teilweise mit Verspätungen oder fallen ganz aus. Die Verkehrsbetriebe arbeiten eng mit den Feuerwehren zusammen, um die wichtigsten Verbindungen aufrechtzuerhalten.
Die Feuerwehren bitten die Bevölkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden und bei Notfällen den Notruf 122 zu wählen. Gleichzeitig werden die Bürger aufgerufen, nur bei echten Notfällen anzurufen, um die Leitungen nicht zu überlasten.
Für ältere oder hilfsbedürftige Personen organisieren viele Gemeinden Nachbarschaftshilfe. Freiwillige helfen beim Schneeschaufeln oder bei Besorgungen, wenn die regulären Dienste nicht erreichbar sind.
Die Wetterprognosen zeigen, dass die Schneefälle in den kommenden Stunden nachlassen sollen. Dennoch wird die Aufräumarbeit noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Feuerwehren bereiten sich darauf vor, auch in den nächsten Tagen verstärkt im Einsatz zu sein.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Stabilität von Bäumen und Gebäuden, die durch die Schneelast geschwächt sein könnten. Auch wenn der Neuschnee aufhört, können noch nachträglich Schäden auftreten.
Der Großeinsatz zeigt einmal mehr die Professionalität und den Einsatzwillen der österreichischen Feuerwehren. Über 13.000 Feuerwehrmitglieder stehen bereit, um ihren Mitbürgern zu helfen - ein beeindruckendes Beispiel für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft.
Die meisten dieser Einsatzkräfte sind Freiwillige, die ihre Freizeit opfern, um anderen zu helfen. Ihr Engagement verdient höchste Anerkennung und Dankbarkeit der gesamten Bevölkerung.
Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband koordiniert die Einsätze und steht für weitere Informationen zur Verfügung. Die Situation wird kontinuierlich überwacht und bei Bedarf werden zusätzliche Kräfte alarmiert.