Am 1. Dezember 2025 fand in St. Pölten die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich statt. In einer Zeit, die von internationaler Unsicherheit und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist, betonte Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreic
Am 1. Dezember 2025 fand in St. Pölten die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich statt. In einer Zeit, die von internationaler Unsicherheit und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt ist, betonte Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, die unentbehrliche Rolle einer stabilen europäischen Agrarpolitik. Diese ist entscheidend, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, die nicht von selbst entsteht, sondern das Resultat klarer Regeln und fairer Rahmenbedingungen ist.
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union steht vor einer entscheidenden Phase. Mit den Vereinfachungspaketen für 2024 und 2025 wurden erste Schritte unternommen, um die Bürokratie zu reduzieren. Schmuckenschlager betont jedoch, dass Vereinfachungen nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag der bäuerlichen Betriebe spürbar sein müssen. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich fordert eine Fortsetzung dieser Bemühungen, um die Praxistauglichkeit zu erhöhen.
Der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission für den Mehrjährigen Finanzrahmen stößt auf Widerstand. Der sogenannte „Single Fund“, der ohne klare Zweckbindung und mit gekürzten GAP-Mitteln auskommt, wird abgelehnt. Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter, betont die Notwendigkeit fairer Bedingungen und einer gerechten finanziellen Abgeltung für die Landwirte, die das ganze Jahr über hart arbeiten, um die Lebensmittelversorgung zu sichern.
Der Marktfruchtbau in Niederösterreich steht vor erheblichen Herausforderungen. Trotz guter Ernten sind die Märkte aufgrund schwacher Nachfrage angespannt, während die Produktionskosten steigen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, hat die Landwirtschaftskammer einen Strategieprozess initiiert, der Vorschläge aus verschiedenen Produktionsregionen bündelt, um ein Maßnahmenprogramm für die kommenden Jahre zu entwickeln.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass die österreichische Landwirtschaft vor ähnlichen Herausforderungen steht. Während Deutschland ebenfalls mit steigenden Produktionskosten zu kämpfen hat, hat die Schweiz durch ihre spezifische Agrarpolitik einen anderen Ansatz verfolgt, um ihre Landwirte zu unterstützen. Diese Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit einer auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmten Agrarpolitik.
Die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft hängt stark von den politischen Entscheidungen auf EU-Ebene ab. Eine stabile und verlässliche Agrarpolitik ist entscheidend für die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der bäuerlichen Betriebe. Die Landwirtschaftskammer fordert daher eine Fortführung der steuerlichen Entlastungen über 2025 hinaus, um den Betrieben Planungssicherheit zu geben.
Die Debatte über die Zukunft der Landwirtschaft in Österreich ist in vollem Gange. Es liegt an der Politik, die richtigen Weichen zu stellen, um die Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe zu gewährleisten. Die Bürger sind aufgerufen, sich aktiv in die Diskussion einzubringen und heimische Produkte zu unterstützen, um die regionale Wirtschaft zu stärken.