Am 7. November 2025 berichtet die Acredia Versicherung AG über die dramatischen Veränderungen im globalen Handel. Seit 2024 haben sich die Zölle fast verdoppelt, was erhebliche Auswirkungen auf Österreichs Wirtschaft hat. Diese Entwicklungen sind nicht nur von nationaler, sondern auch von internatio
Am 7. November 2025 berichtet die Acredia Versicherung AG über die dramatischen Veränderungen im globalen Handel. Seit 2024 haben sich die Zölle fast verdoppelt, was erhebliche Auswirkungen auf Österreichs Wirtschaft hat. Diese Entwicklungen sind nicht nur von nationaler, sondern auch von internationaler Bedeutung. Die österreichische Wirtschaft steht vor neuen Herausforderungen und Chancen, die es zu nutzen gilt.
Die Zahl der neuen Zölle ist von 179 im Jahr 2024 auf 309 bis Oktober 2025 gestiegen. Diese Handelsbeschränkungen haben das Welthandelsvolumen erheblich beeinflusst, wobei rund 20 % der globalen Importe betroffen sind. Dies entspricht einem Wert von 2,7 Billionen US-Dollar. Diese Entwicklung stellt eine der größten Herausforderungen für die internationale Wirtschaft dar.
Zölle sind Steuern, die auf importierte Waren erhoben werden. Sie dienen dazu, die heimische Wirtschaft zu schützen und Einnahmen für den Staat zu generieren. In den letzten Jahren haben Zölle jedoch an Bedeutung gewonnen, um geopolitische Ziele zu verfolgen und Handelsungleichgewichte zu korrigieren.
Historisch gesehen wurden Zölle bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt, um nationale Industrien zu fördern. Mit der Globalisierung und der Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) in den 1990er Jahren sanken die Zölle weltweit. In den letzten Jahren hat sich dieser Trend jedoch umgekehrt, da Länder zunehmend protektionistische Maßnahmen ergreifen.
Im Vergleich zu Österreich sind die Auswirkungen der Zölle in Deutschland und der Schweiz ähnlich, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während Deutschland stark von den Zöllen auf Automobilprodukte betroffen ist, spürt die Schweiz die Auswirkungen vor allem im Pharmasektor. In beiden Ländern wird jedoch, ähnlich wie in Österreich, die Diversifizierung der Lieferketten forciert.
Mit der zunehmenden geopolitischen Unsicherheit gewinnt das Konzept des Friendshoring an Bedeutung. Dabei verlagern Unternehmen Produktion und Handel in politisch stabile und geografisch nahe Regionen. Europa und insbesondere Österreich profitieren von dieser Entwicklung. Die zentrale Lage Österreichs zwischen Mittel-, Ost- und Südosteuropa bietet der heimischen Wirtschaft strategische Vorteile.
Für die österreichischen Bürger bedeutet dies, dass lokale Unternehmen verstärkt auf regionale Partner setzen. Dies kann zu stabileren Arbeitsplätzen und einer widerstandsfähigeren Wirtschaft führen. Ein Beispiel ist die Automobilindustrie, die durch regionale Produktionsnetzwerke unabhängiger von globalen Lieferketten wird.
Die Studie von ACREDIA zeigt, dass das globale Handelswachstum 2025 mit +2 % deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Für die Jahre 2026 und 2027 wird ein Wachstum von nur +0,6 % bzw. +1,8 % erwartet. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit für österreichische Unternehmen, sich strategisch anzupassen.
Der Klimawandel stellt ein weiteres Risiko dar. Niedrigwasser und Extremwetter beeinträchtigen zentrale Transportwege wie den Suez- und Panamakanal sowie die Binnenflüsse Rhein und Donau. Diese Entwicklungen erhöhen den Druck auf die Logistik und machen internationale Handelsrouten anfälliger für Störungen.
Gleichzeitig verschiebt sich das globale Zentrum des Handels. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam und Malaysia führen das Allianz-Trade-Ranking der zukünftigen globalen Drehkreuze an. Diese Länder profitieren von moderner Hafeninfrastruktur und wachsender Exportdynamik.
Für Österreichs Exportwirtschaft bedeutet dies, dass neue Märkte entstehen und globale Routen sich verändern. Unternehmen, die frühzeitig auf regionale Partner und abgesicherte Zahlungsstrukturen setzen, sind langfristig widerstandsfähiger. Risikomanagement wird zu einem zentralen Bestandteil nachhaltiger Wachstumsstrategien.
Die österreichische Wirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen ebenso. Unternehmen, die sich anpassen und strategisch aufstellen, können von den Veränderungen profitieren. Die vollständige Studie zum Welthandel bietet weitere Einblicke und ist online verfügbar.