Am 20. Januar 2026 wurde in Linz eine bahnbrechende Entdeckung präsentiert, die die wissenschaftliche Welt in Staunen versetzt. Die Johannes Kepler Universität Linz, in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, hat herausgefunden, dass Zikaden über einzigartige Sinnesorgane verfügen, die elektris
Am 20. Januar 2026 wurde in Linz eine bahnbrechende Entdeckung präsentiert, die die wissenschaftliche Welt in Staunen versetzt. Die Johannes Kepler Universität Linz, in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, hat herausgefunden, dass Zikaden über einzigartige Sinnesorgane verfügen, die elektrische Felder wahrnehmen können. Diese Entdeckung könnte weitreichende Auswirkungen auf unser Verständnis von Insekten und ihren Überlebensstrategien haben.
Zikaden, oft verkannt und übersehen, sind bemerkenswerte Insekten, die seit Millionen von Jahren existieren. Ihre Fähigkeit, elektrische Felder zu spüren, könnte ein entscheidender evolutionärer Vorteil sein. Diese Sinnesorgane, bekannt als Sensory Pits, sind auf den Körpern der Zikaden angeordnet und reagieren empfindlich auf elektrische Reize. Univ.-Prof. Werner Baumgartner von der JKU beschreibt die Empfindlichkeit dieser Organe als außergewöhnlich, da sie bereits auf Feldstärken von 1 Kilovolt pro Meter reagieren können.
Die Forschung an den Sinnesorganen der Zikaden begann vor über zwei Jahrzehnten. Prof. Baumgartner und sein Team haben lange gerätselt, warum diese Organe existieren. Die Entdeckung, dass Zikaden elektrische Felder wahrnehmen können, öffnet neue Türen für die Erforschung der Evolution und Biologie dieser Insekten. Seit der Kreidezeit, also über 145 Millionen Jahre, hat sich dieser Sinn bewährt und könnte entscheidend für das Überleben der Zikaden sein.
Die Forschung an Insekten und ihren Fähigkeiten ist ein globales Phänomen. Während in Österreich die JKU eine Vorreiterrolle einnimmt, gibt es auch in Deutschland und der Schweiz bedeutende Forschungsprojekte. Die RWTH Aachen und das Leibnitz-Institut für Evolution und Biodiversitätsforschung sind ebenfalls an der aktuellen Studie beteiligt. Diese internationale Zusammenarbeit zeigt, wie wichtig der Austausch von Wissen und Ressourcen ist, um solche bahnbrechenden Entdeckungen zu ermöglichen.
Die Entdeckung der elektrischen Wahrnehmung bei Zikaden hat nicht nur wissenschaftliche Bedeutung, sondern könnte auch praktische Anwendungen haben. Beispielsweise könnte das Verständnis dieser natürlichen Sensoren zur Entwicklung neuer Technologien führen, die in der Umweltüberwachung oder in der Robotik eingesetzt werden. Zudem könnte die Erkenntnis, dass Insekten elektrische Felder nutzen, um miteinander zu kommunizieren oder Nahrung zu finden, neue Perspektiven auf die Interaktion zwischen Pflanzen und Insekten eröffnen.
Die Studie, die im Journal of Comparative Physiology veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Sensory Pits der Zikaden auf elektrische Reize reagieren, indem sie neuronale Signale auslösen. Diese Reaktion ist umso stärker, je schneller sich das elektrische Feld ändert. Diese Fähigkeit könnte den Zikaden helfen, sich vor Raubtieren zu schützen oder Partner zu finden.
Die Entdeckung der Sensory Pits und ihrer Funktion eröffnet neue Forschungsfelder. Wissenschaftler könnten untersuchen, ob andere Insekten ähnliche Fähigkeiten besitzen und wie diese genutzt werden können. Auch die Entwicklung von bioinspirierten Technologien, die auf den Prinzipien der elektrischen Wahrnehmung basieren, könnte vorangetrieben werden. Die JKU plant bereits weitere Studien, um das volle Potenzial dieser Entdeckung auszuschöpfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Forschungsergebnisse der JKU Linz nicht nur unser Verständnis von Zikaden erweitern, sondern auch neue Wege für die Wissenschaft und Technologie eröffnen. Es bleibt spannend zu beobachten, welche weiteren Entdeckungen auf diesem Gebiet gemacht werden.