Am 3. Dezember 2025 veröffentlichte der WWF Österreich eine scharfe Kritik an den geplanten Änderungen des Salzburger Jagdgesetzes. Diese Änderungen, die von der Landesregierung vorgeschlagen wurden, ermöglichen eine Ausweitung der Nachtjagd und den Einsatz von Nachtsichtgeräten gegen geschützte Art
Am 3. Dezember 2025 veröffentlichte der WWF Österreich eine scharfe Kritik an den geplanten Änderungen des Salzburger Jagdgesetzes. Diese Änderungen, die von der Landesregierung vorgeschlagen wurden, ermöglichen eine Ausweitung der Nachtjagd und den Einsatz von Nachtsichtgeräten gegen geschützte Arten wie Biber, Wolf und Goldschakal. Laut WWF-Experte Christian Pichler verstößt dieser Ansatz gegen EU-Recht und gefährdet zahlreiche Tiere.
Das Salzburger Jagdgesetz soll dahingehend geändert werden, dass die Nachtjagd mit elektronischen Bildverstärkern und Wärmebildgeräten erlaubt wird. Diese Geräte, auch als Nachtsichtgeräte bekannt, ermöglichen es Jägern, Tiere in der Dunkelheit zu erkennen und zu erlegen. Während diese Technologie in der Jagd allgemein verwendet wird, ist ihr Einsatz bei geschützten Arten hoch umstritten. Die FFH-Richtlinie der Europäischen Union verbietet nichtselektive Fang- und Tötungsmethoden, um Verwechslungen und unabsichtliche Tötungen zu verhindern.
Die Jagdgesetze in Österreich haben sich über die Jahre erheblich entwickelt. Ursprünglich waren sie auf den Schutz von Wildbeständen und die Regulierung der Jagdaktivitäten fokussiert. Mit dem Beitritt zur Europäischen Union mussten diese Gesetze jedoch an die strengen EU-Vorschriften angepasst werden, die einen stärkeren Schutz für bedrohte Arten vorsehen. Die aktuellen Pläne der Salzburger Landesregierung stehen im Widerspruch zu diesen Bemühungen, die Artenvielfalt zu schützen.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass ähnliche Maßnahmen in der Schweiz bereits zu tragischen Vorfällen geführt haben. Ein Wildhüter erschoss drei seltene Luchse, da er sie mit anderen Wildtieren verwechselte. In Deutschland und Österreich sind Jagdpraktiken strenger reguliert, um solche Fehler zu vermeiden. Auch die Schweiz hat daraufhin ihre Regelungen überarbeitet, um den Schutz gefährdeter Arten zu gewährleisten.
Die geplanten Änderungen könnten weitreichende Auswirkungen auf die Bevölkerung haben. Einerseits könnte die erhöhte Jagdaktivität in der Nacht zu einer Störung der Nachtruhe führen. Andererseits besteht die Gefahr, dass geschützte Arten, die auch für den Tourismus von Bedeutung sind, dezimiert werden. Ein Beispiel ist der Biber, der durch seine Aktivitäten Flusslandschaften formt und so zur Biodiversität beiträgt. Ein Rückgang dieser Art könnte das ökologische Gleichgewicht stören und langfristige Auswirkungen auf die Umwelt haben.
Der WWF weist darauf hin, dass in den letzten Jahren die Populationen von Bibern und Wölfen in Österreich stabil geblieben sind. Diese Stabilität könnte durch die geplante Gesetzesänderung gefährdet werden. Eine Studie des Bundesumweltministeriums zeigt, dass nichtselektive Jagdmethoden in 20% der Fälle zu unbeabsichtigten Tötungen führen, was die Gefährdung der Artenvielfalt weiter erhöht.
Experten sind sich einig, dass die Zukunft des Artenschutzes in einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Behörden, Naturschutzorganisationen und der Bevölkerung liegt. Der WWF fordert daher nicht nur die Rücknahme der Gesetzesänderung, sondern auch eine umfassende Überarbeitung der Jagdregeln, um den Schutz gefährdeter Arten zu stärken. Langfristig könnte dies dazu führen, dass Österreich eine Vorreiterrolle im europäischen Artenschutz einnimmt.
Die geplante Novelle des Salzburger Jagdgesetzes hat eine hitzige Debatte ausgelöst. Während die Landesregierung auf die Notwendigkeit einer Regulierung der Wildbestände hinweist, betont der WWF die Gefahren für geschützte Arten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Landesregierung den Forderungen des WWF nachkommt. Bis dahin bleibt die Frage offen, wie Österreich den Spagat zwischen Naturschutz und Jagdinteressen meistern wird.
Für weitere Informationen besuchen Sie die offizielle Pressemitteilung des WWF.