Am 20. November 2025, im Vorfeld der 20. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die vom 24. November bis 5. Dezember in Samarkand, Usbekistan stattfindet, hat der WWF Österreich einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Die Organisation fo
Am 20. November 2025, im Vorfeld der 20. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die vom 24. November bis 5. Dezember in Samarkand, Usbekistan stattfindet, hat der WWF Österreich einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft gerichtet. Die Organisation fordert eine strikte Regulierung des Handels mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, um den dramatischen Verlust der Biodiversität zu stoppen. Besonders im Fokus stehen Haie und Rochen, deren Bestände durch Überfischung stark dezimiert wurden.
Die CITES-Konferenz, die seit ihrer Gründung im Jahr 1975 regelmäßig stattfindet, ist eine der wichtigsten globalen Plattformen für den Artenschutz. Sie bringt Vertreter aus über 180 Ländern zusammen, um Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Arten zu diskutieren und zu beschließen. Die diesjährige Konferenz in Samarkand ist besonders bedeutsam, da sie mit einer Rekordzahl von 51 Schutzanträgen konfrontiert ist, die den Schutz von über 230 Arten betreffen.
Seit der Gründung von CITES hat sich das internationale Verständnis für die Notwendigkeit des Artenschutzes erheblich weiterentwickelt. In den 1970er Jahren lag der Fokus vor allem auf ikonischen Arten wie Elefanten und Nashörnern. Heute ist das Spektrum viel breiter und umfasst auch weniger bekannte, aber ebenso bedrohte Arten wie Haie und Rochen. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmende Erkenntnis wider, dass der Verlust der Biodiversität weitreichende Auswirkungen auf Ökosysteme und letztlich auch auf menschliche Lebensgrundlagen hat.
Österreich ist nicht allein in seinen Bemühungen um den Artenschutz. In Deutschland und der Schweiz gibt es ebenfalls strenge Regularien, die den Handel mit bedrohten Arten einschränken. Deutschland hat beispielsweise ein umfassendes Monitoring-System etabliert, um den illegalen Handel zu unterbinden. Die Schweiz wiederum spielt eine aktive Rolle in internationalen Verhandlungen und setzt sich für strikte Handelsbeschränkungen ein. Beide Länder zeigen, dass effektiver Artenschutz nicht nur durch nationale Maßnahmen, sondern auch durch internationale Kooperation erreicht werden kann.
Ein Handelsverbot für bedrohte Arten hätte weitreichende Auswirkungen, nicht nur auf die betroffenen Ökosysteme, sondern auch auf die lokale Bevölkerung. In vielen Regionen der Welt, darunter auch in Österreich, sind Fischerei und Landwirtschaft wichtige Einkommensquellen. Ein Handelsverbot könnte kurzfristig wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen, langfristig jedoch die Bestände der bedrohten Arten stabilisieren und so eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen ermöglichen. Ein Beispiel ist der Weißspitzen-Hochseehai, dessen Bestände durch kommerzielle Fischerei stark dezimiert wurden. Ein Handelsverbot könnte den Druck auf diese Art erheblich mindern.
Laut einer Studie der International Union for Conservation of Nature (IUCN) sind derzeit mehr als 37.400 Arten vom Aussterben bedroht. Haie und Rochen machen einen erheblichen Teil dieser Zahl aus, wobei über 450 Arten als gefährdet eingestuft sind. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, mit der die internationale Gemeinschaft handeln muss, um den Verlust der Biodiversität zu stoppen.
Die Zukunft des Artenschutzes hängt maßgeblich von den Entscheidungen ab, die auf Konferenzen wie CITES getroffen werden. Experten sind sich einig, dass ein umfassendes Handelsverbot für bedrohte Arten ein wichtiger Schritt wäre, um den Rückgang der Biodiversität zu stoppen. Langfristig könnte dies dazu führen, dass sich die Bestände erholen und die Artenvielfalt stabilisiert wird. Dies wäre nicht nur ein Gewinn für die Umwelt, sondern auch für die Menschen, die von gesunden Ökosystemen abhängen.
Die bevorstehende CITES-Konferenz bietet eine entscheidende Gelegenheit, um den Schutz gefährdeter Arten zu stärken und den internationalen Handel mit ihnen strenger zu regulieren. Der WWF Österreich hat mit seinem Appell einen wichtigen Beitrag geleistet, um das Bewusstsein für die Dringlichkeit dieser Maßnahmen zu schärfen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verhandlungen in Samarkand konkrete Fortschritte bringen werden, um den Raubbau an der Natur zu stoppen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der WWF-Website.