Am 29. Januar 2026 feiert der WWF Österreich einen bedeutenden Erfolg: Die Auswilderung von 18 Wisenten in Aserbaidschan, darunter die Tiroler Wisent-Kuh Ina aus dem Innsbrucker Alpenzoo. Diese Aktion ist Teil eines langfristigen Projekts zur Wiederansiedlung der majestätischen Tiere im Kaukasus, wo
Am 29. Januar 2026 feiert der WWF Österreich einen bedeutenden Erfolg: Die Auswilderung von 18 Wisenten in Aserbaidschan, darunter die Tiroler Wisent-Kuh Ina aus dem Innsbrucker Alpenzoo. Diese Aktion ist Teil eines langfristigen Projekts zur Wiederansiedlung der majestätischen Tiere im Kaukasus, wo sie vor rund 100 Jahren ausgestorben sind.
Der Transport und die Auswilderung von Wisenten sind keine leichte Aufgabe. Von der Auswahl geeigneter Tiere bis zur reibungslosen Ankunft in ihrer neuen Heimat erfordert jeder Schritt sorgfältige Planung. Karim Ben Romdhane, ein Experte des WWF, begleitete den Transport und betonte die Herausforderungen, die mit der Umsiedlung verbunden sind. Die Tiere werden in einem speziellen Auswilderungsareal am Fuße des Kaukasus beobachtet, bevor sie endgültig in die Wildnis entlassen werden.
Die Geschichte der Wisente in Europa ist von dramatischen Rückgängen geprägt. Einst weit verbreitet, führten Jagd und Lebensraumzerstörung ab dem 11. Jahrhundert zu einem drastischen Rückgang. Der letzte Flachland-Wisent wurde 1919 in Europa getötet, der letzte Berg-Wisent folgte 1927 im Kaukasus. Dank internationaler Zuchtprogramme und einem strengen Schutzstatus umfasst die weltweite Wisent-Population heute wieder über 10.000 Tiere.
Im Vergleich zu Österreich sind ähnliche Auswilderungsprojekte auch in Deutschland und der Schweiz im Gange. Während Deutschland bereits Erfolge bei der Wiederansiedlung von Wisenten in bestimmten Regionen verzeichnen konnte, steht die Schweiz noch am Anfang solcher Initiativen. Diese Unterschiede zeigen die Vielfalt der Ansätze im Artenschutz innerhalb Europas.
Die Auswilderung von Wisenten hat nicht nur ökologische, sondern auch soziale Auswirkungen. In Österreich und anderen europäischen Ländern fördern solche Projekte das Bewusstsein für den Naturschutz und bieten Bildungs- und Tourismusmöglichkeiten. Beispielsweise könnten lokale Gemeinden von einem Anstieg des Ökotourismus profitieren, da Naturliebhaber und Touristen angezogen werden.
Seit Beginn des Projekts im Jahr 2019 wurden 64 Wisente erfolgreich nach Aserbaidschan gebracht. Allein im letzten Jahr wurden neun Kälber geboren, was den Erfolg der Bemühungen unterstreicht. Der Shahdag Nationalpark beherbergt nun rund 90 Wisente, was eine signifikante Steigerung darstellt.
Dr. Andre Stadler, Direktor des Innsbrucker Alpenzoos, betont die Bedeutung solcher Projekte: „Moderne Zoos sind nicht nur Orte der Bildung und Forschung, sondern übernehmen auch eine aktive Rolle im Artenschutz.“
Die Zukunft der Wisente hängt von weiteren Schutzmaßnahmen ab. Der WWF fordert eine Naturschutz-Offensive, um verbleibende Lebensräume effektiv zu schützen. Österreich hat die Verantwortung, sich bei der nächsten Biodiversitätskonferenz in Armenien im Oktober für den Schutz dieser Schlüsselarten einzusetzen.
Die erfolgreiche Auswilderung der Wisent-Kuh Ina ist ein bedeutender Schritt im internationalen Artenschutz. Sie zeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und politische Unterstützung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensräume sind. Bleiben Sie informiert und engagieren Sie sich für den Naturschutz, denn jeder Beitrag zählt. Weitere Informationen finden Sie auf der WWF-Website.