Wien steht vor einem massiven Problem: Rund 14.000 Wohnungen werden auf Plattformen wie Airbnb vermietet und entziehen dem Markt dringend benötigten Wohnraum. Diese Zahl entspricht der gesamten Wohnfläche der Josefstadt! Doch nun schlagen Aktivisten Alarm und fordern drastische Maßnahmen.Airbnb-Wuch
Wien steht vor einem massiven Problem: Rund 14.000 Wohnungen werden auf Plattformen wie Airbnb vermietet und entziehen dem Markt dringend benötigten Wohnraum. Diese Zahl entspricht der gesamten Wohnfläche der Josefstadt! Doch nun schlagen Aktivisten Alarm und fordern drastische Maßnahmen.
Daniel Harrasser, Bezirksrat im 3. Bezirk und Initiator der Kampagne „Homes not Hotels“, hat genug. Seit Monaten kämpft er gegen die illegale Kurzzeitvermietung von Wohnungen. Seiner Meinung nach reicht das Engagement der Stadt bei weitem nicht aus. „Die Kontrollen sind zu selten, und oft werden Sondergenehmigungen erteilt“, kritisiert Harrasser.
Gemeinsam mit anderen Aktivisten hat Harrasser in einer Sammelaktion 1.400 Meldungen von Anwohnern zusammengetragen, die sich über Airbnb-Wohnungen beschweren. Diese Daten werden nun anonymisiert den Behörden übergeben. „Bereits jetzt sind einige Wohnungen nach unseren Anzeigen wieder regulär vermietet“, berichtet Harrasser stolz.
Eine betroffene Anrainerin schildert ihre Erfahrungen: „Seit zwei Jahren wird das halbe Haus an Touristen vermietet. Wir leben mit Lärm und Müll. Die Baupolizei und die Bezirksvorstehung ignorieren unsere Meldungen.“ Viele Wiener teilen dieses Schicksal und sind auf sich gestellt, während Immobilienhaie profitieren.
Angelika Adensamer, Sprecherin von LINKS und Spitzenkandidatin zur Gemeinderatswahl, fordert eine Wohnpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientiert. „Wir werden im Gemeinderat gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorgehen: harte Einschränkungen von Kurzzeitvermietung, Abgaben für Leerstand und gegen Wohnraum als Spekulationsobjekt“, so Adensamer kämpferisch.
Die Debatte um die Wohnraumpolitik in Wien ist in vollem Gange, und die Forderungen nach strengeren Kontrollen und Maßnahmen werden lauter. Die Zukunft des Wiener Wohnungsmarktes steht auf dem Spiel.