Am 27. November 2025 fand im Wirtschaftsparlament der Bundeskammer in Wien eine bedeutende Sitzung statt, die das Augenmerk auf die dringend benötigten Reformen im österreichischen Wirtschaftssystem lenkte. Die UNOS – Unternehmerisches Österreich, vertreten durch Bundessprecher Michael Bernhard, Bun
Am 27. November 2025 fand im Wirtschaftsparlament der Bundeskammer in Wien eine bedeutende Sitzung statt, die das Augenmerk auf die dringend benötigten Reformen im österreichischen Wirtschaftssystem lenkte. Die UNOS – Unternehmerisches Österreich, vertreten durch Bundessprecher Michael Bernhard, Bundessprecher-Stellvertreter Markus Hofer und Landessprecherin Tirol Shari Kuen, setzten erneut deutliche Reformimpulse. Trotz der Ablehnung ihres Antrags zur Abschaffung der Kammerumlage 2 (KU2) durch die Mehrheit, bleibt die Diskussion um die wirtschaftliche Entlastung Österreichs ein zentrales Thema.
Die Kammerumlage 2, kurz KU2, ist eine zusätzliche finanzielle Belastung für Unternehmen in Österreich. Sie wurde eingeführt, um die Wirtschaftskammer zu finanzieren, jedoch wird sie von vielen als hinderlich für die Wettbewerbsfähigkeit angesehen. UNOS brachte gemeinsam mit der Grünen Wirtschaft einen Dringlichen Antrag zur Abschaffung dieser Umlage ein. Der Antrag fand jedoch keine Mehrheit, da er von Wirtschaftsbund, Freiheitlicher Wirtschaft, Industrie Liste und dem Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband abgelehnt wurde. Diese Entscheidung verhinderte eine inhaltliche Debatte über die KU2 und die damit verbundene Entlastung der Unternehmen.
Markus Hofer, stellvertretender Bundessprecher von UNOS, äußerte seine Enttäuschung: „Eine echte Reformdebatte wurde heute gar nicht erst zugelassen. Die Weigerung, auch nur über die KU2 zu sprechen, ist ein ernüchterndes Signal für den anstehenden Reformprozess. Die Wirtschaft erwartet Entlastung – und zwar jetzt, nicht irgendwann.“
Die Kammerumlage wurde ursprünglich als Mittel zur Finanzierung der Wirtschaftskammern eingeführt. Diese Umlagen sind für die Kammern eine wichtige Einnahmequelle, um ihre Aufgaben in der Interessensvertretung, Beratung und Weiterbildung wahrzunehmen. Seit ihrer Einführung gab es immer wieder Diskussionen über ihre Notwendigkeit und Höhe. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird die KU2 als zusätzliche Belastung für Unternehmen empfunden.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Umlagen existieren, ist die Kritik in Österreich besonders laut. In Deutschland gibt es die IHK-Umlage, die jedoch oft als transparenter und effizienter wahrgenommen wird. Die Schweiz hingegen hat ein anderes System der Finanzierung von Wirtschaftsverbänden, das weniger auf Zwangsabgaben basiert.
Trotz der Blockaden bei zentralen Anliegen konnte ein gemeinsamer Erfolg erzielt werden: Alle Fraktionen, inklusive UNOS, unterstützten einen gemeinsamen Änderungsantrag, der die Einrichtung einer umfassenden Reformgruppe vorsieht. Diese soll die Grundlagen für eine moderne, effiziente und serviceorientierte Wirtschaftskammer entwickeln. Ziel ist es, eine transparente und effiziente Interessensvertretung sicherzustellen.
„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass alle Fraktionen anerkennen, dass die Kammer grundlegend reformiert werden muss“, so Michael Bernhard, UNOS Bundessprecher. „Jetzt müssen den Worten aber endlich konsequente Schritte folgen.“
UNOS hat darüber hinaus einen eigenen Antrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich eingebracht. Dieser umfasst ein Maßnahmenpaket, das unter anderem die Reduktion der Feiertage auf ein europäisches Durchschnittsniveau, eine Reform des Krankenstandentgelts, Senkungen der Lohnnebenkosten, die Freigabe der Ladenöffnungszeiten, den Abschluss moderner Freihandelsabkommen, niedrigere Energiekosten sowie den Abbau von bürokratischen Hürden vorsieht.
Der Antrag wurde jedoch von der Mehrheit abgelehnt, obwohl damit dringend notwendige Wachstumsimpulse und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen verbunden gewesen wären. „Österreich landet bei der Wettbewerbsfähigkeit international seit Jahren im Hinterfeld. Wir brauchen jetzt konsequente Entlastungen und mutige Standortpolitik, nicht weitere Verzögerungen“, betont Shari Kuen, UNOS Landessprecherin.
Die Ablehnung der KU2-Abschaffung und des Maßnahmenpakets hat direkte Auswirkungen auf die österreichischen Unternehmen und Bürger. Die KU2 bleibt eine finanzielle Last, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) trifft, da sie weniger Spielraum für Investitionen und Wachstum haben. Die hohen Lohnnebenkosten und die restriktiven Ladenöffnungszeiten sind weitere Faktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.
Ein Beispiel ist ein kleiner Einzelhändler in Wien, der durch die KU2 und die eingeschränkten Ladenöffnungszeiten in seiner Existenz bedroht ist. Eine Abschaffung der KU2 und flexiblere Öffnungszeiten könnten ihm helfen, seine Kosten zu senken und den Umsatz zu steigern.
Die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Österreich hängt von der Fähigkeit ab, notwendige Reformen umzusetzen. Die Einrichtung der Reformgruppe ist ein erster Schritt, aber es bedarf weiterer Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Experten prognostizieren, dass ohne grundlegende Veränderungen Österreich weiterhin im internationalen Vergleich zurückfallen wird.
Es bleibt abzuwarten, ob die politischen Akteure die notwendigen Schritte einleiten werden, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft zu stellen.
Die Sitzung des Wirtschaftsparlaments hat gezeigt, dass Reformen dringend notwendig sind, um Österreichs Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die Ablehnung der KU2-Abschaffung und des Maßnahmenpakets ist ein Rückschlag, aber die Einrichtung der Reformgruppe bietet Hoffnung. Es bleibt zu hoffen, dass die politischen Akteure die Dringlichkeit erkennen und die notwendigen Schritte einleiten.
Für weiterführende Informationen zur Wirtschaftspolitik in Österreich können Sie unsere detaillierte Analyse lesen.