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Politik

Wiens Lehrlingsoffensive: Wie Ausbildung zur Standortstärke wird

29. Oktober 2025 um 13:40
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Wien setzt ein starkes Zeichen in der Ausbildungspolitik: Mit über 18.200 Lehrlingen wird die Stadt nicht nur zum Ausbildungs-, sondern auch zum Zukunftszentrum. Diese Strategie wird von Barbara Novak, Stadträtin für Wirtschaft und Arbeit, im Rahmen der waff-Lehrlingstour unterstrichen. Aber was bed

Wien setzt ein starkes Zeichen in der Ausbildungspolitik: Mit über 18.200 Lehrlingen wird die Stadt nicht nur zum Ausbildungs-, sondern auch zum Zukunftszentrum. Diese Strategie wird von Barbara Novak, Stadträtin für Wirtschaft und Arbeit, im Rahmen der waff-Lehrlingstour unterstrichen. Aber was bedeutet das für die Bürger und die Wirtschaft? Ein genauerer Blick auf die Details und Hintergründe zeigt, wie diese Maßnahmen nicht nur die Zukunft der Lehrlinge, sondern auch die des Wirtschaftsstandorts Wien sichern.

Die Bedeutung der Lehrlingsausbildung

Die Lehrlingsausbildung hat in Österreich eine lange Tradition und ist ein zentraler Bestandteil des dualen Ausbildungssystems. Dieses System kombiniert praktische Ausbildung in einem Betrieb mit theoretischem Unterricht in einer Berufsschule. Es ermöglicht den Lehrlingen, wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln, während sie gleichzeitig theoretisches Wissen erwerben. In Wien wird dieses System durch verschiedene Initiativen und Programme unterstützt, die sicherstellen, dass die Ausbildung den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht.

Wien als Vorreiter in der Ausbildungspolitik

Mit der waff-Lehrlingstour zeigt Wien, wie eine erfolgreiche Ausbildungspolitik aussehen kann. Die Tour umfasst Besuche bei Unternehmen, die exemplarisch für die Vielfalt und Qualität der Lehrausbildung stehen. Diese Unternehmen, darunter städtische Betriebe, überbetriebliche Lehrwerkstätten und innovative Unternehmen, sind entscheidend für die Ausbildung der Fachkräfte von morgen.

Die Rolle der Wiener Netze

Eine der Stationen der Lehrlingstour ist der Smart Campus der Wiener Netze. Hier werden 162 Personen in vier Berufen ausgebildet, darunter elf Frauen, die im Rahmen des FiT-Programms des AMS Wien zu Elektrotechnikerinnen ausgebildet werden. Diese Initiativen sind Teil eines größeren Plans, die Chancengerechtigkeit zu fördern und Frauen in technischen Berufen zu unterstützen.

Peter Weinelt, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, betont: „Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat unserer Unternehmen. Mit den Lehrwerkstätten schaffen wir nicht nur Jobs, sondern sichern die Versorgungssicherheit Wiens für die kommenden Generationen.“ Diese Aussage unterstreicht die langfristige Perspektive, die die Wiener Stadtwerke ihren Lehrlingen bieten, da 80 Prozent von ihnen in ein dauerhaftes Dienstverhältnis übernommen werden.

Überbetriebliche Lehrausbildung als Schlüssel zum Erfolg

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Ausbildungspolitik in Wien ist die überbetriebliche Lehrausbildung bei Jugend am Werk. Diese Organisation bildet derzeit rund 900 Jugendliche in verschiedenen Lehrberufen aus. Die praktische Ausbildung steht im Vordergrund, und die Erfolgsquote bei den Lehrabschlussprüfungen liegt bei beeindruckenden 84 Prozent.

Die überbetriebliche Ausbildung bietet Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz in einem regulären Betrieb finden, die Möglichkeit, eine qualifizierte Ausbildung zu absolvieren. Dies ist besonders wichtig für Jugendliche aus benachteiligten sozialen Schichten oder mit Migrationshintergrund, die oft Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Qualitätssicherung durch Auszeichnungen

Winter Artservice, ein Unternehmen, das seit 1993 im Bereich Bühnenbau und Museumsgestaltung tätig ist, wurde 2024 mit dem Qualitätssiegel „TOP-Lehrbetrieb“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird von den Sozialpartnern und dem waff vergeben und ist ein Beweis für die hohe Qualität der Lehrlingsausbildung in diesem Betrieb. Winter Artservice ist auch AmaZone-Preisträger für die Förderung von Frauen in technischen Berufen, was die Bemühungen um Chancengleichheit weiter unterstreicht.

Politische und wirtschaftliche Zusammenhänge

Die Ausbildungspolitik in Wien ist eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt verbunden. Eine gut ausgebildete Arbeitskraft ist ein entscheidender Faktor für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts. Unternehmen suchen Standorte, an denen sie qualifizierte Mitarbeiter finden können, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die Stadt Wien hat erkannt, dass eine starke Ausbildungspolitik die beste Standortpolitik ist. Durch Investitionen in die Ausbildung junger Menschen wird nicht nur die Zukunft der Lehrlinge gesichert, sondern auch die des Wirtschaftsstandorts Wien. Diese Strategie wird durch verschiedene Maßnahmen unterstützt, darunter der Bau des Zentralberufsschulgebäudes in der Seestadt und Klimaschutz-Lehrausbildungsprämien.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft der Ausbildung in Wien sieht vielversprechend aus. Die Stadt hat sich verpflichtet, weiterhin in die Ausbildung ihrer jungen Bürger zu investieren und sicherzustellen, dass sie die Fähigkeiten und das Wissen erwerben, die sie für eine erfolgreiche berufliche Zukunft benötigen. Diese Investitionen werden nicht nur den Lehrlingen zugutekommen, sondern auch der gesamten Wirtschaft der Stadt.

Experten sind sich einig, dass die Ausbildungspolitik in Wien ein Modell für andere Städte sein könnte. Die Kombination aus praktischer Ausbildung, theoretischem Wissen und der Förderung von Chancengerechtigkeit ist ein Erfolgsrezept, das auch in anderen Regionen umgesetzt werden könnte.

Fazit

Die Lehrlingsausbildung in Wien ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Durch die Investition in die Ausbildung junger Menschen sichert Wien nicht nur die Zukunft seiner Lehrlinge, sondern auch die des gesamten Wirtschaftsstandorts. Die Maßnahmen, die die Stadt ergriffen hat, sind ein starkes Signal für die Bedeutung der Ausbildungspolitik und ein Modell für andere Städte, die ihre eigene Ausbildungspolitik stärken möchten.

Schlagworte

#Barbara Novak#Chancengerechtigkeit#Fachkräfte#Lehrlingsausbildung#Stadtentwicklung#Wien#Wirtschaft

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