Am 20. November 2025 fand im Wiener Rathaus eine öffentliche Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Petitionen statt, die wichtige gesellschaftliche und umweltpolitische Themen behandelte. Die Sitzung verdeutlichte die aktive Bürgerbeteiligung in Wien und die Relevanz, die solchen Initiativen beige
Am 20. November 2025 fand im Wiener Rathaus eine öffentliche Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Petitionen statt, die wichtige gesellschaftliche und umweltpolitische Themen behandelte. Die Sitzung verdeutlichte die aktive Bürgerbeteiligung in Wien und die Relevanz, die solchen Initiativen beigemessen wird. Auf der Tagesordnung standen drei Petitionen, die unterschiedliche Aspekte des städtischen Lebens berührten, von der Förderung der Inklusion über Umweltmaßnahmen bis hin zum Tierschutz.
Eine der Petitionen, die von Karin Raber eingebracht wurde, zielte darauf ab, mehr Raum für queere Menschen in den öffentlichen Saunen Wiens zu schaffen. Diese Initiative betonte die Notwendigkeit, sichere und inklusive Räume für Menschen zu bieten, die sich nicht im binären Geschlechtersystem wiederfinden. Für viele trans*, inter* und nichtbinäre Personen sind öffentliche Saunen oft keine Wohlfühlorte, da sie mit Diskriminierung und abwertenden Äußerungen konfrontiert werden.
Die Petition fordert spezielle Zeitslots für queere Personen in den Saunen, ähnlich den bereits existierenden Zeiten für Frauen und Männer. Diese Zeiten sollten ohne die übliche Geschlechtskontrolle an den Eingängen auskommen, um Diskriminierung zu vermeiden. Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung solcher Konzepte findet sich in Köln, wo ähnliche Maßnahmen bereits positive Resonanzen hervorrufen.
Die Diskussion über queere Rechte und Inklusion hat in den letzten Jahrzehnten an Fahrt gewonnen. In Österreich hat sich die gesellschaftliche Haltung gegenüber LGBTQ+ Themen in den letzten Jahren deutlich liberalisiert. Dennoch gibt es immer noch Bereiche, in denen Verbesserungen notwendig sind, um vollständige Gleichberechtigung zu erreichen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in einigen Bereichen Nachholbedarf hat, insbesondere was die Schaffung geschützter Räume für queere Menschen betrifft. In Deutschland gibt es bereits mehrere Städte, die spezielle Angebote für queere Menschen in öffentlichen Einrichtungen geschaffen haben.
Eine weitere bedeutende Petition wurde von Bernhard Eichinger eingebracht und befasste sich mit der Überplattung der Schnellbahntrasse im Bereich Wien Mitte/Ungarbrücke. Ziel ist es, durch Begrünung das Mikroklima zu verbessern und Lärmschutz zu bieten. Diese Maßnahme könnte nicht nur das städtische Klima verbessern, sondern auch wertvollen Freiraum im dicht besiedelten Stadtgebiet schaffen.
Die Petition betont, dass eine solche Überplattung im Wiener Stadtentwicklungsplan 2035 als prioritär ausgewiesen ist. Die Stadt Wien sieht in der Sperre des Bahnverkehrs ab Herbst 2026 eine Gelegenheit, diese Vision zu verwirklichen. Kritisch wird jedoch die Haltung der ÖBB gesehen, die sich nicht für die Umsetzung dieser Maßnahmen verantwortlich fühlen.
Die Umsetzung der Überplattung könnte signifikante Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner haben. Durch die Reduktion von Lärm und die Verbesserung der Luftqualität würde das Wohlbefinden der Bürger gesteigert. Zudem könnte der neu geschaffene Grünraum als Erholungsgebiet dienen und den städtischen Lebensraum aufwerten.
Die dritte Petition, die im Ausschuss behandelt wurde, forderte ein Hitzefrei für Fiakerpferde ab 30° Celsius. Diese Petition wurde im Interesse des Tierschutzes eingebracht, da die Pferde an den meisten Standplätzen ohne Schutz vor der Sonne stehen müssen. Internationale Richtlinien empfehlen, Pferdearbeit bei hohen Temperaturen zu vermeiden, um das Wohl der Tiere zu gewährleisten.
Städte wie Berlin und Brügge haben bereits entsprechende Maßnahmen eingeführt, um den Schutz der Tiere zu gewährleisten. Die Petition fordert, dass Wien diesem Beispiel folgt, um den Tierschutz zu verbessern.
Die Behandlung dieser Petitionen zeigt, dass Wien sich aktiv mit den Anliegen seiner Bürger auseinandersetzt und bereit ist, Veränderungen vorzunehmen, die sowohl soziale als auch ökologische Aspekte berücksichtigen. Die nächsten Schritte werden zeigen, wie die Stadt auf diese Forderungen reagiert und welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.
Die Empfehlungen des Gemeinderatsausschusses zu den heute behandelten Petitionen werden in der nächsten nicht öffentlichen Sitzung beschlossen und anschließend den Einbringer*innen schriftlich mitgeteilt. Die nächste öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses findet voraussichtlich am Donnerstag, 8. Jänner 2026, um 14.00 Uhr im Rathaus statt.
Die Sitzung des Petitionsausschusses hat gezeigt, dass in Wien wichtige gesellschaftliche und ökologische Themen auf der Agenda stehen. Die behandelten Petitionen verdeutlichen den Bedarf an inklusiveren und nachhaltigeren städtischen Lösungen. Es bleibt abzuwarten, wie die Stadt auf diese Herausforderungen reagieren wird. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, weiterhin aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt mitzuwirken und ihre Anliegen einzubringen.
Für weitere Informationen und um selbst Petitionen zu unterstützen oder einzubringen, besuchen Sie bitte www.petitionen.wien.gv.at.