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Wiener Kinder- und Jugendhilfe: Grüne kritisieren Gesetzesreform

8. April 2026
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Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe steht vor einem Wendepunkt: Während die Stadt Wien eine umfassende Gesetzesnovelle plant, hagelt es heftige Kritik von den Grünen. Ursula Berner, Familiensprecherin der Grünen Wien, kritisiert den vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes als unausgereift und mit gravierenden Lücken.

Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe steht vor einem Wendepunkt: Während die Stadt Wien eine Gesetzesnovelle plant, üben die Grünen scharfe Kritik. Ursula Berner, Familiensprecherin der Grünen Wien, kritisiert den Entwurf zur Novellierung des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes als "unausgereiften Entwurf mit gravierenden Lücken" und warnt, dass der Fokus zu sehr auf Kontrolle, Verpflichtungen und einer engeren Zusammenarbeit mit der Polizei liege - zulasten von Prävention und qualitativer Arbeit.

Dauerkrise in der Wiener Kinder- und Jugendhilfe

Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe befindet sich nach Darstellung der Grünen seit Jahren in einer Dauerkrise, die sich zuletzt zur akuten Notlage zugespitzt hat. Unter diesen Voraussetzungen sieht Berner Zweifel, ob echter Kinder- und Jugendschutz an allen Standorten Wiens sichergestellt werden kann.

Kritikpunkte der Grünen

Nach Ansicht der Grünen droht eine weitere Deprofessionalisierung, wenn künftig auch Personen in Ausbildung als Sozialpädagog:innen arbeiten dürfen sollen. Diese Befürchtung teilt auch die Gewerkschaft younion. "Wer an der Qualifikation für das Personal spart, führt jedes Kinderschutzkonzept ad absurdum", hält Berner fest.

Die Gesetzesvorlage verankert nach Auffassung der Grünen weder Kinderschutzbeauftragte noch Evaluierungen, finanzielle Mittel für Hilfe von außen, oder Supervision und Dokumentation.

Forderungen der Grünen

Die Grünen fordern laut OTS einen Neustart der Kinder- und Jugendhilfe in Wien mit mehreren Punkten:

  • Bessere Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung: Die Pädagog:innen brauchen eine Bezahlung, die ihrer Verantwortung gerecht wird sowie die Einhaltung der Ruhe- und Erholungszeiten.
  • Entbürokratisierung & Handlungsspielräume: Professionelle Arbeit mit hochbelasteten Jugendlichen funktioniere nicht mit Aktenschränken, sondern mit Vertrauen, Zeit und guter Supervision.
  • Ausbau qualitativ hochwertiger ambulanter Angebote für Familien, sodass Sozialarbeiter:innen eine echte Wahl haben und nicht Kinder in die Krisenpflege nehmen müssen, weil es keine ausreichenden ambulanten Unterstützungsangebote gibt.
  • Vorrang von Kleinstgruppenbetreuung statt Groß-WGs: Für besonders gefährdete Jugendliche brauche es Einzelbetreuung und individuell zugeschnittene Wohnformen.
  • Neuaufsetzung der Krisenzentren, da die chronische Überbelegung mit angespannter Personalsituation den Ansprüchen der Betroffenen nicht mehr gerecht werden könne.

Folgen für Personal und Kinder

Die Grünen betonen, dass der Personalmangel nicht durch niedrigere Qualifikationsstandards gelöst werden könne, sondern nur durch bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, höhere Personalschlüssel und echte Entlastung im Alltag.

Die Diskussion um die Novelle und die Kritik der Grünen wird auch von der Gewerkschaft younion geteilt, die vor den Folgen einer Absenkung der Qualifikationsanforderungen warnt.

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Schlagworte

#Grüne#Prävention#Soziales#Jugend#Kinder

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