Am 12. November 2025 wurde in Wien ein wegweisender Schritt für die zukünftige Gesundheitsversorgung der Stadt angekündigt. Der regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) 2030 zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in Wien grundlegend zu verändern und dabei stärker auf ambulante Strukturen zu setze
Am 12. November 2025 wurde in Wien ein wegweisender Schritt für die zukünftige Gesundheitsversorgung der Stadt angekündigt. Der regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) 2030 zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung in Wien grundlegend zu verändern und dabei stärker auf ambulante Strukturen zu setzen. Diese Entwicklung wird durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) vorangetrieben.
Der RSG 2030 sieht eine massive Erhöhung der regionalen Gesundheitszentren vor, von derzeit 70 auf 169 bis Ende 2030. Zu den geplanten Einrichtungen gehören Primärversorgungseinheiten, Kinderzentren, Erstversorgungsambulanzen, Frauengesundheitszentren, Wundzentren, Diabeteszentren und Schmerzzentren. Diese Zentren sollen die Gesundheitsversorgung lokaler und zugänglicher machen, um insbesondere chronisch kranken Patientinnen und Patienten eine bessere Betreuung zu bieten.
Die Gesundheitsversorgung in Wien hat sich über die Jahrzehnte hinweg kontinuierlich weiterentwickelt. In den letzten Jahren lag der Fokus zunehmend auf der Dezentralisierung und der Stärkung ambulanter Strukturen. Diese Veränderung ist Teil eines globalen Trends, der darauf abzielt, die Gesundheitsversorgung effizienter und patientenorientierter zu gestalten. Historisch gesehen war das österreichische Gesundheitssystem stark auf stationäre Versorgung ausgerichtet, doch die steigende Nachfrage nach flexiblen und schnellen Lösungen hat den Wandel beschleunigt.
Im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz, die bereits frühzeitig auf ambulante Versorgungsmodelle gesetzt haben, zieht Österreich nun nach. In Deutschland beispielsweise sind Gesundheitszentren und Gemeinschaftspraxen bereits weit verbreitet, während die Schweiz auf ein starkes Netz von Hausärzten setzt, die als erste Anlaufstelle für Patienten fungieren.
Für die Wiener Bevölkerung bedeutet der Ausbau der Gesundheitszentren eine bessere Erreichbarkeit und schnellere Versorgung. Ein Beispiel: Ein Patient mit Diabetes kann künftig in einem der neuen Diabeteszentren umfassend betreut werden, ohne lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. Die geplante Erhöhung der Primärversorgungszentren auf mindestens 80 soll dafür sorgen, dass die Wienerinnen und Wiener eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung erhalten.
Ein weiterer Vorteil ist die geplante Erhöhung der tagesklinischen Kapazitäten um über 50 Prozent. Diese Maßnahme ermöglicht es, Behandlungen, die keine stationäre Überwachung erfordern, effizienter durchzuführen. Dies ist besonders für ältere Menschen von Vorteil, die oft auf schnelle und unkomplizierte medizinische Hilfe angewiesen sind.
Der RSG 2030 sieht vor, dass bis Ende 2030 die Zahl der medizinischen Stellen um 24 Prozent auf 3.400 erhöht wird. Fast zwei Drittel dieser neuen Stellen werden in der Primärversorgung angesiedelt sein. Die Zahl der Betten für Akutgeriatrie und Remobilisation wird um 500 auf 884 erhöht, während die Zahl der stationären Betten insgesamt um 800 reduziert wird, um den Fokus auf ambulante Leistungen zu legen.
Die Wiener Fondsspitäler erwarten bis 2030 eine Zunahme der stationären Aufnahmen von 296.000 auf 309.000, während die Zahl der Gastpatienten aus anderen Bundesländern von 70.000 auf etwa 34.000 sinken soll. Ambulante Behandlungen sollen von 2,9 Millionen auf 3,1 Millionen steigen, was den Trend zur ambulanten Versorgung unterstreicht.
Die Umstellung auf ein stärker ambulantes Versorgungssystem stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere in Bezug auf die Rekrutierung und Ausbildung von Fachpersonal. Der Bedarf an Ärzten und Pflegekräften wird steigen, und es wird entscheidend sein, diese Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen. Darüber hinaus wird der digitale Ausbau der Gesundheitsversorgung eine zentrale Rolle spielen, um effizientere Abläufe und eine bessere Patientenbetreuung zu gewährleisten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Finanzierung der überregionalen Versorgungsplanung, insbesondere im Hinblick auf Gastpatienten. Die Stadt Wien wird sich auf Bundesebene für eine adäquate Finanzierung einsetzen, um sicherzustellen, dass alle Patientinnen und Patienten, unabhängig von ihrem Wohnort, die bestmögliche Versorgung erhalten.
Der regionale Strukturplan Gesundheit 2030 markiert einen wichtigen Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in Wien. Durch den Fokus auf ambulante Strukturen und die Erhöhung der Gesundheitszentren wird die Versorgung nicht nur effizienter, sondern auch patientenfreundlicher gestaltet. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um den zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen gerecht zu werden.
Wie sehen Sie die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Wien? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren und bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Entwicklungen in der österreichischen Gesundheitslandschaft.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Presseaussendung der Stadt Wien.