Am 27. Mai 2025, einen Tag vor dem Internationalen Frauengesundheitstag, sorgt die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Barbara Huemer, mit einem dringlichen Appell für Aufsehen: Die Gesundheitsversorgung für Frauen in Wien muss dringend verbessert werden. Doch was steckt hinter dieser Forderung u
Am 27. Mai 2025, einen Tag vor dem Internationalen Frauengesundheitstag, sorgt die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Barbara Huemer, mit einem dringlichen Appell für Aufsehen: Die Gesundheitsversorgung für Frauen in Wien muss dringend verbessert werden. Doch was steckt hinter dieser Forderung und wie wirkt sich das auf die Bürgerinnen der Stadt aus?
Statistisch gesehen verbringen Frauen in Wien mehr Jahre in schlechter oder nur mittelmäßiger Gesundheit als Männer. Diese Diskrepanz wird als "Gender Health Gap" bezeichnet. Doch was bedeutet das konkret? Der Begriff beschreibt die Unterschiede in der Gesundheitsversorgung und im Gesundheitszustand zwischen Männern und Frauen, die oft durch biologische, soziale und umweltbedingte Faktoren entstehen.
Historisch gesehen war die Medizin lange Zeit männlich dominiert, was dazu führte, dass viele Gesundheitsprobleme von Frauen weniger erforscht wurden. Ein Beispiel ist die Herzinfarktdiagnostik, die traditionell auf männliche Symptome ausgerichtet ist, obwohl Frauen oft andere Anzeichen zeigen.
Barbara Huemer fordert die systematische Stärkung der Frauengesundheit in den kommenden fünf Jahren. Aber was bedeutet das in der Praxis? Ein zentraler Punkt ist der Ausbau niederschwelliger Versorgungsangebote. Nach dem Vorbild von FEM Med am Reumannplatz sollen frauenspezifische Gesundheitskioske in weiteren, besonders sozial benachteiligten Stadtteilen entstehen. Diese Kioske bieten einen einfachen Zugang zu medizinischer Beratung und Behandlung, ohne dass hohe Kosten eine Barriere darstellen.
Ein weiteres Anliegen ist die Verbesserung der Versorgung bei Endometriose und in den Wechseljahren. Endometriose ist eine häufige Erkrankung, die oft erst spät diagnostiziert wird, obwohl sie starke Schmerzen und Unfruchtbarkeit verursachen kann. Die Enttabuisierung der Menopause ist ebenfalls entscheidend, um Frauen in dieser Lebensphase besser zu unterstützen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine 1:1-Betreuung durch Hebammen während der Geburt. Studien zeigen, dass diese Form der Betreuung zu weniger Komplikationen und größerer Zufriedenheit führt. In Wien jedoch ist dieser Standard noch nicht erreicht. Mehr Ausbildungsplätze für Hebammen und zusätzliche Dienststellen in Krankenhäusern sind dringend nötig.
Ein Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt, dass Wien hier Nachholbedarf hat. In Vorarlberg beispielsweise ist die Hebammenbetreuung während der Geburt deutlich besser organisiert, was zu einer niedrigeren Komplikationsrate führt.
Die Grünen sehen auch bei der reproduktiven Gesundheit dringenden Handlungsbedarf. Kostenlose Verhütungsmittel und leistbare Schwangerschaftsabbrüche in WiGeV-Spitälern sind zentrale Bausteine einer modernen Frauengesundheitspolitik. Doch warum ist das so wichtig? Der Zugang zu Verhütungsmitteln und sicheren Abbrüchen ermöglicht Frauen eine selbstbestimmte Familienplanung und schützt ihre Gesundheit.
Die Forderungen der Grünen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Wien mit angespannten Budgets zu kämpfen hat. Doch laut Huemer darf dies kein Grund sein, an einem unbefriedigenden Status quo festzuhalten. Die neue Wiener Stadtregierung steht vor der Herausforderung, Prioritäten zu setzen und die notwendigen Mittel bereitzustellen.
Ein fiktiver Experte, Dr. Max Mustermann, Gesundheitsökonom, erklärt: "Investitionen in die Frauengesundheit zahlen sich langfristig aus. Sie führen zu einer gesünderen Bevölkerung und verringern die Kosten für das Gesundheitssystem insgesamt."
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Frauengesundheit in Wien. Sollte die Stadtregierung die Forderungen der Grünen umsetzen, könnten sich die Lebensqualität und die gesundheitlichen Chancen für viele Frauen deutlich verbessern. Doch der Weg dorthin ist steinig und erfordert politischen Willen und gesellschaftliches Umdenken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Internationale Frauengesundheitstag 2025 mehr ist als nur ein symbolisches Datum. Er ist ein Weckruf, der das Bewusstsein für die gesundheitlichen Herausforderungen von Frauen schärfen soll. Wien hat die Chance, ein Vorreiter in der Frauengesundheit zu werden – wenn die richtigen Schritte jetzt eingeleitet werden.