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OTS-MeldungEdelsteinstrauß/Maria Theresia/Diamant/Edelstein/Franz I. Stephan von Lothringen/Bild/Museen/Kunst &

Wiener Edelsteinstrauß erstrahlt in neuem Glanz: 2.863 Diamanten und Edelsteine digital erfasst

16. April 2026 um 08:16
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Ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst aus dem 18. Jahrhundert bekommt im Naturhistorischen Museum Wien eine spektakuläre Aufwertung: Der legendäre Edelsteinstrauß, einst ein Geschenk Maria Theresias an ihren Gemahl Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, wird derzeit in einer temporären Vitrine präsentiert.

Ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst aus dem 18. Jahrhundert bekommt im Naturhistorischen Museum Wien eine Aufwertung: Der Edelsteinstrauß, ein Geschenk Maria Theresias an ihren Gemahl Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen, wird in einer temporären Vitrine in Saal IV gezeigt. Das 2,8 Kilogramm schwere Objekt besteht aus 2.102 Diamanten und 761 farbigen Edel- und Schmucksteinen und ist rund 50 Zentimeter groß.

Kunstwerk aus 2.863 Edelsteinen

Der Strauß besteht aus 61 Blüten und 12 Insektenobjekten, gefertigt aus geschliffenen Edel- und Schmucksteinen. Die Basis imitiert Pflanzenstiele und -blätter und besteht aus Draht, Seide und Baumwolle.

In der oberen Region des Bouquets befindet sich eine Zikade, deren Flügel aus Festungsachat und Kopf aus Augenachat gefertigt sind. Vorne sind Mundwerkzeuge zu sehen, die einen tropfenförmigen, gelben Diamanten halten.

Entstehungsgeschichte

Das Objekt wurde um 1760 in Wien vom Juwelier Michael Grosser fertiggestellt; Vorarbeiten sollen laut Überlieferung vom Frankfurter Juwelier Johann Gottfried Lautensack stammen. Maria Theresia ließ den Edelsteinstrauß offenbar als Geschenk für Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen in dessen Mineralienkabinett aufstellen.

Bewegte Geschichte zwischen Museen und Schatzkammer

Nach dem Tod Kaiser Franz' 1765 wurde der Edelsteinstrauß Teil der k.k. Naturalienkabinette. In den 1950er bis 1970er Jahren war das Objekt nach einem Erlass des Bundesministeriums für Unterricht in der Schatzkammer der Wiener Hofburg zu sehen. 1954 erfolgte die Übergabe an die Schatzkammer, gegen den Protest von Dr. Alfred Schiener, Direktor der Mineralogischen Abteilung am NHM Wien. 1977 kehrte der Edelsteinstrauß nach 23 Jahren Abwesenheit wieder ins Naturhistorische Museum zurück; die Wiedereröffnung der neugestalteten Edelsteinsammlung und der neu gebauten Tresorvitrinen wurde am 8. November 1977 gefeiert.

Konservatorische Maßnahmen

Dank der finanziellen Unterstützung des Vereins der Museumsfreunde wurden konservatorische Maßnahmen umgesetzt: Ein frontales Beleuchtungskonzept reduziert die Lichtintensität und schont die Textilblätter, und ein Klimagerät stabilisiert die Luftfeuchtigkeit bei etwa 40 Prozent.

Digitales 3D-Modell und Vitrine

Die Wiener Firma geofront e.U. erstellte aus rund eintausend hochauflösenden Fotografien ein detailliertes 3D-Modell des Edelsteinstraußes. Begleitet wurden der Vitrinenumbau und der 3D-Scan von einem abteilungsübergreifenden Forschungsprojekt des NHM Wien zur Objektgeschichte. Die Ergebnisse des Projekts sowie das 3D-Modell sind von 24. April 2026 bis Anfang 2027 in einer temporären Vitrine in Saal IV zu sehen.

Vermittlungsprogramm

Zum Ausstellungskontext bietet das NHM Wien ein Vermittlungsprogramm an: Themenführungen zur Objektgeschichte mit Victoria Kohn (Abteilung Mineralogie) sowie Programme für Kinder, darunter "NHM Mini-Treff" ab 3 Jahren, "NHM Kids & Co" ab 6 Jahren und das "NHM Open Deck: Kristalle" mit Angeboten zum Entdecken und Forschen.

Bildmaterial: https://nhm.px.media/share/1773315728U0cnZ0t6gRoN02

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