Am 20. Januar 2026 verkündete der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky im Gemeinderat eine bemerkenswerte Bilanz: Die Wiener Sonnenstrom-Offensive, die vor fünf Jahren gestartet wurde, hat ihre Ziele weit übertroffen. Die Photovoltaik-Leistung in Wien wurde von 50 MWp auf 325 MWp gesteigert, ei
Am 20. Januar 2026 verkündete der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky im Gemeinderat eine bemerkenswerte Bilanz: Die Wiener Sonnenstrom-Offensive, die vor fünf Jahren gestartet wurde, hat ihre Ziele weit übertroffen. Die Photovoltaik-Leistung in Wien wurde von 50 MWp auf 325 MWp gesteigert, ein Anstieg, der das ursprünglich für 2025 gesetzte Ziel von 250 MWp deutlich übertrifft. Diese Leistung reicht aus, um über 92.600 Haushalte mit sauberem Sonnenstrom zu versorgen.
Die Photovoltaik, kurz PV, bezeichnet die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen. Diese Technologie hat in den letzten Jahren weltweit an Bedeutung gewonnen, insbesondere in urbanen Zentren wie Wien. Der Begriff 'Photovoltaik' leitet sich von 'Photo', dem griechischen Wort für Licht, und 'Volt', einer Maßeinheit für elektrische Spannung, ab. Er beschreibt den Prozess, bei dem Lichtenergie in elektrische Energie umgewandelt wird.
Die historische Entwicklung der Photovoltaik in Wien begann mit kleineren Pilotprojekten und hat sich zu einem umfassenden Ausbauprogramm entwickelt. Seit dem Start der Sonnenstrom-Offensive im Jahr 2020 wurden in Wien über 14.700 neue PV-Anlagen errichtet. Diese reichen von Gemeindebauten über Schulen und Betriebe bis hin zu privaten Wohnhäusern. Die Förderung durch die Stadt Wien hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Investitionen in diese Technologie sprunghaft angestiegen sind.
Im Vergleich zu anderen österreichischen Bundesländern und Nachbarländern wie Deutschland und der Schweiz zeigt sich Wien als Vorreiter im Ausbau der Photovoltaik. Während Deutschland auf Bundesebene ebenfalls große Fortschritte im Bereich erneuerbarer Energien macht, ist der Zuwachs in Wien besonders bemerkenswert, da er in einem urbanen Kontext stattfindet, wo der Platz für große Solaranlagen oft begrenzt ist. In der Schweiz, die ebenfalls stark auf erneuerbare Energien setzt, sind die Herausforderungen aufgrund der topografischen Gegebenheiten anders gelagert.
Der Ausbau der Photovoltaik in Wien hat direkte Auswirkungen auf die Bürger und die Wirtschaft. Durch die Installation von PV-Anlagen können Haushalte ihre Stromkosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein konkretes Beispiel ist die Einsparung von rund 73.700 Tonnen CO₂ jährlich, was dem Fußabdruck einer Kleinstadt mit ca. 8.500 Einwohnern entspricht. Diese Einsparungen sind vergleichbar mit der Vermeidung von 480 Millionen Autokilometern, was etwa 12.000 Erdumrundungen entspricht.
Die Förderoffensive der Stadt Wien hat zudem Investitionen von rund 214 Millionen Euro ausgelöst. Jeder investierte Euro an Fördergeldern hat mehr als das Fünffache an Investitionen generiert, was einen massiven Impuls für die heimische Wirtschaft darstellt.
Seit 2021 gab es in Wien über 10.400 Förderfälle mit einer geförderten Leistung von 162 MWp. Bemerkenswert ist, dass 85 Prozent der Anträge von Privathaushalten kamen, während 71 Prozent der realisierten Leistung auf betriebliche Anlagen entfiel. Ende 2025 waren in Wien rund 17.600 PV-Anlagen mit 325 MWp am Netz.
Das neue Regierungsprogramm 2025 setzt ein ambitioniertes Ziel: Bis 2030 sollen 800 MWp Sonnenstrom in Wien erreicht werden. Ein umfassender strategischer PV-Ausbauplan wird 2026 erarbeitet, um praxisnahe Potenziale auf Gebäuden, Infrastrukturflächen sowie versiegelten und unversiegelten Freiflächen zu identifizieren. Dabei werden auch Netzkapazitäten und naturschutzfachliche Kriterien berücksichtigt.
Ein neues PV-Förderpaket, das im Frühjahr 2026 starten soll, wird den Fokus auf den Mehrgeschoßwohnbau, versiegelte Freiflächen sowie urbane PV-Lösungen legen. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Wien weiterhin eine Vorreiterrolle im Bereich der erneuerbaren Energien einnimmt.
Die Wiener Sonnenstrom-Offensive zeigt, dass ambitionierte Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien erreicht werden können, wenn die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Mit dem neuen Ausbauplan und innovativen Lösungen geht Wien den nächsten Schritt Richtung 800 MWp Sonnenstrom bis 2030. Diese Entwicklung stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen der ersten fünf Jahre sind im Bericht „5 Jahre Wiener Sonnenstrom-Offensive“ auf sonnenstrom.wien.gv.at abrufbar.