Wien, 20. November 2025: Die österreichische Hauptstadt setzt ein starkes Zeichen in Sachen Klimaschutz. Mit dem ambitionierten Programm 'Raus aus Gas' plant Wien, die Wärmeversorgung bis 2040 vollständig emissionsfrei zu gestalten. Fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle sollen durch hocheffizi
Wien, 20. November 2025: Die österreichische Hauptstadt setzt ein starkes Zeichen in Sachen Klimaschutz. Mit dem ambitionierten Programm 'Raus aus Gas' plant Wien, die Wärmeversorgung bis 2040 vollständig emissionsfrei zu gestalten. Fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle sollen durch hocheffiziente Fernwärme und erneuerbare Energien ersetzt werden. Drei Jahre nach dem Start zieht die Stadt eine erste Zwischenbilanz und veranstaltet eine internationale Fachkonferenz, um Erfahrungen und innovative Ansätze auszutauschen.
Die Fachkonferenz, die am 17. und 18. November 2025 im Wiener Rathaus stattfand, vereinte Experten aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden. Ziel war es, konkrete Lösungen für die Dekarbonisierung im urbanen Raum zu diskutieren. Wien positioniert sich dabei als Vorreiter und setzt auf eine Kombination aus Fernwärme, Geothermie und Wärmepumpen, um die städtische Wärmeversorgung klimaneutral zu gestalten.
Die Nutzung von Fernwärme in Wien hat eine lange Tradition. Bereits in den 1960er Jahren begann die Stadt, Fernwärmenetze zu entwickeln, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Heute ist die Fernwärme ein zentraler Bestandteil der städtischen Energieversorgung und soll bis 2040 vollständig klimaneutral werden. Der Ausbau erneuerbarer Wärmequellen wie Geothermie und die Nutzung von Abwärme sind dabei entscheidende Faktoren.
Der internationale Austausch auf der Konferenz zeigte, dass Städte wie Hannover, Winterthur und Maastricht ähnliche Herausforderungen meistern. In Hannover wird beispielsweise die kommunale Wärmeplanung intensiv vorangetrieben, während Winterthur auf die Dekarbonisierung von Prozesswärme setzt. Maastricht hingegen fokussiert sich auf die Stilllegung von Gasnetzen. Diese Ansätze bieten wertvolle Erkenntnisse für Wien, das bereits mit der ersten Tiefengeothermie-Anlage in der Seestadt Aspern neue Maßstäbe setzt.
Für die Wiener Bevölkerung bedeutet der Umstieg auf erneuerbare Energien eine Vielzahl an Vorteilen. Neben einer Reduktion der Heizkosten profitieren Mieter von umfassenden Beratungsangeboten. Die Stadt Wien unterstützt Hauseigentümer und Mieter bei der Umstellung auf nachhaltige Heizsysteme. Projekte wie die Sanierung im Gemeindebau und die Initiative '100 Projekte Raus aus Gas' zeigen, wie der Wandel gelingen kann. Insgesamt sind derzeit 90 Sanierungsprojekte mit Investitionen von 960 Millionen Euro in der Bauphase, was rund 12.000 Gemeindewohnungen betrifft.
Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein wirtschaftliches Vorhaben. Die Stadt Wien investiert massiv in den Ausbau der Fernwärme und die Errichtung neuer Geothermieanlagen. Bis 2028 soll die erste Tiefengeothermie-Anlage rund 20.000 Haushalte mit grüner Wärme versorgen. Die Großwärmepumpe in der Kläranlage ebswien deckt bereits den Wärmebedarf von 56.000 Haushalten. Diese Projekte sind Teil eines umfassenden Wärmeplans, der den flächendeckenden Ausbau der Fernwärme in vier Pioniergebieten vorsieht.
Die Stadt Wien hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um bis 2040 klimaneutral zu werden. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Umstellung auf Fernwärme sind dabei zentrale Bausteine. Die Stadt arbeitet eng mit Partnern wie Wien Energie und Wiener Wohnen zusammen, um die Energiewende voranzutreiben. Durch die Kombination von Windkraft und Sonnenstromanlagen sollen bis 2030 alle Wiener Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern sichern auch langfristig stabile, leistbare Energiepreise für die Bevölkerung.
Wien setzt mit dem Programm 'Raus aus Gas' ein starkes Zeichen für den Klimaschutz. Der Umstieg auf erneuerbare Energien und die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung sind entscheidende Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Stadt zeigt, dass eine nachhaltige Energieversorgung nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Austausch auf internationaler Ebene bietet wertvolle Impulse für die weitere Entwicklung. Wien bleibt damit ein Vorbild für andere Städte und treibt die Energiewende mit Nachdruck voran.
Interessierte Bürger können sich auf der Website der Stadt Wien über aktuelle Projekte und Fördermöglichkeiten informieren. Die 'Raus aus Gas'-Tage bieten zudem die Möglichkeit, sich direkt vor Ort über die zahlreichen Beratungsangebote und Projekte zu informieren.