Neuer Wohnungsmarktbericht bestätigt dramatischen Rückgang beim leistbaren Wohnbau
Der Wiener Wohnungsmarktbericht 2026 bestätigt die Befürchtungen: Sinkende Bauzahlen und steigende Nachfrage treiben die Mieten in die Höhe.
Die jüngsten Zahlen aus dem "Wiener Wohnungsmarktbericht 2026" zeichnen ein alarmierendes Bild der Wiener Wohnungssituation. Georg Prack, Klubobmann der Grünen Wien, sieht seine Partei in ihren Warnungen bestätigt: Wien steuert auf eine massive Wohnungsknappheit zu, die alle Wiener:innen teuer zu stehen kommen könnte.
"Seit Rot-Pink in Wien regiert, gibt es einen alarmierenden Rückgang beim leistbaren Wohnbau", kritisiert Prack die aktuelle Stadtregierung aus SPÖ und Neos. Die Zahlen des aktuellen Marktberichts belegen einen besorgniserregenden Trend: Die Bauzahlen brechen ein, während die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum kontinuierlich steigt.
Besonders betroffen sind geförderte Wohnungen, Gemeindebauten und Widmungen für sozialen Wohnbau. Diese Entwicklung führt zu einem Teufelskreis: Weniger Angebot bei steigender Nachfrage treibt die Mieten für alle Wiener:innen in die Höhe.
Die Grünen hatten bereits am 13. Jänner mit einem Sonderlandtag unter dem Motto "Wien droht Wohnungsknappheit" auf diese Problematik aufmerksam gemacht. "Wir haben mehrfach eindringlich gewarnt. Jetzt sehen wir schwarz auf weiß, dass sich diese Prognose bestätigt", betont Prack.
Der starke Rückgang bei Baubewilligungen und Fertigstellungen sowie die prognostizierten Mietsteigerungen seien weitere deutliche Alarmsignale, die nicht länger ignoriert werden dürften. Die Opposition sieht sich in ihrer Kritik an der Wohnbaupolitik der Stadtregierung bestätigt.
Um der drohenden Wohnungsknappheit entgegenzuwirken, haben die Grünen Wien einen konkreten 5-Punkte-Plan vorgelegt. Dieser umfasst folgende Maßnahmen:
Die Grünen fordern einen konsequenten Widmungsvorrang für sozialen Wohnbau. Dies würde bedeuten, dass bei Neuwidmungen von Bauland bevorzugt leistbarer Wohnraum entstehen müsste.
Bis zum Jahr 2030 sollen 25.000 gemeinnützig geförderte Wohnungen und 10.000 neue Gemeindebauwohnungen entstehen. Diese Zahlen zeigen das Ausmaß des erforderlichen Baubooms auf, um den Bedarf zu decken.
Mit Leerstands- und Freizeitwohnsitzabgaben sollen leerstehende Wohnungen wieder dem Markt zugeführt werden. Viele Immobilien stehen in Wien leer oder werden nur als Zweitwohnsitze genutzt, während gleichzeitig akuter Wohnungsmangel herrscht.
Die ausnahmslose Zweckwidmung der Wohnförderbeiträge für sozialen Wohnbau soll sicherstellen, dass die verfügbaren Mittel tatsächlich für leistbaren Wohnraum verwendet werden.
Das Programm "Raus aus Gas" soll endlich beschleunigt werden - nicht nur als Klimaschutzmaßnahme, sondern auch als Investitionschance für Sanierungen und neuen Wohnraum. Gleichzeitig würden sich die Wiener:innen von teurer, fossiler Energie unabhängiger machen.
Wien galt jahrzehntelang als internationale Hochburg für leistbares Wohnen. Das Wiener Modell des sozialen Wohnbaus wurde weltweit bewundert und kopiert. "Dieses Erbe haben SPÖ und Neos in den vergangenen Jahren leider verspielt", kritisiert Prack die aktuelle Entwicklung.
Die Untätigkeit der Stadtregierung habe einen hohen Preis, den nun alle Wiener:innen in Form von steigenden Mieten zahlen müssten. Dieser Vorwurf wiegt schwer, da Wien traditionell stolz auf sein funktionierendes System aus Gemeindebau und gefördertem Wohnbau war.
Die Wohnungsknappheit betrifft nicht nur einkommensschwache Haushalte. Auch die Mittelschicht bekommt die Auswirkungen zu spüren, wenn das Angebot an leistbaren Wohnungen schrumpft. Die steigenden Mieten im privaten Sektor wirken sich auf alle Marktsegmente aus.
Besonders junge Menschen, Familien und Senior:innen sind von dieser Entwicklung betroffen. Sie finden immer schwerer leistbaren Wohnraum in einer Stadt, die eigentlich für ihre soziale Wohnbaupolitik bekannt ist.
Der Wiener Wohnungsmarktbericht 2026 liefert somit nicht nur Zahlen, sondern auch einen dringenden Handlungsauftrag an die Stadtregierung. Die Opposition sieht ihre Kritik bestätigt und erhöht den Druck auf SPÖ und Neos.
"SPÖ und Neos müssen endlich gegensteuern", fordert Prack. Die Zeit für halbherzige Maßnahmen sei vorbei - Wien brauche jetzt eine entschlossene Wohnbaupolitik, um die drohende Katastrophe am Wohnungsmarkt noch abzuwenden.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Stadtregierung bereit ist, die notwendigen Weichen zu stellen oder ob Wien tatsächlich seinen Ruf als Stadt des leistbaren Wohnens verlieren wird. Die Zahlen sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache - und die Zeit zum Handeln wird knapp.