In einer mitreißenden Pressekonferenz am 8. September 2025 schlug FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp gemeinsam mit dem Finanzexperten Gerald Zmuegg Alarm über die angespannte wirtschaftliche Lage der österreichischen Hauptstadt. Mit dramatischen Worten kritisierte Nepp die aktuelle Politik von SPÖ-Bürgermei
In einer mitreißenden Pressekonferenz am 8. September 2025 schlug FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp gemeinsam mit dem Finanzexperten Gerald Zmuegg Alarm über die angespannte wirtschaftliche Lage der österreichischen Hauptstadt. Mit dramatischen Worten kritisierte Nepp die aktuelle Politik von SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig und warf der Bundesregierung Untätigkeit vor.
FPÖ-Chef Nepp zeichnete ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Situation in Wien. Laut ihm ist die Stadt trauriger Spitzenreiter bei Firmen- und Privatinsolvenzen in Österreich. Im Jahr 2024 mussten etwa 2.500 Unternehmen Konkurs anmelden, was rund 35 Prozent aller Insolvenzen im Land ausmachte. Auch bei den Privatinsolvenzen liegt Wien mit 1.800 Fällen und einem Anteil von 36 Prozent an der Spitze.
„Wien ist zur Konkurs-Hauptstadt geworden, und das ist das direkte Ergebnis von Ludwigs Abzock-Politik“, erklärte Nepp. Er kritisierte, dass der von Ludwig propagierte Wirtschaftsmotor Wien in Wahrheit gewaltig stottert. Das Wirtschaftswachstum der Stadt lag 2024 bei lediglich 0,4 Prozent, verglichen mit 4,4 Prozent im Jahr 2022.
Historisch gesehen war Wien stets ein wirtschaftliches Zentrum Österreichs. In den letzten Jahrzehnten erlebte die Stadt ein starkes Wachstum, insbesondere im Dienstleistungssektor und im Tourismus. Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen einen deutlichen Rückgang. Im Vergleich zu anderen Bundesländern, die ebenfalls mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfen, steht Wien jedoch besonders im Fokus, da es als Hauptstadt eine Vorreiterrolle einnimmt.
Besonders besorgniserregend ist der Zustand der Bauwirtschaft, die laut Nepp um 6,7 Prozent geschrumpft ist. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation, da die Bauindustrie traditionell ein großer Arbeitgeber ist. Der Rückgang im Bauwesen spiegelt sich auch in anderen Sektoren wider, wie Handel, Dienstleistungen und Tourismus, die alle rückläufig sind.
Ein weiterer kritischer Punkt, den Nepp ansprach, ist der EU-USA-Zolldeal. Österreich exportierte 2024 Waren im Wert von 191 Milliarden Euro, wobei Wien mit 31 Milliarden Euro einen erheblichen Anteil beitrug. Durch den schlecht verhandelten Deal drohen Zölle von 15 Prozent, die insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen existenzgefährdend sein könnten.
„Die Wiener Betriebe stehen vor einer unmöglichen Entscheidung: Entweder sie erhöhen die Preise und verlieren Kunden oder sie schlucken die Zölle und gehen pleite. Beides führt direkt in die nächste Pleitewelle“, warnte Nepp.
Ein Wirtschaftsexperte kommentierte die Situation folgendermaßen: „Die wirtschaftliche Lage in Wien ist besorgniserregend. Die Kombination aus hoher Insolvenzzahl und drohenden Zöllen könnte das wirtschaftliche Gefüge der Stadt nachhaltig schädigen. Es bedarf dringend einer wirtschaftspolitischen Wende.“
Ein weiterer Kritikpunkt der FPÖ ist die Erhöhung der Ortstaxe von 3,2 Prozent auf 8,5 Prozent. Laut Nepp könnte dies dazu führen, dass 10 Prozent der 430 Wiener Hotelleriebetriebe schließen müssen. Dies hätte nicht nur für die betroffenen Betriebe, sondern auch für den Tourismus in Wien nachhaltige Konsequenzen.
Nepp forderte in seiner Rede konkrete Maßnahmen, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. An erster Stelle müsse ein Stopp der ständigen Gebührenerhöhungen stehen, da Menschen und Betriebe diese Belastungen nicht länger tragen könnten. Zudem sei eine Senkung der Energiepreise durch Bürgermeister Ludwig notwendig, um Familien und Unternehmen zu entlasten.
Zur Unterstützung der Wirtschaft schlug Nepp ein Programm für kleine und mittlere Betriebe vor, um die Auswirkungen des Zolldeals abzufedern. Parallel dazu sollte ein ernsthafter Bürokratieabbau sowie die Schaffung neuer Gewerbeflächen erfolgen, um Investitionen attraktiver zu machen und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Als Gegenfinanzierung forderte Nepp das Ende des sozialen Schlaraffenlandes für Asylwerber. Er argumentierte, dass die eingesparten Mittel von rund 700 Millionen Euro den Wienerinnen und Wienern zugutekommen sollten.
Wie könnte die Zukunft Wiens aussehen, wenn die geforderten Maßnahmen umgesetzt werden? Experten sind sich einig, dass eine Entlastung der Wirtschaft und eine Förderung von kleinen und mittleren Betrieben das Wachstum in der Stadt wieder ankurbeln könnten. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze würde zudem die Kaufkraft der Bevölkerung stärken und somit auch den Konsum anregen.
Allerdings hängt die Umsetzung dieser Maßnahmen stark von der politischen Willenskraft der Verantwortlichen ab. Sollte die derzeitige Regierung die Forderungen der FPÖ ignorieren, könnte sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern.
Die Diskussion um die wirtschaftliche Lage Wiens ist auch ein politisches Thema. Die FPÖ nutzt die Gelegenheit, um sich als Partei der wirtschaftlichen Vernunft zu positionieren und die SPÖ-geführte Stadtregierung unter Druck zu setzen. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie die politische Landschaft in Wien und möglicherweise auch in ganz Österreich aussieht.
Insgesamt bleibt abzuwarten, welche Schritte die Verantwortlichen in der Stadtregierung unternehmen werden, um die drohende wirtschaftliche Krise abzuwenden. Fest steht, dass die Zeit drängt und rasches Handeln erforderlich ist, um Wien wieder auf Kurs zu bringen.