Vienna Film Commission zieht positive Bilanz für 2025 - Mehr Drehanträge trotz schwieriger Rahmenbedingungen
Trotz massiver Kürzungen bei der Bundesfilmförderung verzeichnet Wien 2025 einen Anstieg der Filmanträge um 7,3 Prozent auf 1.382 Empfehlungsschreiben.
Die österreichische Filmbranche blickt auf ein herausforderndes Jahr 2025 zurück. Massive Kürzungen bei den Bundesfilmförderungen ÖFIplus und FISAplus sorgten für große Planungsunsicherheit. Dennoch kann Wien als Filmstandort eine positive Bilanz ziehen: Die Zahl der Anträge für Dreharbeiten ist erneut gestiegen.
"Wien hat sich einmal mehr als das starke Zentrum der österreichischen Filmwirtschaft behauptet", erklärt Marijana Stoisits, Geschäftsführerin der Vienna Film Commission. "Die Zahl der Ansuchen für Dreharbeiten ist trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Bund erneut gestiegen. Das ist eine großartige Bestätigung für unsere Arbeit."
Die Zahlen sprechen für sich: 2025 wurden bei der Vienna Film Commission Anträge für 755 nationale und internationale Filmprojekte eingereicht. Dafür wurden insgesamt 1.382 Empfehlungsschreiben erstellt - ein Plus von 7,3 Prozent gegenüber 2024.
Wiens Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler zeigt sich ebenfalls zufrieden: "Wien ist national und international ein überaus gefragter Dreh- und Produktionsstandort, der hochkarätige Produktionen anzieht. Die Investitionen der Wiener Filmförderung der vergangenen Jahre haben exzellente Rahmenbedingungen für die Filmwirtschaft geschaffen."
Die Entwicklung verlief jedoch nicht linear über das Jahr. Die Steigerung ist hauptsächlich auf ein sehr starkes erstes Halbjahr zurückzuführen, in dem noch Filmprojekte realisiert wurden, die aus den Fördertöpfen des Vorjahres finanziert waren. Hier lag der Anstieg des Drehaufkommens bei außerordentlichen 25 Prozent.
Im Gegensatz dazu ist für die zweite Jahreshälfte ein Minus von 9 Prozent zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Wiener Drehtage war wegen fehlender Großproduktionen in der zweiten Jahreshälfte insgesamt leicht rückläufig und lag bei rund 3.000 Tagen.
Erstmals wurden drei große internationale Spielfilmprojekte umgesetzt, die zwar vollständig in Wien gedreht wurden, deren Handlung aber in anderen Städten angesiedelt ist: "Der Wachtmeister", "Kochschule Schwarz" und "Sternstunde der Mörder".
Bei den internationalen Projekten zeigt sich ein deutlicherer Rückgang. 2025 wurden 110 Empfehlungen für 67 internationale Projekte ausgestellt - fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die meisten Projektansuchen aus dem Ausland kamen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und 19 weiteren Ländern.
Dennoch konnte Wien seine internationale Reputation stärken: Die Vienna Film Commission gewann 2025 den EUFCN Location Award und war zweifach nominiert für den Global Production Award, unter anderem als "Film Commission of the Year".
Die enge Kooperation mit städtischen Einrichtungen erweist sich als Erfolgsfaktor. 2025 arbeitete die Vienna Film Commission mit 19 Magistratsabteilungen und Institutionen der Stadt zusammen.
An der Spitze der Motiv-Rangliste steht die MA 42 (Wiener Stadtgärten) mit 219 Empfehlungen für Parks, Grünanlagen, Alleen, Ballkäfige und Kinderspielplätze. Den zweiten Platz belegt die MA 59 (Marktamt) mit 69 Bewilligungen, gefolgt von der MA 45 (Wiener Gewässer) und der via donau mit 60 Empfehlungen für Donauinsel und Donaukanal.
Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit der MA 46 (Verkehrsorganisation), deren Kundencenter Film 1.318 Bescheide ausstellte - ein Anstieg von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei den Wiener Linien wurden 186 Filmprojekte an Originalschauplätzen realisiert, was einem Plus von 12,1 Prozent entspricht. Davon waren 65 Spielfilme, Kurzfilme, Serien und Musikvideos, 56 Werbefilme, 17 Studierendenprojekte und 48 Dokumentationen und Reportagen.
Auch andere Wiener Institutionen trugen zum Erfolg bei: Wiener Wohnen erteilte für 33 Produktionen insgesamt 42 Drehbewilligungen für Gemeindebauten, die Wiener Berufsrettung verzeichnete 13 Produktionen mit 30 Drehtagen, und auf den Wiener Friedhöfen wurden 61 Projekte bewilligt.
Die Innere Stadt bleibt der beliebteste Drehort mit einem leicht gestiegenen Anteil von 21,8 Prozent. Es folgen die Landstraße mit 6,7 Prozent, die Leopoldstadt mit 6,1 Prozent, Alsergrund mit 5,8 Prozent, Döbling mit 5,6 Prozent und Rudolfsheim-Fünfhaus mit 5,1 Prozent.
Bemerkenswert ist, dass in allen 23 Wiener Bezirken gedreht wurde, wobei Meidling mit 1,5 Prozent den geringsten Anteil verzeichnete.
Zu den bedeutendsten Produktionen 2025 zählten unter anderem "Die Blutgräfin" (Amour Fou Wien), "Der Wachtmeister" (Dor Film), "Bruno" (Dor Film), mehrere "Tatort"-Folgen sowie die Kinderserie "Bibi Blocksberg – Die verhexte Zeitreise".
Auch internationale Serien wie "Kommissar Rex" und "Soko Donau" sowie verschiedene Dokumentationen und Werbefilme trugen zur Vielfalt des Wiener Filmangebots bei.
Mit der vollständigen Inbetriebnahme der HQ7 Studios in Simmering hat sich die Konkurrenzfähigkeit des Filmstandorts Wien weiter erhöht. Dazu beigetragen hat auch eine enorme Professionalisierung im Bereich der Postproduktion bis hin zur international hochgelobten Vienna Synchron Stage.
Die Weiterdotierung des Vienna Film Incentives durch Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak setzt ein klares Signal, um internationale Produktionen weiterhin nach Wien zu locken.
Die Vienna Film Commission war 2025 auf den wichtigsten internationalen Filmmärkten präsent: Bei den Filmfestspielen in Berlin und Cannes sowie bei Branchenveranstaltungen in Los Angeles, London, Valladolid und München wurde der Filmstandort Wien aktiv beworben.
Diese Bemühungen zahlen sich aus, wie die internationale Anerkennung durch Awards und Nominierungen zeigt. Dass zwölf österreichische Filme bei der Berlinale 2025 vertreten waren, davon zwei im Wettbewerb, bestätigt die Qualität der Wiener Filmszene.
Für die weitere Entwicklung des Filmstandorts Wien bleiben die Förderungen entscheidend. "Die weitere Entwicklung steht in direktem Zusammenhang mit der Höhe der Filmförderungen und Filmincentives der Stadt, vor allem aber der des Bundes", erklärt die Vienna Film Commission.
Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung zu den in Aussicht gestellten Steuerungsinstrumenten der Investitionsverpflichtung und -abgabe sehr rasch eine Übereinkunft erzielt, damit diese noch 2026 umgesetzt werden können.
Trotz aller Herausforderungen hat Wien 2025 bewiesen, dass es als Filmstandort auch in schwierigen Zeiten bestehen kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Filmwirtschaft und kreativen Köpfen schafft die Grundlage für weiteres Wachstum - vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen verbessern sich wieder.