In einer Welt, in der das Wetter zunehmend unberechenbar wird, stehen Landwirte und Winzer vor großen Herausforderungen. Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) widmet sich in der neuesten Folge ihres Podcasts 'Planet Shapers' genau diesen Themen. Am 23. Oktober 2025 veröffentlichte die BOKU die
In einer Welt, in der das Wetter zunehmend unberechenbar wird, stehen Landwirte und Winzer vor großen Herausforderungen. Die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) widmet sich in der neuesten Folge ihres Podcasts 'Planet Shapers' genau diesen Themen. Am 23. Oktober 2025 veröffentlichte die BOKU die neunte Episode mit dem spannenden Titel: 'Im Feldlabor - von Wetter, Wein und Wattstunden'. Diese Episode verspricht, Licht auf die komplexen Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft und Klimawandel zu werfen.
Rund 80 Prozent unserer Lebensmittel wachsen unter freiem Himmel und sind daher direkt dem Wetter ausgesetzt. Diese Abhängigkeit von den Launen der Natur macht es für die Landwirtschaft besonders schwierig, stabile Erträge zu garantieren. Die BOKU untersucht, wie sich Landwirte und Winzer auf veränderte Klimabedingungen einstellen können und wie wissenschaftliche Daten ihnen dabei helfen können.
Seit Jahrhunderten ist die Landwirtschaft von den Wetterbedingungen abhängig. Schon im Mittelalter mussten Bauern mit Ernteausfällen durch Dürre oder Überschwemmungen kämpfen. Doch in den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation verschärft. Der Klimawandel führt zu extremeren Wetterereignissen, die die Landwirtschaft weltweit vor neue Herausforderungen stellen.
Diese Faktoren zwingen die Landwirtschaft, sich anzupassen und neue Strategien zu entwickeln. Und genau hier setzt der Podcast der BOKU an.
Eine der spannendsten Innovationen, die im Podcast besprochen wird, ist die Agri-Photovoltaik. Diese Technologie ermöglicht es, auf denselben Flächen sowohl Lebensmittel zu produzieren als auch Energie zu gewinnen. Das Konzept ist einfach: Solarmodule werden so aufgestellt, dass sie die Pflanzen vor extremen Wetterbedingungen schützen und gleichzeitig Strom erzeugen.
Ein Experte im Podcast erklärt: 'Agri-Photovoltaik könnte die Landwirtschaft revolutionieren. Wir sehen nicht nur eine Verbesserung der Ernteerträge, sondern auch eine nachhaltige Energieproduktion, die zur Reduzierung der CO2-Emissionen beiträgt.'
Ein weiteres Thema, das im Podcast behandelt wird, sind die sogenannten PIWI-Weine. Diese pilzwiderstandsfähigen Rebsorten wurden ursprünglich gezüchtet, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. In Zeiten des Klimawandels gewinnen sie jedoch aus einem anderen Grund an Bedeutung: Sie sind widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterbedingungen.
Die Weinbauexpertin im Podcast erklärt: 'PIWI-Weine sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch eine Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels. Sie ermöglichen es Winzern, auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen qualitativ hochwertige Weine zu produzieren.'
Ein zentrales Element der Diskussion im Podcast ist die Nutzung von Pflanzenwachstumsmodellen. Diese Modelle helfen Landwirten, die Auswirkungen von Wetterveränderungen auf ihre Ernten besser vorherzusagen und entsprechend zu reagieren.
Ein Agrarmeteorologe erläutert: 'Unsere Modelle sind mittlerweile so präzise, dass wir Risiken wie Trockenheit oder Schädlingsbefall frühzeitig erkennen können. Das ermöglicht es den Landwirten, rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.'
Während Österreich in der Nutzung von Agri-Photovoltaik und PIWI-Weinen eine Vorreiterrolle einnimmt, gibt es auch in anderen Ländern ähnliche Entwicklungen. In Deutschland beispielsweise wird die Agri-Photovoltaik ebenfalls intensiv erforscht und getestet. Die Herausforderungen sind ähnlich: Wie kann man auf denselben Flächen sowohl Nahrungsmittel produzieren als auch Energie gewinnen?
Die Unterschiede liegen vor allem in der Umsetzung und den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Während Österreich bereits klare Richtlinien zur Förderung dieser Technologien hat, hinkt Deutschland in einigen Bereichen noch hinterher.
Die Entwicklungen, die im BOKU-Podcast besprochen werden, haben direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben der Menschen. Zum einen könnten die Preise für Lebensmittel stabiler bleiben, wenn die Landwirtschaft besser auf Wetterextreme vorbereitet ist. Zum anderen trägt die Erzeugung erneuerbarer Energien durch Agri-Photovoltaik zur Energiewende bei und könnte langfristig die Strompreise senken.
Ein Landtechnikforscher im Podcast fasst es zusammen: 'Die Integration von Landwirtschaft und Energieerzeugung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Es ist eine Win-Win-Situation für Landwirte, Verbraucher und die Umwelt.'
Die im Podcast vorgestellten Innovationen sind erst der Anfang. Die Forschung geht weiter, und es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren noch mehr Technologien entwickelt werden, die die Landwirtschaft effizienter und nachhaltiger machen.
Die BOKU plant bereits weitere Folgen ihres Podcasts, in denen sie neue Entwicklungen und Forschungsergebnisse vorstellen wird. Interessierte können die aktuelle Episode auf Plattformen wie Spotify, Apple Podcasts und YouTube anhören.
Für weitere Informationen und um den Podcast zu hören, besuchen Sie die offizielle Webseite der BOKU.