Am 25. November 2025, mitten in der Vorweihnachtszeit, steht Österreich im Zeichen des Black Friday und Cyber Monday. Diese beiden Tage sind bekannt für ihre verlockenden Angebote und den damit verbundenen Kaufrausch. Doch genau hier liegt die Gefahr, wie Johanna Pichler vom Europäischen Verbraucher
Am 25. November 2025, mitten in der Vorweihnachtszeit, steht Österreich im Zeichen des Black Friday und Cyber Monday. Diese beiden Tage sind bekannt für ihre verlockenden Angebote und den damit verbundenen Kaufrausch. Doch genau hier liegt die Gefahr, wie Johanna Pichler vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) warnt. Die vermeintlichen Schnäppchen könnten sich als teure Fallen entpuppen, wenn Konsument:innen nicht aufpassen.
Der Begriff Black Friday beschreibt den Freitag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving und hat sich weltweit als Shopping-Event etabliert. Ursprünglich aus den USA stammend, hat sich dieser Tag auch in Österreich als umsatzstärkster Aktionstag im Handel durchgesetzt. Der Cyber Monday folgt direkt darauf und fokussiert sich auf den Online-Handel. Beide Tage nutzen psychologische Tricks, um den Kaufdruck zu erhöhen. Begriffe wie "nur noch wenige Stücke verfügbar" oder "nur heute 50% Rabatt" sind gängige Methoden, um Spontankäufe zu fördern.
Johanna Pichler vom EVZ erklärt, dass viele dieser Behauptungen unwahr sind und lediglich den psychologischen Druck erhöhen sollen. Sie rät dazu, Ruhe zu bewahren und vor einem Kauf einen Preisvergleich über Plattformen wie Geizhals oder Idealo durchzuführen. So kann man sicherstellen, dass es sich tatsächlich um ein gutes Angebot handelt.
Besonders im Online-Handel lauern Gefahren. Fakeshops, also betrügerische Online-Shops, nutzen die Kaufrausch-Tage, um Konsument:innen mit vermeintlichen Schnäppchen zu locken. Pichler rät, vor dem Kauf zu prüfen, mit wem man einen Vertrag abschließt. Ein fehlendes Impressum oder ausschließlich Vorkasse als Zahlungsmethode können Hinweise auf einen unseriösen Anbieter sein. Sichere Zahlungsmethoden wie PayPal oder Kreditkarte bieten hier einen besseren Schutz, da sie im Zweifelsfall Rückbuchungen ermöglichen.
In Österreich haben Konsument:innen beim Online-Kauf das Recht, binnen 14 Tagen vom Vertrag zurückzutreten, auch bei reduzierter Ware. Dieses Rücktrittsrecht gilt jedoch nicht für alle Produkte, wie etwa Event- oder Flugtickets. Im stationären Handel bieten einige Händler freiwillig Umtauschmöglichkeiten an, die jedoch oft nicht für reduzierte Ware gelten.
Der Verbraucherschutz in Österreich hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt. Bereits in den 1970er Jahren wurden erste gesetzliche Grundlagen geschaffen, um Konsument:innen vor unlauteren Geschäftspraktiken zu schützen. Heute sind Organisationen wie das EVZ wichtige Anlaufstellen, die über Rechte und Pflichten informieren und bei Problemen unterstützen.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz gibt es in Österreich ähnliche gesetzliche Regelungen, jedoch mit einigen länderspezifischen Unterschieden. So sind in der Schweiz beispielsweise die Rückgaberechte weniger stark ausgeprägt als in Österreich und Deutschland.
Für die österreichischen Bürger:innen bedeutet dies, dass sie sich gut informieren sollten, bevor sie in den Kaufrausch verfallen. Ein konkretes Beispiel: Eine Familie aus Wien kaufte während des Black Friday einen Fernseher, der sich später als überteuert herausstellte, da der Preis zuvor künstlich erhöht wurde. Solche Erfahrungen zeigen, dass ein bewusster Umgang mit Angeboten wichtig ist.
Statistiken zeigen, dass die Umsätze an diesen Tagen jährlich steigen. Allein im Jahr 2024 gaben die Österreicher:innen rund 700 Millionen Euro am Black Friday aus, Tendenz steigend. Diese Zahlen verdeutlichen den großen Einfluss dieser Tage auf die Wirtschaft.
Experten prognostizieren, dass der Trend zu Black Friday und Cyber Monday in Österreich weiter zunehmen wird. Die Digitalisierung und der wachsende Online-Handel tragen dazu bei, dass diese Aktionstage immer mehr an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig wird der Verbraucherschutz weiter gestärkt werden müssen, um Konsument:innen vor den Risiken zu bewahren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Vorsicht und ein kritischer Blick auf Angebote unerlässlich sind. Konsument:innen sollten sich gut informieren und ihre Rechte kennen, um nicht in die Rabattfalle zu tappen. Weitere Informationen und Tipps bietet das Europäische Verbraucherzentrum auf seiner Webseite.