Der 26. Januar 2026 könnte für viele Konsumenten ein entscheidender Tag sein. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in einem groß angelegten Test die Qualität und Sicherheit von 16 Nagellacken untersucht. Die Ergebnisse sind überwiegend positiv, doch es gibt auch besorgniserregende Ausnahm
Der 26. Januar 2026 könnte für viele Konsumenten ein entscheidender Tag sein. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in einem groß angelegten Test die Qualität und Sicherheit von 16 Nagellacken untersucht. Die Ergebnisse sind überwiegend positiv, doch es gibt auch besorgniserregende Ausnahmen. Diese Untersuchung betrifft nicht nur die Modebewussten in Österreich, sondern wirft auch ein Licht auf die weitreichenden Auswirkungen der Kosmetikindustrie auf Gesundheit und Umwelt.
Der VKI hat in einem internationalen Gemeinschaftstest 16 Nagellacke auf Herz und Nieren geprüft. Von preiswerten Drogerieprodukten bis hin zu teuren High-End-Marken wurden die Produkte hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und ihrer Haltbarkeit getestet. Besonders im Fokus standen potenziell schädliche Schwermetalle und krebserregende Nitrosamine, die in einigen Produkten gefunden wurden.
Ein zentraler Begriff in dieser Untersuchung ist der der Nitrosamine. Diese chemischen Verbindungen entstehen häufig unbeabsichtigt während der Produktion und stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie sind nicht direkt als Inhaltsstoff zugesetzt, sondern gelten als Verunreinigungen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Deklaration von Inhaltsstoffen. Laut den gesetzlichen Bestimmungen müssen alle Inhaltsstoffe klar lesbar und in der Landessprache angegeben sein. Fehlt diese Deklaration, kann das für Verbraucher erhebliche Risiken bergen.
Die Regulierung von Kosmetikprodukten hat in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht. In den 1980er Jahren wurden erstmals umfassende Richtlinien zur Kennzeichnung und Sicherheit von Kosmetikprodukten in der EU eingeführt. Diese Richtlinien wurden kontinuierlich erweitert, um den Schutz der Verbraucher zu verbessern. In Österreich sind diese Regeln besonders streng, was auf eine lange Tradition des Verbraucherschutzes zurückgeht. Der aktuelle Test des VKI ist ein weiterer Schritt in dieser Entwicklung und zeigt, dass trotz strenger Gesetze immer noch Lücken bestehen.
Interessant ist der Vergleich mit unseren Nachbarländern Deutschland und der Schweiz. In beiden Ländern sind die gesetzlichen Bestimmungen ähnlich streng wie in Österreich, doch die Umsetzung variiert. Während in Deutschland regelmäßige Tests und Kontrollen der Kosmetikprodukte durchgeführt werden, setzt die Schweiz verstärkt auf die Eigenverantwortung der Hersteller. Diese Unterschiede führen dazu, dass in der Schweiz häufiger Produkte mit unzureichender Deklaration im Handel sind, während in Deutschland der Fokus auf der Einhaltung der Inhaltsstoffregelungen liegt.
Die Ergebnisse des Tests haben direkte Auswirkungen auf die Verbraucher. Einerseits können sie sich darauf verlassen, dass die meisten getesteten Nagellacke frei von gefährlichen Schwermetallen sind. Andererseits zeigt die Präsenz von Nitrosaminen und die mangelhafte Deklaration bei einigen Produkten, dass Vorsicht geboten ist. Ein konkretes Beispiel ist das Produkt von Chanel, das trotz seines hohen Preises im Test versagte. Verbraucher sollten daher nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Testergebnisse und die Deklaration achten.
Von den 16 getesteten Produkten erhielten die meisten ein gutes Ergebnis. Zwei Produkte, darunter eines von DM und ein High-End-Produkt, erzielten die höchste Punktzahl von 75 von 100 möglichen Punkten. Die Preise dieser Produkte variieren erheblich, was zeigt, dass Qualität nicht zwangsläufig teuer sein muss. Die Tatsache, dass keine verbotenen Schwermetalle nachgewiesen wurden, ist ein positives Zeichen, doch die gefundenen Nitrosamine in zwei Produkten sind besorgniserregend.
Birgit Schiller, Kosmetik-Expertin beim VKI, betont die Notwendigkeit einer strengen Kontrolle der Inhaltsstoffe und einer klaren Deklaration. Sie weist darauf hin, dass insbesondere bei Produkten für Kinder höchste Vorsicht geboten ist. „Eine niedliche Verpackung ist kein Garant für Sicherheit“, warnt Schiller. Diese Aussage unterstreicht die Wichtigkeit von Aufklärung und Transparenz in der Kosmetikbranche.
Die Zukunft der Kosmetikindustrie wird geprägt sein von einer noch stärkeren Fokussierung auf Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Die Nachfrage nach nachhaltigen und unbedenklichen Produkten steigt kontinuierlich. Hersteller werden zunehmend in die Pflicht genommen, ihre Produktionsprozesse zu überdenken und innovative, umweltfreundliche Lösungen zu entwickeln. Die Verbraucher in Österreich und weltweit werden von dieser Entwicklung profitieren, da sie Zugang zu sichereren und transparenteren Produkten erhalten.
Der Test des VKI zeigt, dass trotz vieler positiver Ergebnisse noch Handlungsbedarf besteht. Verbraucher sollten sich nicht allein auf den Preis verlassen, sondern sich aktiv über die Inhaltsstoffe und Testergebnisse informieren. Die vollständigen Ergebnisse sind ab dem 29. Januar 2026 in der Zeitschrift KONSUMENT und auf der Website des VKI verfügbar. Diese Transparenz ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Haben Sie Fragen zu den Ergebnissen oder möchten Sie mehr über die Sicherheit Ihrer Kosmetikprodukte erfahren? Besuchen Sie die offizielle VKI-Website für weiterführende Informationen.