Am 18. November 2025 verwandelte sich die VHS Simmering in Wien in ein lebendiges Forum der politischen Teilhabe. Jugendliche und junge Erwachsene aus Pflichtschulabschluss- und Basisbildungskursen der Wiener Volkshochschulen kamen zusammen, um ihre Stimmen im Rahmen des Jugendparlaments zu erheben.
Am 18. November 2025 verwandelte sich die VHS Simmering in Wien in ein lebendiges Forum der politischen Teilhabe. Jugendliche und junge Erwachsene aus Pflichtschulabschluss- und Basisbildungskursen der Wiener Volkshochschulen kamen zusammen, um ihre Stimmen im Rahmen des Jugendparlaments zu erheben. In einer Zeit, in der politische Partizipation junger Menschen immer wichtiger wird, bot dieser Tag eine Plattform, um direkt mit Entscheidungsträgern in Dialog zu treten.
Das Jugendparlament ist ein innovatives Format, das jungen Menschen die Möglichkeit gibt, ihre Anliegen und Vorschläge direkt an die Politik zu richten. Der Austausch fand nicht nur unter den Teilnehmer*innen statt, sondern auch mit politischen Persönlichkeiten wie Veronica Kaup-Hasler, der Amtsführenden Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, und Paul Stich, Abgeordneter zum Nationalrat. Diese Gelegenheit, politische Prozesse hautnah zu erleben und zu beeinflussen, ist ein wesentlicher Bestandteil der demokratischen Bildung.
Die Jugendlichen beschäftigten sich mit vier großen Themenfeldern, die ihre Lebensrealität prägen: Bildung und Ausbildung, Aufenthaltsrecht und Staatsbürgerschaft, Einkommen, Finanzen und Steuern sowie Digitalisierung und Neue Medien. In Workshops erarbeiteten sie Fragen und Vorschläge, die sie am Nachmittag im Plenum präsentierten.
Bildung ist ein Grundpfeiler für die persönliche und berufliche Entwicklung. Die Diskussionen drehten sich um die Verbesserung der Bildungsangebote und den Zugang zu höherer Bildung. Die Teilnehmer*innen betonten die Notwendigkeit, Bildungssysteme zu modernisieren und an die Bedürfnisse der heutigen Jugend anzupassen.
Das Aufenthaltsrecht ist ein komplexes Thema, das viele junge Menschen betrifft. Die Jugendlichen forderten klarere Regelungen und mehr Unterstützung bei der Integration. Sie wiesen darauf hin, dass ein sicherer Aufenthaltsstatus entscheidend für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft ist.
Finanzielle Sicherheit ist ein zentrales Anliegen. Die Teilnehmer*innen diskutierten über faire Löhne, Steuergerechtigkeit und die Unterstützung junger Menschen beim Einstieg in das Berufsleben. Sie forderten mehr Transparenz und gerechtere Verteilung der Ressourcen.
Die Digitalisierung bietet Chancen, birgt aber auch Herausforderungen. Die Jugendlichen sprachen über den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und die Notwendigkeit, digitale Kompetenzen zu fördern. Sie betonten, dass der Zugang zu digitaler Bildung für alle gewährleistet sein muss.
Das Jugendparlament zeigt eindrucksvoll, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken. Die Veranstaltung verdeutlicht, dass politische Bildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch das Selbstbewusstsein und die Teilhabe fördert. Viele der Teilnehmer*innen erlebten zum ersten Mal, dass ihre Ideen in einem politischen Rahmen gehört werden.
Die Einbindung junger Menschen in politische Prozesse hat in Österreich eine lange Tradition. Bereits in den 1970er Jahren begannen Initiativen, die politische Bildung junger Menschen zu stärken. Heute sind Programme wie das Jugendparlament essenziell, um die demokratische Teilhabe zu fördern.
In Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Programme, die junge Menschen in politische Entscheidungsprozesse einbinden. In Deutschland sind Jugendparlamente in vielen Städten etabliert, während die Schweiz mit Jugendräten arbeitet. Diese Initiativen zeigen, dass die Förderung der politischen Teilhabe junger Menschen ein internationaler Trend ist.
Die Teilnahme am Jugendparlament hat direkte Auswirkungen auf die jungen Menschen. Sie lernen, ihre Meinung zu artikulieren und Argumente zu formulieren. Zudem erfahren sie, wie politische Prozesse funktionieren und wie sie selbst Einfluss nehmen können. Diese Erfahrungen sind wertvoll für ihre persönliche Entwicklung und ihre Rolle als aktive Bürger*innen.
Laut einer Studie der Europäischen Kommission sind Jugendliche, die an politischen Bildungsprogrammen teilnehmen, eher bereit, sich gesellschaftlich zu engagieren. In Österreich haben über 70% der befragten Jugendlichen angegeben, dass sie sich durch solche Programme politisch besser informiert fühlen.
Die Zukunft der politischen Bildung liegt in der Integration neuer Medien und interaktiver Formate. Das Jugendparlament ist ein Beispiel dafür, wie junge Menschen aktiv in politische Prozesse eingebunden werden können. Diese Formate müssen weiterentwickelt und ausgebaut werden, um noch mehr junge Menschen zu erreichen.
Das Jugendparlament der Wiener Volkshochschulen ist ein beeindruckendes Beispiel für gelebte Demokratie. Es zeigt, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken. Die Veranstaltung verdeutlicht die Bedeutung politischer Bildung und die Notwendigkeit, jungen Menschen Gehör zu verschaffen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der VHS.