Am 12. Dezember 2025 veröffentlichte ATV die Ergebnisse einer aufschlussreichen Meinungsumfrage, die das Vertrauen der österreichischen Bevölkerung in die Wirtschaftskompetenz ihrer politischen Parteien untersucht. Diese Umfrage, durchgeführt von Peter Hajek Public Opinion Strategies, zeigt ein ernü
Am 12. Dezember 2025 veröffentlichte ATV die Ergebnisse einer aufschlussreichen Meinungsumfrage, die das Vertrauen der österreichischen Bevölkerung in die Wirtschaftskompetenz ihrer politischen Parteien untersucht. Diese Umfrage, durchgeführt von Peter Hajek Public Opinion Strategies, zeigt ein ernüchterndes Bild der politischen Landschaft in Österreich. Die Ergebnisse werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die Parteien stehen, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.
In der Umfrage, die zwischen dem 9. und 11. Dezember 2025 durchgeführt wurde, wurden 500 wahlberechtigte Österreicher:innen befragt. Die zentrale Frage lautete, ob die politischen Parteien über konkrete und realistische Konzepte verfügen, um die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme des Landes zu lösen. Die Antworten wurden auf einer 5er-Skala von 'ja, absolut' bis 'nein, sicher nicht' erfasst.
Die Ergebnisse sind ernüchternd: Lediglich 32 Prozent der Befragten trauen der FPÖ unter Herbert Kickl zu, die wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Die ÖVP unter Christian Stocker und die NEOS unter Beate Meinl-Reisinger erhielten jeweils 20 Prozent Zustimmung. Die SPÖ unter Andreas Babler und die Grünen unter Leonore Gewessler schnitten mit 18 bzw. 17 Prozent noch schlechter ab.
Im Gegensatz dazu glauben 62 Prozent der Befragten nicht, dass die Grünen in der Lage sind, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Ähnlich negativ ist das Bild bei der SPÖ und den NEOS mit jeweils 52 Prozent und bei der ÖVP und FPÖ mit jeweils 47 Prozent.
Das Vertrauen in die wirtschaftspolitische Kompetenz der Parteien hat in den letzten Jahren stark gelitten. Historisch gesehen, galt die ÖVP lange als die Partei mit der größten Wirtschaftskompetenz, insbesondere aufgrund ihrer engen Verbindungen zu Wirtschaftsverbänden und ihrer traditionell wirtschaftsfreundlichen Politik. Diese Reputation hat jedoch in den letzten Jahren stark nachgelassen, was sich auch in der aktuellen Umfrage widerspiegelt.
Die FPÖ, die in der Vergangenheit weniger als wirtschaftskompetent wahrgenommen wurde, hat in den letzten Jahren versucht, sich als Alternative zu etablieren, insbesondere durch populistische Ansätze und die Betonung nationaler Interessen. Diese Strategie scheint zumindest teilweise aufzugehen, da sie in der aktuellen Umfrage besser abschneidet als andere Parteien.
Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass Österreich nicht allein mit diesem Vertrauensverlust steht. Auch in Deutschland und der Schweiz gibt es ähnliche Tendenzen. In Deutschland haben die etablierten Parteien ebenfalls an Vertrauen in wirtschaftlichen Fragen verloren, während in der Schweiz die direkte Demokratie oft als Ventil für wirtschaftspolitische Unzufriedenheit dient.
In Österreich jedoch scheint die Kluft zwischen den Erwartungen der Bürger und den wahrgenommenen Fähigkeiten der Parteien größer zu sein. Dies könnte auf die spezifischen wirtschaftlichen Herausforderungen zurückzuführen sein, mit denen Österreich konfrontiert ist, wie etwa die hohe Inflation und die steigenden Lebenshaltungskosten.
Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Kompetenz der Parteien hat direkte Auswirkungen auf die Bürger. Viele Österreicher:innen fühlen sich in ihrer wirtschaftlichen Zukunft unsicher, was zu einer allgemeinen Verunsicherung und einem Rückgang des Konsumverhaltens führen kann. Dies wiederum könnte die wirtschaftliche Lage weiter verschärfen.
Ein Beispiel dafür ist die steigende Zahl an Menschen, die sich Sorgen um ihre Altersvorsorge machen. Ohne das Vertrauen in eine kompetente wirtschaftspolitische Führung, die langfristige Lösungen bietet, steigt die Angst vor einer unzureichenden finanziellen Absicherung im Alter.
Die Umfrage von Peter Hajek liefert detaillierte Einblicke in die Meinungen der Wähler. So zeigt sich, dass innerhalb der Wählergruppen die Reihen weitgehend geschlossen sind. 79 Prozent der Grün-Wähler:innen glauben an die Problemlösefähigkeit ihrer Partei, während es bei den NEOS 75 Prozent sind. Bei der ÖVP sind es 72 Prozent, bei der FPÖ 69 Prozent und bei der SPÖ 60 Prozent.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass trotz des allgemeinen Misstrauens die Parteianhängerschaft weiterhin zu ihren Parteien steht. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Parteibindung in Österreich stark ist, auch wenn das Vertrauen in die wirtschaftliche Kompetenz der Parteien insgesamt schwach ist.
Meinungsforscher Peter Hajek kommentiert: „Das Vertrauen in die wirtschaftspolitische Kompetenz der österreichischen Parteien ist – freundlich formuliert – ausbaufähig. Insbesondere die ÖVP hat in diesem Politikfeld schwer gelitten, wurde ihr doch in der Vergangenheit über die bürgerliche Wählerschaft hinaus Expertise in Wirtschafts- und Finanzfragen zugestanden. In dieser von Misstrauen geprägten Stimmung gegenüber den Parteien schneidet die FPÖ noch am besten ab.“
Die Zukunftsperspektive für die Parteien ist herausfordernd. Um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, müssen sie klare, umsetzbare und glaubwürdige wirtschaftspolitische Konzepte präsentieren. Es wird entscheidend sein, wie die Parteien auf die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen reagieren und ob sie in der Lage sind, konkrete Lösungen zu bieten, die das Vertrauen der Wähler stärken.
Die Ergebnisse der Umfrage von Peter Hajek werfen ein kritisches Licht auf die wirtschaftspolitische Kompetenz der österreichischen Parteien. Während die FPÖ in dieser Umfrage am besten abschneidet, zeigt sich insgesamt ein Bild des Misstrauens und der Unsicherheit. Die Parteien stehen vor der Herausforderung, das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, indem sie klare und umsetzbare wirtschaftspolitische Konzepte präsentieren.
Für die Bürger bedeutet dies, wachsam zu bleiben und die wirtschaftspolitischen Versprechen der Parteien kritisch zu hinterfragen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Parteien in der Lage sind, die Erwartungen der Wähler zu erfüllen und das Vertrauen in ihre wirtschaftliche Kompetenz wiederherzustellen.