Ultra Fast Fashion – ein Begriff, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, steht für Mode, die extrem schnell und kostengünstig produziert wird. Doch was sich zunächst wie ein Paradies für Schnäppchenjäger anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als massives Problem für M
Ultra Fast Fashion – ein Begriff, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, steht für Mode, die extrem schnell und kostengünstig produziert wird. Doch was sich zunächst wie ein Paradies für Schnäppchenjäger anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als massives Problem für Mensch, Umwelt und Städte. Am 5. November 2025 veröffentlichte der Grüne Klub im Wiener Rathaus eine Pressemitteilung, die auf die alarmierenden Ergebnisse eines Produkttests von GLOBAL 2000 und der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hinweist. Diese Tests zeigen, dass Ultra Fast Fashion mehr als nur ein modischer Trend ist – sie ist eine Gefahr.
Ultra Fast Fashion unterscheidet sich von der herkömmlichen Fast Fashion durch die noch schnellere Produktion und den noch niedrigeren Preis. Marken wie Shein und Temu sind Vorreiter dieses Trends. Sie produzieren innerhalb von Tagen neue Kollektionen und bieten diese zu Schleuderpreisen an. Diese Mode ist nicht nur billig, sondern auch oft von minderer Qualität, was dazu führt, dass sie schnell entsorgt wird.
Der Bericht von GLOBAL 2000 und AK OÖ hat aufgedeckt, dass viele der getesteten Kleidungsstücke gefährliche Chemikalien enthalten. Dazu gehören PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen), Phthalate und sogar Blei. Diese Chemikalien sind nicht nur gesundheitsschädlich, sondern auch umweltschädlich. Sie gelangen über die Kleidung auf unsere Haut und in die Umwelt, wo sie schwer abbaubar sind und langfristige Schäden verursachen können.
In Paris, einer der Modehauptstädte der Welt, gab es kürzlich Proteste gegen das erste stationäre Geschäft von Shein. Diese Proteste machen deutlich, dass Ultra Fast Fashion nicht nur ein gesundheitliches und ökologisches Problem ist, sondern auch eine Herausforderung für die Stadtpolitik und die lokale Wirtschaft darstellt. Die Grünen in Wien warnen davor, dass Wien das nächste Ziel für solche Geschäfte sein könnte und fordern die Stadt auf, präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Ein weiteres Problem, das mit Ultra Fast Fashion einhergeht, ist die enorme Menge an Textilabfällen. Die Stadt Wien rechnet bis 2030 mit etwa 9.000 Tonnen Alttextilien pro Jahr – ein Anstieg von 50 Prozent in nur zehn Jahren. Der Großteil dieser Textilien wird nicht recycelt, sondern landet auf Mülldeponien, oft in Ländern des Globalen Südens, wo sie die Umwelt belasten und die Lebensbedingungen der Menschen verschlechtern.
Die Produktion von Ultra Fast Fashion geht oft mit schlechten Arbeitsbedingungen einher. In einer Lagerhalle eines Logistikpartners von Temu in Floridsdorf wurden Verstöße gegen das Arbeits- und Sozialversicherungsrecht festgestellt. Die Arbeiter sind oft gezwungen, unter prekären Bedingungen zu arbeiten, was die Menschenrechte verletzt und die soziale Gerechtigkeit untergräbt.
Wien bietet bereits eine Vielzahl von Alternativen zur Ultra Fast Fashion. Second-Hand-Läden, Reparaturwerkstätten und Upcycling-Labels fördern eine nachhaltige Modekultur. Diese Initiativen unterstützen nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern tragen auch zur Reduzierung von Textilabfällen bei. Die Grünen fordern, dass diese nachhaltigen Alternativen mehr Unterstützung und Sichtbarkeit erhalten.
Die Zukunft der Mode könnte in einer Kreislaufwirtschaft liegen, die auf Wiederverwendung und Recycling setzt. Städte wie Wien haben die Möglichkeit, Vorreiter in dieser Bewegung zu werden, indem sie die notwendigen politischen Maßnahmen ergreifen, um nachhaltige Mode zu fördern und Ultra Fast Fashion zu regulieren. Dies erfordert jedoch ein Umdenken sowohl bei den Konsumenten als auch bei den Produzenten.
Ultra Fast Fashion ist ein komplexes Problem, das weit über die Modeindustrie hinausgeht. Es betrifft unsere Gesundheit, unsere Umwelt und unsere Gesellschaft. Die Ergebnisse des Produkttests von GLOBAL 2000 und AK OÖ sind ein Weckruf, der nicht ignoriert werden darf. Es liegt an uns allen, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.