Ein hartnäckiger Husten, der nicht verschwinden will. Fieber, das immer wiederkehrt. Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund. Was viele Österreicherinnen und Österreicher für harmlose Erkältungssymptome halten könnten, entpuppt sich manchmal als Tuberkulose.
Anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März schlägt Marcel Rowhani, Obmann der Fachgruppe Pneumologie in der Österreichischen Ärztekammer, Alarm. Seine Botschaft ist klar: Trotz medizinischer Fortschritte und rückläufiger Fallzahlen in Österreich darf die Wachsamkeit nicht nachlassen.
Tuberkulose, medizinisch als TBC abgekürzt, wird durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion. Zu den häufigsten Symptomen gehören Husten, Fieber und Gewichtsabnahme.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet, dass im Jahr 2024 schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen weltweit an Tuberkulose erkrankten und 1,23 Millionen Menschen an der Erkrankung starben. Rowhani betont, dass trotz Verbesserungen in Diagnostik und Therapie die Krankheit weiterhin eine große Gefahr darstellt, auch aufgrund des Anstiegs multiresistenter Tuberkulose-Erreger (MDR-TB), die Gesundheitssysteme vor Herausforderungen stellen.
Während Tuberkulose in den Nachkriegsjahren in Österreich weit verbreitet war, ist der Langzeittrend rückläufig. Laut Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gab es in den letzten Jahren weiterhin unter 400 TBC-Fälle. Rowhani warnt vor zu viel Sorglosigkeit: "In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass globale Krisen zu einem Anstieg der Fallzahlen auch bei uns führen können. Deshalb sollte man auch hierzulande wachsam bleiben."
Rowhani hebt hervor, dass es seit 2000 durch internationale Tuberkulose-Programme Erfolge gab; schätzungsweise 83 Millionen Menschenleben konnten dadurch gerettet werden. Er kritisiert zugleich, dass Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit in den letzten Jahren zu Rückschlägen in der Bekämpfung von Tuberkulose geführt hätten.
Österreich habe ein gutes Präventions- und Kontrollprogramm, das beispielsweise beim Auftreten von Tuberkulose sofort eine Umgebungsuntersuchung einleite. "Wichtig für eine erfolgreiche Tuberkulosekontrolle sind jedenfalls eine rasche Diagnose und effektive Behandlung - nicht nur für den einzelnen Betroffenen, sondern auch damit die Erkrankung weder weiter übertragen wird noch sich Resistenzen ausbilden können", sagt Rowhani.