Am 28. November 2025 erschütterte eine Nachricht die österreichische Finanzwelt: Die Sun Contracting Gruppe, einst Vorreiter in der nachhaltigen Energiebranche, steht vor dem finanziellen Kollaps. Zahlreiche Tochtergesellschaften sind insolvent, und gegen 20 Personen wird in mehreren Ländern ermitte
Am 28. November 2025 erschütterte eine Nachricht die österreichische Finanzwelt: Die Sun Contracting Gruppe, einst Vorreiter in der nachhaltigen Energiebranche, steht vor dem finanziellen Kollaps. Zahlreiche Tochtergesellschaften sind insolvent, und gegen 20 Personen wird in mehreren Ländern ermittelt. Für die Anleger, die auf die Versprechen von stabilen Erträgen bei geringem Risiko vertrauten, droht nun der Totalverlust ihrer Investitionen.
Die Sun Contracting Gruppe präsentierte sich über Jahre hinweg als erfolgreicher Anbieter von Solarenergieprojekten. Ein erheblicher Anteil ihrer Finanzierung stammte von Privatanlegern, die in nachrangige Darlehen und Anleihen investierten. Diese Form der Finanzierung bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz die Gläubiger erst nach allen anderen bedient werden. Nun, da das Unternehmen zahlungsunfähig ist, stehen diese Investoren vor dem Scherbenhaufen ihrer finanziellen Engagements.
Nachrangige Darlehen sind eine spezielle Form der Kreditvergabe, bei der der Darlehensgeber im Insolvenzfall nachrangig, also nach allen anderen Gläubigern, bedient wird. Dies bedeutet ein höheres Risiko für den Darlehensgeber, das in der Regel durch höhere Zinsen kompensiert werden soll. In der Praxis kann dies jedoch bedeuten, dass im Falle einer Firmeninsolvenz die Chancen auf Rückzahlung des Darlehens gering sind.
Die Praxis der Finanzierung durch nachrangige Darlehen ist nicht neu und hat in der Vergangenheit sowohl in Österreich als auch international immer wieder zu kontroversen Diskussionen geführt. In Deutschland und der Schweiz gibt es ebenfalls zahlreiche Fälle, in denen Investoren durch Insolvenzen von Unternehmen, die sich auf diese Art der Finanzierung stützten, große Verluste erlitten haben. In Österreich erinnert der Fall an das Debakel um die Commerzialbank Mattersburg, bei dem ebenfalls viele Privatanleger betroffen waren.
Der Verbraucherschutzverein (VSV) hat rasch reagiert und eine Sammelaktion ins Leben gerufen, um den betroffenen Anlegern zu helfen. Ziel ist es, die Ansprüche der Geschädigten zu bündeln und ihre Positionen im Insolvenzverfahren zu stärken. Daniela Holzinger, Obfrau des VSV, betont die Wichtigkeit der gemeinsamen Interessenvertretung, um Transparenz zu schaffen und die Chancen auf Rückgewinnung der Investitionen zu erhöhen.
Die Teilnahme an der Sammelaktion steht allen betroffenen Anlegern der Sun Contracting und Green Finance offen. Der VSV unterstützt die Anleger bei der Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren und bietet rechtliche Beratung durch den Vertrauensanwalt Dr. Maximilian Maier. Die grenzüberschreitende Dimension des Falls, insbesondere die Verflechtungen mit der Green Finance Gruppe und dem Fürstentum Liechtenstein, erfordert besondere juristische Expertise.
Für viele Privatanleger ist die Situation existenzbedrohend. Sie hatten auf die Versprechen der Sun Contracting Gruppe vertraut und stehen nun vor einem möglichen Totalverlust. Die finanzielle Unsicherheit belastet nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Familien. Der VSV versucht, durch die Sammelaktion und die Bereitstellung von Informationen und Unterstützung, den Anlegern eine Perspektive zu bieten.
Die genauen finanziellen Auswirkungen sind noch unklar, da die Ermittlungen andauern. Es wird jedoch erwartet, dass Hunderte von Anlegern betroffen sind. Die Insolvenzfälle in Österreich haben in den letzten Jahren zugenommen, wobei die Sun Contracting Gruppe ein prominentes Beispiel für die Risiken von Investitionen in vermeintlich sichere Projekte darstellt.
Die Insolvenz der Sun Contracting Gruppe wirft einen Schatten auf die Solarenergiebranche in Österreich. Dennoch bleibt die Nachfrage nach nachhaltigen Energiequellen hoch. Experten prognostizieren, dass trotz der aktuellen Herausforderungen, die Solarenergie weiterhin ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Energiepolitik bleiben wird. Die Regierung plant, in den kommenden Jahren verstärkt in erneuerbare Energien zu investieren, um die Klimaziele zu erreichen.
Für Anleger bedeutet dies, dass trotz der aktuellen Rückschläge, Investitionen in erneuerbare Energien weiterhin attraktiv bleiben könnten, wenn sie mit der nötigen Vorsicht und einem klaren Verständnis der Risiken getätigt werden.
Die Insolvenz der Sun Contracting Gruppe zeigt, wie wichtig es ist, sich als Anleger umfassend zu informieren und die Risiken von Investitionen genau abzuwägen. Der Verbraucherschutzverein bietet den betroffenen Anlegern Unterstützung und die Möglichkeit, ihre Ansprüche zu bündeln. Interessierte Anleger sollten sich zeitnah über die Website des VSV anmelden, um ihre Chancen auf Rückgewinnung ihrer Investitionen zu erhöhen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Verbraucherschutzvereins.