In einem überraschenden Schritt hat Dänemark angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Bücher komplett abzuschaffen. Diese Entscheidung sorgt nicht nur in Dänemark, sondern auch in Österreich für viel Aufsehen. Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) fordert nun eine rasche Umsetzung einer
In einem überraschenden Schritt hat Dänemark angekündigt, die Mehrwertsteuer auf Bücher komplett abzuschaffen. Diese Entscheidung sorgt nicht nur in Dänemark, sondern auch in Österreich für viel Aufsehen. Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) fordert nun eine rasche Umsetzung einer ähnlichen Maßnahme in Österreich. Doch was bedeutet das für die österreichische Buchbranche und die Leser im Land?
Die Entscheidung in Dänemark wurde von Kulturminister Jakob Engel-Schmidt bekannt gegeben. Sein Land sieht sich in einer sogenannten „Lesekrise“, was bedeutet, dass die Menschen immer weniger lesen. Die Abschaffung der Mehrwertsteuer soll diesem Trend entgegenwirken. Mit 25 Prozent hatte Dänemark bisher die höchste Steuer auf Bücher in Europa.
Im Vergleich dazu liegt die Mehrwertsteuer auf Bücher in Österreich bei 10 Prozent. In Deutschland beträgt sie 7 Prozent, und in der Schweiz sogar nur 2,6 Prozent. Einige Länder wie Irland, Tschechien, Großbritannien und Norwegen haben die Mehrwertsteuer auf Bücher bereits auf 0 Prozent gesenkt. Diese Unterschiede zeigen, dass Österreich im europäischen Vergleich eher im Mittelfeld liegt.
Bereits im Frühjahr wurden im Rahmen des österreichischen Regierungsprogramms Pläne zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher diskutiert. Der HVB, vertreten durch Präsident Benedikt Föger, sieht die dänische Entscheidung als Vorbild. „Dänemark hat vorgemacht, was möglich ist“, sagt Föger. Er fordert eine schnelle Umsetzung der im Regierungsprogramm enthaltenen Steuererleichterungen auch in Österreich.
Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher ist nicht nur eine Erleichterung für die Verlage, sondern auch für die Leser. Bücher könnten günstiger werden, was mehr Menschen zum Lesen animieren könnte. Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien dominieren, könnte dies ein wichtiger Schritt sein, um die Lesekultur zu fördern.
Historisch gesehen, war die Besteuerung von Büchern immer ein umstrittenes Thema. In vielen Ländern wurden Bücher als Kulturgut betrachtet, das von hohen Steuern ausgenommen sein sollte. In Österreich gab es bereits während der Corona-Pandemie eine temporäre Senkung der Mehrwertsteuer auf 5 Prozent für 18 Monate.
Die Frage bleibt, ob Österreich dem dänischen Beispiel folgen wird. Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher könnte nicht nur die Lesekultur fördern, sondern auch den lokalen Buchhandel stärken. Experten sind sich einig, dass eine solche Maßnahme positive wirtschaftliche und kulturelle Effekte haben könnte. „Eine Senkung der Steuer würde den heimischen Markt beleben und Österreich zu einem attraktiveren Standort für Verlage machen“, so ein Branchenkenner.
Die Umsetzung einer solchen Steuerreform ist jedoch nicht ohne politische Hürden. Im aktuellen Regierungsprogramm Österreichs ist die „Senkung der Mehrwertsteuer auf Kunstwerke, Tickets und Bücher im Lichte der Steuersätze anderer europäischer Länder zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen“ vermerkt. Dies zeigt, dass die politische Bereitschaft vorhanden ist, auch wenn konkrete Schritte noch ausstehen.
Für die Bürger könnte eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher bedeuten, dass der Zugang zu Literatur erschwinglicher wird. Dies könnte insbesondere für Familien und junge Menschen ein Anreiz sein, öfter zu Büchern zu greifen. Ein Leser kommentiert: „Wenn Bücher günstiger werden, könnte das viele Menschen zum Lesen motivieren. Gerade in einer digitalen Welt ist das ein wichtiger Schritt.“
Die dänische Entscheidung zur Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Bücher hat eine wichtige Diskussion in Gang gesetzt. Ob Österreich diesem Beispiel folgen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass eine solche Maßnahme positive Auswirkungen auf die Buchbranche und die Lesekultur haben könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die österreichische Regierung bereit ist, diesen Schritt zu gehen.