Am 6. Februar, dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM), warnt die Gründerin der österreichischen Plattform „Stop FGM“ und außenpolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, eindringlich vor einem gefährlichen Rückschritt im weltweiten Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Mädche
Am 6. Februar, dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM), warnt die Gründerin der österreichischen Plattform „Stop FGM“ und außenpolitische Sprecherin der SPÖ, Petra Bayr, eindringlich vor einem gefährlichen Rückschritt im weltweiten Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. In Zeiten globaler Budgetkürzungen und anstehender UN-Reformen droht eine Abschwächung der Bemühungen, die Millionen von Mädchen und Frauen weltweit schützen sollen. Diese Entwicklung betrifft auch Österreich, das sich in seiner Entwicklungszusammenarbeit an einem menschenrechtsbasierten Ansatz orientiert.
Weibliche Genitalverstümmelung, kurz FGM, bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren weiblichen Genitalien aus nicht-medizinischen Gründen. Diese Praxis ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt. Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Mädchen und Frauen betroffen, vor allem in Afrika, dem Nahen Osten und Asien. FGM führt zu schwerwiegenden gesundheitlichen und psychischen Folgen, darunter Infektionen, chronische Schmerzen und Komplikationen bei der Geburt.
Historisch gesehen ist FGM in vielen Kulturen tief verwurzelt und wird oft als Initiationsritus oder Mittel zur Kontrolle weiblicher Sexualität betrachtet. In den letzten Jahrzehnten haben internationale Organisationen und lokale NGOs erhebliche Fortschritte im Kampf gegen FGM erzielt. Doch diese Erfolge sind fragil. Länder wie Gambia, wo der Oberste Gerichtshof derzeit über die Aufhebung des FGM-Verbots verhandelt, zeigen, wie schnell Schutzmechanismen unter politischem Druck ins Wanken geraten können.
Österreich spielt in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit eine aktive Rolle. Der menschenrechtsbasierte Ansatz des Landes betont Nicht-Diskriminierung, Partizipation und Rechenschaftspflicht. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, die ähnliche Ansätze verfolgen, zeigt sich, dass Österreichs Engagement in der Gleichstellung von Frauen und Mädchen sowie im Schutz vor Gewalt besonders hervorgehoben wird. Diese Bemühungen sind jedoch zunehmend von globalen Sparmaßnahmen bedroht.
Für Bürgerinnen und Bürger in Österreich bedeutet die Abschwächung internationaler Anstrengungen gegen FGM, dass die globale Verantwortung für den Schutz von Frauenrechten gefährdet ist. Österreichische NGOs wie SONNE-International arbeiten seit Jahren daran, die Praxis der FGM in Ländern wie Äthiopien zu bekämpfen. Ein Rückgang der finanziellen Mittel könnte diese lebenswichtige Arbeit erheblich beeinträchtigen. Die österreichische Bevölkerung ist aufgerufen, diesen Kampf zu unterstützen und sich für die Rechte von Frauen weltweit einzusetzen.
Statistiken zeigen, dass FGM weltweit auf dem Rückzug ist, doch die Fortschritte sind ungleichmäßig. In Ländern wie Somalia sind immer noch über 90% der Frauen betroffen, während in anderen Regionen die Raten deutlich gesunken sind. Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit trägt durch finanzielle Unterstützung und Aufklärungsprogramme dazu bei, diese Zahlen weiter zu senken. Dennoch erfordern die komplexen sozialen und kulturellen Hintergründe von FGM einen langfristigen und beharrlichen Einsatz.
Petra Bayr betont, dass die Bekämpfung von FGM nicht zum Kollateralschaden globaler Sparmaßnahmen werden darf. Experten warnen, dass ohne kontinuierliche Finanzierung und politische Sichtbarkeit die bisherigen Erfolge in Gefahr sind. Die Zukunftsperspektiven hängen stark von der internationalen Zusammenarbeit ab, bei der Österreich eine wichtige Rolle spielt. Es gilt sicherzustellen, dass Frauen- und Menschenrechte nicht verhandelbare Grundpfeiler bleiben.
Der Kampf gegen FGM ist ein globales Anliegen, das kontinuierliche Anstrengungen und internationale Kooperation erfordert. Österreich hat sich diesem Ziel verschrieben, doch die aktuellen Entwicklungen sind besorgniserregend. Es liegt an uns allen, die Stimmen betroffener Frauen zu hören und zu unterstützen. Nur so können wir sicherstellen, dass die Fortschritte der letzten Jahrzehnte nicht verloren gehen. Weitere Informationen und wie Sie helfen können, finden Sie auf den Webseiten von Organisationen wie SONNE-International.