Am 25. November 2025 wurde eine alarmierende Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) veröffentlicht. Diese zeigt, dass von jedem für Lebensmittel ausgegebenen Euro nur vier Cent bei den österreichischen Bäuerinnen und Bauern ankommen. Diese Zahl wirft ein grelles Licht
Am 25. November 2025 wurde eine alarmierende Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) veröffentlicht. Diese zeigt, dass von jedem für Lebensmittel ausgegebenen Euro nur vier Cent bei den österreichischen Bäuerinnen und Bauern ankommen. Diese Zahl wirft ein grelles Licht auf die finanzielle Schieflage in der heimischen Landwirtschaft und hat sofortige Reaktionen hervorgerufen.
Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle in Österreichs Wirtschaft und Kultur. Mit über 160.000 landwirtschaftlichen Betrieben ist sie nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber, sondern auch ein Garant für die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln. Die heimischen Bauern leisten täglich harte Arbeit, um qualitativ hochwertige Produkte zu liefern, die sowohl in Österreich als auch international geschätzt werden.
Die aktuelle Wifo-Studie hat die Verteilung der Einnahmen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Großteil der Einnahmen bei den Verarbeitern und dem Einzelhandel verbleibt. Die Landwirte, die den Ausgangspunkt dieser Kette bilden, erhalten nur einen Bruchteil der Gesamteinnahmen. Diese Ungleichheit hat weitreichende Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Betriebe.
Historisch gesehen hat die Landwirtschaft in Österreich stets eine wichtige Rolle gespielt. Seit den 1950er Jahren hat sich jedoch die Struktur der Landwirtschaft stark verändert. Die Anzahl der Betriebe ist gesunken, während die Betriebsgrößen zugenommen haben. Diese Entwicklung ist nicht nur in Österreich zu beobachten, sondern auch in Ländern wie Deutschland und der Schweiz. In Deutschland beispielsweise erhalten Landwirte etwa sechs Prozent der Lebensmittelausgaben, während es in der Schweiz rund acht Prozent sind. Diese Unterschiede verdeutlichen den Handlungsbedarf in Österreich.
Für die Bürger bedeutet diese Schieflage, dass die Preise für regionale Produkte möglicherweise steigen könnten, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, um die Einnahmen der Landwirte zu erhöhen. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Qualität der Lebensmittel leidet, wenn Landwirte gezwungen sind, Kosten zu senken, um überleben zu können. Ein Beispiel hierfür ist die Milchproduktion: Wenn Bauern ihre Milch unter den Produktionskosten verkaufen müssen, kann dies langfristig zu einem Rückgang der Milchqualität führen.
Die SPÖ, vertreten durch Landwirtschaftssprecherin Elisabeth Feichtinger und den Vorsitzenden der SPÖ-Bäuerinnen und Bauern, Michael Schwarzlmüller, fordert eine umfassende Reform des Lebensmittelsektors. Ziel ist es, eine gerechtere Verteilung der Einnahmen sicherzustellen. Ein zentraler Punkt der Forderungen ist die Einführung von mehr Transparenz in der Lebensmittelkette. Die Bundesregierung plant, auf Initiative des Wirtschaftsministeriums, eine Gesetzesänderung, die der Statistik Austria ermöglichen soll, detaillierte Erhebungen durchzuführen.
Die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft hängt maßgeblich von den politischen Entscheidungen der nächsten Jahre ab. Eine gerechtere Verteilung der Einnahmen könnte nicht nur die Existenz der Landwirte sichern, sondern auch die Qualität der heimischen Lebensmittel verbessern. Langfristig könnte dies auch dazu beitragen, die Abhängigkeit von importierten Lebensmitteln zu reduzieren und die regionale Wirtschaft zu stärken.
Die aktuelle Situation in der österreichischen Landwirtschaft erfordert dringende Maßnahmen. Die SPÖ hat klare Forderungen gestellt, um die Verteilung der Einnahmen gerechter zu gestalten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Regierung diese Herausforderungen annehmen wird. Für die Bürger bleibt zu hoffen, dass faire Preise für Landwirte und Konsumenten gleichermaßen erreicht werden. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der SPÖ und in den detaillierten Berichten der Statistik Austria.