In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich in Deutschland und Österreich die Novemberpogrome, die den Beginn der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung markierten. Heute, am 8. November 2025, gedenkt die SPÖ dieser schrecklichen Ereignisse und betont die Notwendigkeit
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ereigneten sich in Deutschland und Österreich die Novemberpogrome, die den Beginn der systematischen Verfolgung der jüdischen Bevölkerung markierten. Heute, am 8. November 2025, gedenkt die SPÖ dieser schrecklichen Ereignisse und betont die Notwendigkeit, Antisemitismus in unserer Gesellschaft entschieden entgegenzutreten. Der Gedenktag jährt sich zum 87. Mal, und die politische Führung Österreichs, vertreten durch SPÖ-Bundesparteivorsitzenden und Vizekanzler Andreas Babler sowie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim, bekräftigt ihre Entschlossenheit, die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Novemberpogrome von 1938, oft als Kristallnacht bezeichnet, waren ein Wendepunkt in der Geschichte der jüdischen Verfolgung. Über 1.400 Synagogen wurden niedergebrannt, Tausende jüdische Geschäfte zerstört und etwa 30.000 jüdische Männer verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Diese Ereignisse markieren den Übergang von Diskriminierung zu systematischer Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. In Österreich, das zu dieser Zeit bereits an das Deutsche Reich angeschlossen war, erlebten die jüdischen Bürger ähnliche Gräueltaten.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 verschärfte sich die antisemitische Politik drastisch. Die jüdische Bevölkerung wurde zunehmend entrechtet und aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Die Novemberpogrome stellten eine Eskalation dieser Politik dar und leiteten die Phase der physischen Vernichtung ein, die im Holocaust gipfelte. Österreich verlor einen bedeutenden Teil seiner kulturellen und wirtschaftlichen Vielfalt, da viele jüdische Bürger entweder vertrieben oder ermordet wurden.
Während die Novemberpogrome in Deutschland und Österreich besonders brutal waren, erlebten auch andere europäische Länder antisemitische Gewalt. In der Schweiz und in Frankreich kam es zu ähnlichen, wenn auch weniger organisierten, Ausbrüchen von Gewalt gegen Juden. In Deutschland führten die Pogrome zu internationaler Empörung, doch die Reaktionen waren oft zögerlich und ohne konkrete Konsequenzen. In Österreich war die Situation aufgrund der politischen Verhältnisse besonders prekär, da das Land bereits Teil des nationalsozialistischen Deutschlands war.
Die Novemberpogrome hinterließen tiefe Wunden in der österreichischen Gesellschaft. Tausende Menschen verloren ihre Existenzgrundlage, und die jüdische Gemeinde wurde nachhaltig geschwächt. Die Nachkriegszeit brachte zwar eine formelle Wiedergutmachung, doch die gesellschaftlichen Narben sind bis heute spürbar. Die SPÖ unterstreicht die Bedeutung der Aufarbeitung dieser Geschichte und die Notwendigkeit, Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen.
Im ersten Halbjahr 2025 registrierte die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien 726 antisemitische Vorfälle, ein Anstieg, der die Dringlichkeit der Maßnahmen unterstreicht. 2024 stiegen die Vorfälle um 32,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Antisemitismus ein aktuelles Problem bleibt, das entschlossenes Handeln erfordert.
Vizekanzler Babler und Geschäftsführer Seltenheim betonen die Notwendigkeit einer wehrhaften Demokratie und einer nationalen Strategie gegen Antisemitismus. Diese Strategie umfasst Maßnahmen zur Bildung, zur Förderung des interkulturellen Dialogs und zur Stärkung der Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen. Die SPÖ sieht es als ihre Pflicht, diese Maßnahmen konsequent umzusetzen und weiterzuentwickeln.
Die Zukunftsperspektiven für jüdisches Leben in Österreich hängen maßgeblich von der gesellschaftlichen und politischen Bereitschaft ab, Antisemitismus zu bekämpfen. Die SPÖ plant, die nationale Strategie weiter auszubauen und eng mit jüdischen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch ohne Angst leben kann und die kulturelle Vielfalt als Bereicherung gesehen wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ereignisse der Novemberpogrome eine Mahnung sind, die Geschichte nicht zu vergessen und aktiv gegen Antisemitismus vorzugehen. Die SPÖ setzt sich dafür ein, dass der Schutz jüdischen Lebens höchste Priorität hat und die Gesellschaft sich ihrer Verantwortung bewusst bleibt. Weitere Informationen zu den geplanten Maßnahmen finden Sie auf der Webseite der SPÖ.