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Kultur

Spektakuläre Kunst im MQ: Warum Bauschuttmulden jetzt für Furore sorgen!

18. Juni 2025 um 10:39
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Es ist ein Anblick, der auf den ersten Blick irritiert, aber genau das ist beabsichtigt: Ab dem 26. Juni 2025 wird der Vorplatz des renommierten MuseumsQuartier (MQ) in Wien von einer ungewöhnlichen Kunstinstallation dominiert. Der Schweizer Künstler Reto Emch präsentiert seine neueste Schöpfung „Of

Es ist ein Anblick, der auf den ersten Blick irritiert, aber genau das ist beabsichtigt: Ab dem 26. Juni 2025 wird der Vorplatz des renommierten MuseumsQuartier (MQ) in Wien von einer ungewöhnlichen Kunstinstallation dominiert. Der Schweizer Künstler Reto Emch präsentiert seine neueste Schöpfung „Off-Balance“, bei der sechs alte Bauschuttmulden in einer scheinbar unstabilen Schräglage an der Außenfassade des MQ angebracht sind. Doch was steckt hinter dieser provokanten Installation?

Ein Spiel mit Schwerkraft und Wahrnehmung

Die Bauschuttmulden, die jeweils 1,60 Meter breit und 3,5 Meter hoch sind, wiegen insgesamt 3,6 Tonnen. Sie wurden eigens aus Solothurn, der Heimatstadt des Künstlers in der Schweiz, nach Wien transportiert. Diese gigantischen Behälter hängen nicht nur schief, aus ihnen rinnt auch silberne Farbe, die am Boden eindrucksvolle Spuren bildet. Diese scheinbare Instabilität soll den Betrachter dazu anregen, über das Gleichgewicht und die Balance im Leben nachzudenken.

Globale Mobilität trifft auf ökologische Verantwortung

Der Transport der Bauschuttmulden per Bahn ist ein zentraler Bestandteil von Emchs Konzept. Er thematisiert damit den Widerspruch zwischen der globalen Mobilität von Kunstwerken und der damit verbundenen ökologischen Verantwortung. „Kunstwerke werden über den ganzen Globus verschoben, denn Museen möchten sich die Highlights teilen. Es ist ein Milliardengeschäft geworden, alle verdienen irgendwie mit“, erklärt Emch. Diese Aussage wirft ein Licht auf die komplexen Dynamiken des Kunsthandels und die damit einhergehenden Umweltbelastungen.

Die Bedeutung der Farbe Silber

Die Wahl der Farbe Silber für die auslaufende Farbe ist kein Zufall. Sie verstärkt die industrielle Anmutung der Installation und reflektiert Licht, Oberfläche und Wert. Gleichzeitig irritiert sie die Wahrnehmung und fordert zur Reflexion heraus: Was bedeutet es, wenn etwas aus dem Lot gerät? Die Mulden werden so zum Träger eines sensiblen Gleichgewichts zwischen Kontrolle und Zufall, Materialität und Bedeutung, Monumentalität und Zerbrechlichkeit.

Reto Emch: Der Künstler hinter der Installation

Reto Emch, geboren 1961 in Solothurn, ist ein Schweizer Künstler, der in seinen Arbeiten Installation, Skulptur, Malerei und Fotografie vereint. Sein Fokus liegt auf ortsspezifischen Interventionen, die oft alltägliche Materialien wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Gummireifen neu kontextualisieren. Eine seiner früheren Arbeiten war ein großes Wasserbecken mit einem Durchmesser von acht Metern, das an den acht Säulen im Zentrum der Pariser Spitalskirche La Chapelle Saint-Louis de la Salpêtrière angebracht war und frei hing.

Historische Hintergründe und weitere Werke

Emch hat bereits zahlreiche größere Interventionen und Rauminstallationen weltweit präsentiert. Dazu gehören Projekte im project space kenakian in Saga, Japan (2024), im Schusev State Museum of Architecture in Moskau (2018), auf dem Museumsfrachtschiff CAP SAN DIEGO in Hamburg (2009), im Palazzo della Borsa in Genua (2008) und in der Fondazione Merz in Turin (2008).

Unterstützung und Kooperation

Diese bemerkenswerte Installation wird in Kooperation mit dem FUTURAMA°LAB entwickelt und von verschiedenen Institutionen unterstützt, darunter der SOkultur / Swisslos-Fonds des Kantons Solothurn, der Däster-Schild Stiftung, Studer & Staub Metallbau, der Neuenschwander AG sowie der Schweizerischen Botschaft in Österreich. Diese Kooperationen unterstreichen die internationale Bedeutung und Vernetzung des Projekts.

Ein Blick in die Zukunft der Kunst im öffentlichen Raum

Die Installation „Off-Balance“ wirft Fragen auf, die weit über die Grenzen der Kunstwelt hinausgehen. Sie regt an, über den ökologischen Fußabdruck von Kunstwerken und deren Transport nachzudenken. Experten prognostizieren, dass solche Themen in Zukunft noch stärker in den Fokus der Kunstwelt rücken werden. Die Frage, wie Kunst nachhaltig präsentiert werden kann, ohne die Umwelt unnötig zu belasten, wird zunehmend diskutiert.

Die Installation könnte auch als Vorbild für andere Städte dienen, die nach innovativen Wegen suchen, um Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren. Wien setzt damit ein Zeichen und zeigt, dass Kunst nicht nur ästhetisch ansprechend sein kann, sondern auch gesellschaftlich relevante Themen aufgreift.

Fazit: Kunst, die zum Nachdenken anregt

Mit „Off-Balance“ gelingt es Reto Emch, eine Diskussion über die Balance zwischen Kunst, Mobilität und ökologischer Verantwortung anzustoßen. Die spektakuläre Installation im MuseumsQuartier ist nicht nur ein optischer Hingucker, sondern auch eine Einladung, über das eigene Verhältnis zur Umwelt und zur Kunst nachzudenken. Wien beweist damit einmal mehr, dass es ein Hotspot für moderne und kritische Kunst ist.

Schlagworte

#Bauschuttmulden#Globale Mobilität#Kunstinstallation#MuseumsQuartier#Off-Balance#Ökologische Verantwortung#Reto Emch

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