Am 12. September 2025 fand in Luberegg, Niederösterreich, ein bemerkenswertes Ereignis statt: Die „Dorferneuerungskonferenz 2025“, die unter dem Motto „WERTvolle Ideen für gleichWERTige Lebensräume“ stand. Diese Konferenz, die von der „Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung“ organisier
Am 12. September 2025 fand in Luberegg, Niederösterreich, ein bemerkenswertes Ereignis statt: Die „Dorferneuerungskonferenz 2025“, die unter dem Motto „WERTvolle Ideen für gleichWERTige Lebensräume“ stand. Diese Konferenz, die von der „Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung“ organisiert wurde, zog zahlreiche Experten und Politiker an, darunter die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Die Dorferneuerung hat in Österreich eine lange Tradition. Sie begann in den 1970er-Jahren als Reaktion auf die zunehmende Landflucht und die damit einhergehenden Probleme wie die Verödung der ländlichen Regionen. Ziel war es, die Lebensqualität in den Dörfern zu verbessern und die Abwanderung in die Städte zu stoppen. Heute ist die Dorferneuerung ein integraler Bestandteil der regionalen Entwicklungsstrategien.
Die Konferenz in Luberegg diente als Plattform, um über die Fortschritte und Herausforderungen der Dorferneuerung zu diskutieren. Landeshauptfrau Mikl-Leitner betonte, dass die Dorferneuerung in Niederösterreich „zu Hause“ sei und lobte die Anstrengungen der Gemeinden und Bürgermeister, die nach dem verheerenden Hochwasser im vergangenen Jahr erhebliche Schäden beseitigt haben. „Die meisten Schäden sind beseitigt, was bleibt, ist der Zusammenhalt und die Gewissheit, dass wir diese historische Katastrophe gemeinsam bewältigt haben“, erklärte sie.
Ein zentrales Thema der Konferenz war die Finanzierung der Dorferneuerungsprojekte. Mikl-Leitner wies darauf hin, dass die Dorferneuerung stark von EU-Geldern abhängig ist, deren Finanzierung jedoch in Gefahr sei. Um dem entgegenzuwirken, habe Niederösterreich gemeinsam mit Bayern die Initiative „power-regions“ ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die Kohäsionspolitik so gestaltet wird, dass Regionen und Gemeinden finanziell profitieren.
Ein weiteres wichtiges Anliegen der Landeshauptfrau ist es, junge Menschen in den Regionen zu halten. Dazu wurde die Kinderbetreuung im gesamten Bundesland ausgebaut, was als „Mammutaufgabe“ für die Gemeinden bezeichnet wurde. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass die Orte „vergreisen“ und die Abwanderung junger Familien stoppen.
Mikl-Leitner erteilte Überlegungen zu Gemeindezusammenlegungen eine klare Absage. Sie betonte, dass „gemeindeübergreifende Kooperationen“ das Einsparungspotenzial bieten, ohne die Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gemeinden zu gefährden. Diese Aussagen sind besonders in Zeiten finanzpolitischer Herausforderungen von Bedeutung, da die Gemeinden den „Gürtel enger schnallen“ müssen.
Professor Manfred Miosga von der Universität Bayreuth hob die Wichtigkeit hervor, das Wissen der Dorferneuerung und Landentwicklung zu bewahren und weiterzugeben. Tagungen wie die in Luberegg seien daher unerlässlich. Auch Professorin Nadja Häupl von der Hochschule Anhalt ermutigte zu Kooperationen über die Gemeindegrenzen hinaus, um nachhaltige Lösungen zu finden. Best-Practice-Beispiele aus Niederösterreich und anderen Regionen wurden vorgestellt, um innovative Ansätze zu teilen.
Die Konferenz legte den Grundstein für zukünftige Entwicklungen in der Dorferneuerung. Die Herausforderungen sind groß, doch mit gemeinschaftlichen Anstrengungen können Lösungen gefunden werden. Die Initiative „power-regions“ zeigt, wie wichtig internationale Kooperationen sind, um die finanziellen Mittel für die Dorferneuerung zu sichern.
Experten sind sich einig, dass die Dorferneuerung in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen spielen wird. Die Förderung von jungen Familien und die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen in Stadt und Land sind zentrale Ziele.
Die Konferenz in Luberegg war ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie regionale und europäische Zusammenarbeit die Zukunft der ländlichen Regionen gestalten kann. Die Dorferneuerung bleibt ein Schlüsselthema für die Politik, das nicht nur Österreich, sondern ganz Europa betrifft.