In einem fulminanten Akt der Anerkennung wurde der bildende Künstler und Kunstpädagoge Ao. Univ.-Prof. MMag. Bernhard Gwiggner mit dem renommierten Ars Docendi-Staatspreis 2025 für exzellente Lehre ausgezeichnet. Diese Ehrung, die am 13. September 2025 verkündet wurde, hebt die Bedeutung von forschu
In einem fulminanten Akt der Anerkennung wurde der bildende Künstler und Kunstpädagoge Ao. Univ.-Prof. MMag. Bernhard Gwiggner mit dem renommierten Ars Docendi-Staatspreis 2025 für exzellente Lehre ausgezeichnet. Diese Ehrung, die am 13. September 2025 verkündet wurde, hebt die Bedeutung von forschungsbezogener und kunstgeleiteter Lehre hervor und würdigt Gwigners interdisziplinäres Projekt „tradition2go: zwischen kultur und wahnsinn“.
Das preisgekrönte Projekt entstand im Studienjahr 2023/24 in Kooperation mit der Bildhauereiklasse der Universität Mozarteum und dem Salzburg Museum. Anlass war die Jubiläumsausstellung „Masken, Trachten, Kultobjekte – 100 Jahre volkskundlich sammeln“ im Salzburger Monatsschlössl Hellbrunn. Im Zentrum stand eine tiefgreifende Auseinandersetzung der Studierenden mit volkskundlichen Objekten und deren Relevanz für moderne Identitäts- und Gesellschaftsdiskurse.
Besonders innovativ war die Einbindung von Augmented Reality (AR) in das Projekt, die den künstlerischen Parcours erweiterte und das Publikum zur aktiven Interaktion einlud. Diese Technologie, die virtuelle Elemente in die reale Umgebung einbindet, ermöglichte es, die Ausstellung auf eine bisher ungekannte Weise zu erleben.
Das Projekt bot Lehramtsstudierenden die Möglichkeit, die komplexen Abläufe eines Museumsbetriebs aus erster Hand zu erleben. Von kuratorischen Entscheidungen über Genehmigungsprozesse bis hin zu PR- und Vermittlungsstrategien – die Studierenden erhielten einen umfassenden Einblick in die Praxis. Diese Erfahrungen sind, laut Gwiggner, für die spätere Tätigkeit als Lehrperson von unschätzbarem Wert.
Das Projekt wurde von einem engagierten Team aus Lehrenden der Bildhauereiklasse, darunter Reinhard Gupfinger und Christel Kiesel, sowie Partnern des Salzburg Museums, wie Direktor Martin Hochleitner und Anna Engl, Leitung des Volkskunde Museums, begleitet. Diese Zusammenarbeit führte zu einem einzigartigen Lernraum, der künstlerische Praxis, wissenschaftliche Reflexion und pädagogische Relevanz miteinander verband.
Die Verwendung von Trachten und Masken als kulturelle Objekte hat eine lange Tradition in der österreichischen Geschichte. Diese Objekte sind nicht nur Zeugnisse vergangener Zeiten, sondern auch Ausdruck aktueller kultureller Identitäten. Die Ausstellung im Hellbrunner Park, die von Mai bis Juni 2024 lief, zog zahlreiche Besucher an und wurde von einem Dokumentationsvideo sowie einem interaktiven AR-Format begleitet.
„tradition2go“ ist mehr als nur ein Kunstprojekt; es ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe. Es zeigt, wie wichtig es ist, Traditionen nicht nur zu bewahren, sondern sie in den Kontext der modernen Gesellschaft zu stellen und kritisch zu hinterfragen.
Der Ars Docendi-Staatspreis, der seit 2013 vom Wissenschaftsministerium verliehen wird, ist eine der höchsten Auszeichnungen für Lehre in Österreich. Mit 177 Einreichungen von über 400 Lehrenden aus 53 Hochschulen ist die Konkurrenz enorm. Die Auszeichnung von Bernhard Gwiggner ist ein Beweis für die herausragende Qualität seiner Lehre und die innovative Kraft seines Projekts.
Der Erfolg von „tradition2go“ könnte als Modell für zukünftige Bildungsprojekte dienen, die Kunst und Technologie verbinden. Experten sind der Meinung, dass solche interdisziplinären Ansätze die Lehre revolutionieren und Studierende besser auf die Herausforderungen der modernen Welt vorbereiten könnten.
Das Projekt könnte auch als Inspiration für ähnliche Initiativen in anderen Bundesländern dienen. Die Verbindung von kulturellem Erbe und moderner Technologie hat das Potenzial, neue Lehrmethoden zu entwickeln und die Bildungslandschaft nachhaltig zu beeinflussen.
Bernhard Gwigners Engagement und die Auszeichnung mit dem Ars Docendi-Staatspreis 2025 sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Kunst, Wissenschaft und Bildung gemeinsam Zukunft gestalten können. Die Universität Mozarteum Salzburg und das Salzburg Museum haben mit ihrer Zusammenarbeit Maßstäbe gesetzt, die weit über die Grenzen Salzburgs hinausreichen.