Am 3. Februar 2026 hat die Arbeiterkammer Wien in einer Pressemitteilung die alarmierenden Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht, die sich mit der digitalen Abhängigkeit von Social Media beschäftigt. Diese Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Höhere Studien (IHS) erstellt wurde,
Am 3. Februar 2026 hat die Arbeiterkammer Wien in einer Pressemitteilung die alarmierenden Ergebnisse einer neuen Studie veröffentlicht, die sich mit der digitalen Abhängigkeit von Social Media beschäftigt. Diese Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Höhere Studien (IHS) erstellt wurde, zeigt auf, wie Plattformen wie Instagram und andere soziale Netzwerke ihre Nutzer:innen mit gezielten psychologischen Tricks binden. Besonders in Österreich, wo die Nutzung sozialer Medien weit verbreitet ist, wirft dies ernsthafte Fragen zum Kinder- und Jugendschutz auf.
Die Studie der Arbeiterkammer Wien beschreibt sogenannte 'Addictive Designs', also süchtig machende Designelemente, die in sozialen Medien verwendet werden. Diese Designelemente nutzen psychologische Prinzipien, um die Nutzer:innen möglichst lange auf der Plattform zu halten. Ein Beispiel dafür ist der 'Infinite Scroll', der es ermöglicht, unendlich nach unten zu scrollen, ohne jemals an ein Ende zu kommen. Diese Funktion nutzt das psychologische Prinzip der 'Variable Belohnung', bei dem Nutzer:innen immer wieder zufällige, aber potenziell interessante Inhalte entdecken können. Ein weiteres Beispiel ist die 'Like'-Funktion, die soziale Bestätigung und Anerkennung bietet, was das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert und das Verlangen nach mehr Interaktion steigert.
Die Nutzung sozialer Medien hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. Anfang der 2000er Jahre begann der Boom mit Plattformen wie MySpace und später Facebook. Mit der Einführung von Smartphones und Apps wie Instagram und Snapchat hat sich die Art und Weise, wie Menschen weltweit kommunizieren und Informationen konsumieren, grundlegend verändert. In Österreich hat die Verbreitung von Smartphones und die damit verbundene Nutzung sozialer Medien insbesondere unter Jugendlichen stark zugenommen. Laut einer Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) nutzen über 80% der Jugendlichen täglich soziale Netzwerke.
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich ähnliche Herausforderungen im Umgang mit der digitalen Abhängigkeit hat. In Deutschland gibt es bereits Initiativen, die sich mit der Förderung digitaler Kompetenzen und dem gesunden Umgang mit sozialen Medien befassen. In der Schweiz wurde kürzlich eine Kampagne gestartet, die Eltern über die Risiken der sozialen Medien für Kinder aufklärt. Diese internationalen Vergleiche verdeutlichen, dass digitale Abhängigkeit ein globales Phänomen ist, das länderübergreifende Lösungen erfordert.
Die Auswirkungen der süchtig machenden Designs auf die Nutzer:innen sind vielfältig. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet, da sie oft nicht in der Lage sind, die manipulativen Techniken zu erkennen. Dies kann zu einer Vielzahl von Problemen führen, darunter verminderte Aufmerksamkeitsspannen, Schlafstörungen und ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Die Arbeiterkammer Wien fordert daher strengere Regulierungen und Maßnahmen zum Schutz der jüngeren Generation.
Die Studie der AK Wien zeigt, dass über 70% der Nutzer:innen in Österreich mehr als zwei Stunden täglich in sozialen Netzwerken verbringen. Besonders alarmierend ist die Tatsache, dass ein signifikanter Anteil der Jugendlichen angibt, sich von sozialen Medien abhängig zu fühlen. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, das Bewusstsein für die Risiken der digitalen Abhängigkeit zu schärfen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Die Arbeiterkammer Wien plant, die Ergebnisse der Studie am 10. Februar 2026 im Rahmen des Safer Internet Days zu präsentieren. Die Diskussion wird sich darauf konzentrieren, wie Regulierungen und technologische Lösungen entwickelt werden können, um die negativen Auswirkungen der sozialen Medien zu minimieren. Experten sind sich einig, dass eine Kombination aus Bildung, Regulierung und technologischen Innovationen notwendig ist, um die Herausforderungen der digitalen Abhängigkeit zu bewältigen.
Die Studie der Arbeiterkammer Wien zeigt deutlich, dass die sozialen Medien nicht nur eine Plattform für Kommunikation und Unterhaltung sind, sondern auch erhebliche Risiken bergen. Es ist entscheidend, dass sowohl die Politik als auch die Gesellschaft Maßnahmen ergreifen, um die digitale Abhängigkeit zu bekämpfen. Eine stärkere Regulierung der Plattformen, gepaart mit Bildungsinitiativen, könnte der Schlüssel sein, um die negativen Auswirkungen der sozialen Medien zu mindern. Für weitere Informationen und um die Diskussion zu verfolgen, können Interessierte das Pressegespräch am 10. Februar 2026 online mitverfolgen.