Es brodelt in der Wiener SPÖ! Die Freien Aleviten haben angekündigt, den traditionellen Maiaufmarsch der SPÖ zu boykottieren. Der Grund: Die vermeintlich fehlende Distanz der Partei zur türkischen AKP und das Schweigen zur Inhaftierung eines ihrer internationalen Genossen.Politischer Eklat um den 1.
Es brodelt in der Wiener SPÖ! Die Freien Aleviten haben angekündigt, den traditionellen Maiaufmarsch der SPÖ zu boykottieren. Der Grund: Die vermeintlich fehlende Distanz der Partei zur türkischen AKP und das Schweigen zur Inhaftierung eines ihrer internationalen Genossen.
Der 1. Mai steht vor der Tür, und während sich die meisten Wiener auf den traditionellen Maiaufmarsch der SPÖ freuen, zieht ein dunkler Schatten über das Event. Die Freien Aleviten haben beschlossen, dem Fest der Arbeiterbewegung fernzubleiben. In einem scharfen Schreiben an Bürgermeister Michael Ludwig kritisieren sie die mangelnde Distanz der Wiener SPÖ zur türkischen Regierungspartei AKP unter Präsident Recep Tayyip Erdogan.
Vera Koller, Sprecherin der AUGE Wien, erhebt schwere Vorwürfe. Sie zeigt sich enttäuscht von der SPÖ, die ihrer Meinung nach nicht genug gegen die politische Lage in der Türkei Stellung bezogen hat. Besonders das Schweigen zur Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, eines international anerkannten Genossen der SPÖ, sorgt für Unmut.
Für die Freien Aleviten und die AUGE Wien ist dieses Verhalten ein Affront gegen die demokratischen Grundwerte, auf die sich die Sozialdemokratie beruft. „Der Internationale Kampftag der Arbeiterklasse ist kein Feiertag der SPÖ allein. Der Ring gehört allen Linken“, so Koller.
Die AUGE Wien zeigt sich solidarisch mit den Freien Aleviten. Koller betont, dass solch ein Verhalten eines sozialdemokratischen Bürgermeisters unwürdig sei. Der 1. Mai sei ein Symbol für Gerechtigkeit und Freiheit, gegen Diktatoren und für Demokratie, nicht für politische Spielchen.
Die Kritik von Andreas Babler, einem bekannten SPÖ-Mitglied, findet bei den Aleviten Gehör. Doch von Bürgermeister Ludwig blieb eine klare Stellungnahme bisher aus. Die Auseinandersetzung wirft ein Schlaglicht auf die internen Spannungen innerhalb der SPÖ und sorgt für Aufregung in der politischen Landschaft Wiens.
Ob der Boykott der Freien Aleviten den Maiaufmarsch der SPÖ beeinflussen wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass die Kritik an der Partei nicht ungehört bleiben wird und die Diskussionen über die politische Ausrichtung der SPÖ weiter anheizen dürfte.