Das neue EU-Entwaldungsgesetz, das die Zerstörung der Tropenwälder stoppen soll, steht bereits jetzt in der Kritik und droht zu scheitern. Die Einstufung der Länder nach ihrem Entwaldungsrisiko erfolgt anscheinend aus rein politischen Motiven, was zu einem massiven Aufschrei führte.Politisch motivie
Das neue EU-Entwaldungsgesetz, das die Zerstörung der Tropenwälder stoppen soll, steht bereits jetzt in der Kritik und droht zu scheitern. Die Einstufung der Länder nach ihrem Entwaldungsrisiko erfolgt anscheinend aus rein politischen Motiven, was zu einem massiven Aufschrei führte.
Die Nachricht über die geplante Einstufung der Länder schlug wie eine Bombe in der Vorstandssitzung des Waldverband Österreich ein. Besonders pikant: Länder wie Brasilien, die für ihre massive Abholzung bekannt sind, werden offenbar nicht mit der höchsten Risikostufe versehen. Stattdessen stehen Länder wie Russland und Nordkorea im Fokus. Diese Entscheidung stößt auf heftige Kritik, da sie die Glaubwürdigkeit des Gesetzes erheblich in Frage stellt.
Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter, der Obmann des Waldverbandes Österreich, ist empört: „Die Österreichische Waldinventur zeigt, dass unsere Wälder in einem hervorragenden Zustand sind, während Brasilien riesige Flächen Regenwald zerstört. Uns mit solchen Ländern gleichzusetzen, ist ein Schlag ins Gesicht!“
Er kritisiert scharf, dass das Gesetz keine Unterschiede zwischen Ländern wie Österreich und den „Urwaldvernichtern“ macht, obwohl Österreichs Waldfläche kontinuierlich wächst.
Präsident Andras Steinegger sieht dennoch einen Hoffnungsschimmer. Deutschland hat dem Gesetz nur unter der Bedingung zugestimmt, dass eine 'Nullrisiko-Kategorie' für Länder ohne Entwaldung eingeführt wird. Diese Forderung fand bereits im EU-Parlament eine Mehrheit, und Steinegger appelliert an die restlichen Mitgliedsstaaten, sich anzuschließen.
Eine Studie aus Finnland hebt die finanziellen Auswirkungen des Gesetzes hervor: Die Umsetzungskosten könnten die EU-Wirtschaft mit Milliarden belasten, eine Bürde, die die angeschlagene europäische Wirtschaft kaum tragen kann.
Die Debatte um das EU-Entwaldungsgesetz zeigt, wie politisch motivierte Entscheidungen den eigentlich guten Absichten im Wege stehen können. Ob das Gesetz in seiner jetzigen Form bestehen bleibt oder nachgebessert wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass der Druck auf die EU-Politik wächst, um eine gerechte und wirksame Lösung zu finden.